„Maxim Kowalew Don Kosaken“ überzeugen mit machtvoller und feinfühliger Stimmgewalt

Die Tiefe der russischen Melancholie

Stimmliche Brillanz und machtvolle Tonvolumen bieten die „Maxim Kowalew Don Kosaken“ bei ihrem Konzert in Hoya. Tenor Sergeij Malkin (links) fungiert neben seiner Rolle als Sänger zugleich als Dirigent. Nikolai Bykov (rechts) sorgt mit seinem Knopfakkordeon für Schwung und Rhythmus. Als Moderator informiert Dimitrij Belov (Zweiter von rechts) die Zuschauer über die Programmfolge. Foto: HORST FRIEDRICHS

Hoya - Von Horst Friedrichs. „Es steht ein Soldat am Wolgastrand“ – sangen die „Maxim Kowalew Don Kosaken“ am Dienstagabend im Kulturzentrum Martinskirche in Hoya, wobei das geistige Auge der ergriffenen Zuhörer auf Wanderschaft ging. Den sieben schwarz uniformierten Sängern gelang es mit ebenso machtvoller wie feinfühliger Stimmgewalt, die russische Seele im Vorstellungsvermögen der Zuhörer auszubreiten und sie zugleich in die scheinbar endlose Weite der russischen Landschaft und die unendliche Tiefe der russischen Melancholie mitzunehmen.

Mit sonorer Bassstimme begrüßte Dimitrij Belov die Zuhörer im Konzertsaal-Kirchenschiff der Martinskirche. Das aufwendig restaurierte ehemalige Gotteshaus bot einen würdevollen Rahmen speziell für den ersten Programmteil, der überwiegend aus sakralen russisch-orthodoxen Gesängen bestand. Während sie den ersten Teil des Konzerts noch weitgehend ernst und „strammstehend“ bestritten hatten, gaben sich die sieben schwarz Uniformierten im zweiten Teil wesentlich lockerer. Da wurden alle Facetten der berühmten russischen Seele wach, und die heitere Beschwingtheit überwog im Vergleich zu den besinnlicheren Liedern.

Jene Zuhörer, die der russischen Sprache nicht mächtig waren, vermochten aus den Gesangstexten des ersten Teils zumindest Wörter wie „Halleluja“ und „Maria“ herauszuhören. In der zweiten Konzerthälfte erwiesen die „Maxim Kowalew Don Kosaken“ auch der deutschen Sprache ihre Reverenz. Ein Raunen ging durch die Zuhörerreihen, als Dimitrij Belov im ersten Teil die „Abendglocken“ ankündigte. Tenor Aliaksandr Lastouski sang das berühmte traditionelle Lied als Solist mit atemberaubender Gefühlstiefe, und das Publikum dankte ihm mit großem Applaus dafür. Nicht weniger begeisterte Resonanz ernteten die Sänger für das „Ave Maria“ von Johann Sebastian Bach (1685 bis 1750) und Charles Gounod (1818 bis 1893). Den klassischen Reigen des ersten Konzertteils beschlossen die „Maxim Kowalew Don Kosaken“ mit „Ich bete an die Macht der Liebe“ von dem ukrainischen Komponisten Dmitrij Stepanowitsch Bortnjanskij (1751 bis 1825).

Angeführt von Nikolai Bykov und seinem Akkordeon begannen die Musiker den zweiten Teil des Konzerts mit einem forschen und heiteren Einmarsch. Bykov verstand es, mit dem Knopfakkordeon einen mitreißenden Rhythmus zu erzeugen – zugleich als Auftakt für die überschwänglichen Gefühlsausbrüche, die in den darauffolgenden Volksliedern und Kosakenmärschen für eine aufgelockerte Stimmung sorgten. In deutscher Sprache sangen die „Maxim Kowalew Don Kosaken“ das „Wolgalied“, bekannt als „Es steht ein Soldat am Wolgastrand“ aus der Operette „Der Zarewitsch“ von Bela Jenbach und Heinz Reichert, mit der Musik vom Franz Lehár (1870 bis 1948). Die geradezu orchestrale Harmonik und die tiefgehende Empathie der russischen Sänger waren von einer Qualität, die zu Tränen rühren mochte. Nicht weniger begeisterte Dimitrij Belov (Bass) als Solist mit dem weltberühmten russischen Volkslied „Stenka Rasin“, das den gleichnamigen legendären Kosakenführer besingt. Es folgten schwungvolle Kosakenmärsche und Russlands Welthit „Kalinka“ in einer Version von Grigorij Shulha (Tenor). Der jubelnde Beifall des Publikums wollte kein Ende nehmen, und nach einer Zugabe schlossen die Musiker ihr Konzert mit einem schneidigen Ausmarsch.

Quelle: kreiszeitung.de

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