Tosende Klänge treffen auf windstille Momente

„Godewind“ gibt rauschendes Konzert im alten Eystruper Güterschuppen

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„Godewind“ auf der Bühne des Eystruper Güterschuppens (von links): Shanger Ohl (Keyboards), Anja Bublitz (Gesang), Heiko Reese (Cajón, Akkordeon) und Sven Zimmermann (Gitarre, Bass). 

Eystrup - Von Horst Friedrichs. Nordseewellen rauschten an den Weserstrand, Möwen kreischten hell, und eine frische Meeresbrise traf auf sturmerprobte Niedersachsen. Ein solchermaßen klangvolles Bild malten die vier Musiker von „Godewind“ aus Schleswig-Holstein mit einem abendlichen Konzert im alten Eystruper Güterschuppen. Dort boten sie am Karsamstag vor ausverkauftem Haus ein Programm, das dem Publikum Heiterkeitsstürme ebenso entlockte wie es Windstille zum Nachdenken aufkommen ließ. Dafür, dass es dennoch keinen Moment der Flaute gab, sorgte die laut Eigenwerbung beliebteste Band Norddeutschlands mit dem wohltönenden Beweis, dass sich höchste Professionalität und unbändige Spielfreude keineswegs ausschließen.

Die „Nordische Band“, wie sie sich auch gern nennt, hatte schon lange vor ihrem Auftritt in Eystrup einen Ausnahmeerfolg erzielt. Horst Wyss, erster Vorsitzender des veranstaltenden Heimatvereins, erwähnte es nicht ohne Stolz in seinen Begrüßungsworten: „So etwas wie bei ,Godewind‘ haben wir noch nie erlebt. Schon zwei Tage vor dem Start des Vorverkaufs waren alle Karten ausverkauft.“

Ursprünglich hatte das Eystruper „Godewind“-Konzert schon am 10. März stattfinden sollen. Wegen Erkrankung eines der Musiker wurde es dann auf den 31. des Monats verlegt. Horst Wyss: „Einige Leute haben ihre Tickets zurückgegeben, andere wiederum waren froh, dass es wieder Karten gab.“ Das eindrucksvolle Ergebnis war ein ausverkauftes Haus mit rund 160 Zuhörern.

„Wind und Meer“ heißt die neue „Godewind“-CD. Versteht sich, dass Sängerin Anja Bublitz den Abend mit dem gleichlautenden Titelsong des aktuellen Albums eröffnete. Um Möwen und Meer, um Sand und Strand ging es da; und dazu gab es fundierte Ratschläge wie „Kiek doch erst mol över’n Diek“ und „Hol de Nees mol in’n Wind“. Mit einer Begrüßung auf Plattdeutsch erfreute Heiko Reese (Cajón, Akkordeon) die Zuhörer, die zudem erfuhren, dass die „Godewind“-Mitglieder aus einem dreisprachigen Bundesland kommen, in dem Hochdeutsch, Plattdeutsch und Friesisch gesprochen werden.

Über ein volles Haus beim „Godewind“-Konzert freuten sich die Veranstalter vom Heimatverein Eystrup in ihrem historischen Güterschuppen.

Dass waschechte Schleswig-Holsteiner und ebensolche Niedersachsen der Sonnabend eint, den sie statt des Samstags verwenden, wurde ebenso deutlich wie kleine Unterschiede in der plattdeutschen Sprache. So ließen die „Godewinds“ sich bereitwillig auf einen kurzen Sprachkurs ein, den ihnen das Eystruper Publikum am Beispiel der in beiden Bundesländern verbreiteten Kühe erteilte. Dass deren Mehrzahl im Hoyaer Grafenland „Kai“ heißt und etwas gedehnter ausgesprochen wird als der ähnlich klingende menschliche Vorname, machte sich Heiko Reese schnell zu eigen. Konsequent ließ er fortan die Holsteiner Form „Köi“ für schwarzbuntes Weidevieh außen vor und hielt sich strikt ans ortsübliche Kuh-Plural.

Und Geschichten aus dem nordischen Landleben hatten die „Godewinds“ reichlich zu „vertellen“ – ob im gesungenen oder gesprochenen Wort, etwa vom dörflichen Feuerwehrball oder vom Familienleben in Wind umtosten Bauernhäusern. Zu sanften Klängen und leisen Tönen, dem Markenzeichen „Godewinds“, trugen mit zwei- und dreistimmigem Gesang auch Shanger Ohl (Keyboards) und Sven Zimmermann (Gitarre, Bass) bei.

Zum Schnippen und Mitsingen feuerten die Musiker ihr Publikum an, um mit dem Titel „Rollmops“ im Blues-Schema frischen Fisch auf den Tisch zu bringen. Annähernd 50 Tonträger hat die seit 39 Jahren bestehende Band inzwischen produziert. Von den Eystrupern stürmisch gefeiert, durften sie erst nach zwei Zugaben die Bühne verlassen.

Quelle: kreiszeitung.de

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