RWE rollt roten Teppich aus

Estorfer Trainer produzieren Film über Kreisliga-Saison 

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Tim Müller (36 Jahre) und Lukas Swiatkowski (34) rollten den roten Teppich schonmal probehalber aus.

Estorf - Von Janina Stosch.  Dokumentationen, die hinter die Kulissen berühmter Fußballclubs schauen, gibt es viele. In „All or Nothing – Manchester City“ oder „Juventus Turin – Der Rekordmeister“ bekommt man einen Einblick in den Alltag der Profis. Dass ein Verein nicht in der Champions- oder Premiere League spielen muss, sondern auch aus einem 1.700 Seelen-Dorf kommen kann, um genug Stoff für eine Dokumentation herzugeben, zeigen die Estorfer Trainer Lukas Swiatkowski und Tim Müller, die einen eigenen Film über ihre Mannschaft in der vergangenen Kreisliga-Saison produzierten.

Die Kamera, die normalerweise das Spielgeschehen zu Analysezwecken aufzeichnet, nutzte die 1. Herrenmannschaft des Rot-Weiß Estorf-Leeseringen (RWE) auch, um zahlreiche Momente abseits des Spielfeldes festzuhalten. Das Ergebnis ist ein 90-minütiger Film, der im April der Öffentlichkeit präsentiert werden soll. „Die 90 Minuten sind natürlich kein Zufall“, sagt Swiatkowski. „Der Perfektionist in mir wollte es möglich machen, dass der Film zeitlich exakt so viel Freude und Spannung bereitet wie ein Fußballspiel.“

Spieler-Trainer Swiatkowski durchlief während seiner Zeit beim RWE mit seiner Mannschaft drei Ligen. Der Nienburger übernahm das Team, als dieses auf den unteren Rängen der Kreisliga dümpelte und in die Kreisklasse abrutschte. Zusammen mit seinem Co-Trainer Tim Müller und jeder Menge Fleiß und Schweiß gelang den Estorfern dann prompt der Wiederaufstieg in die Kreisliga, in der die Rot-Weißen einen glatten Durchmarsch hinlegten und einen nie erhofften 2. Platz für sich beanspruchten. In einem spannungsgeladenen Relegations-Derby bezwang die Mannschaft den TuS Drakenburg und besiegelte somit den nächsten Aufstieg. Erstmalig in der Geschichte des Vereins erreichten die Estorfer die Bezirksliga.

Im Fokus des Films stehe jedoch die Kreisliga-Saison. „Die Kreisliga ist eine unvergleichbare Liga, in der jeder mal gespielt haben sollte. Der Unterschied zur Bezirksliga, wo es sich hauptsächlich um Fußball und Erfolg dreht, ist enorm. Bei der Kreisliga steht viel mehr das ‘Drumherum’ im Vordergrund. Das Kabinenleben ist etwas Besonderes im Mannschaftssport. Das gilt nicht nur für Fußballer, auch Handballer, Volleyballer und andere Mannschaftssportler würden das bestätigen. Wir haben versucht mit der Kamera die besondere Stimmung einzufangen, die während der Ansprache in der Kabine herrscht und welche Emotionen nach Sieg oder Niederlage aufkeimen“, sagt Swiatkowski.

„Wir haben eigentlich überall die Kamera draufgehalten, einen wirklichen Plan hatten wir anfangs nicht, doch so nach und nach haben wir dann eine Story entwickelt, an der wir uns entlanghangelten. Als es dann klar wurde, dass wir in der Kreisliga sogar vorne mitmischen, waren wir uns schnell einig: Unser Film braucht ein Happy End, wir müssen also aufsteigen“, sagt Müller schmunzelnd.

"In Estorf ist alles etwas anders"

Zusätzlich zu dem bereits vorhandenen Film-Material zeichneten die Trainer-Kollegen auch noch Interviews mit Spielern, Gründungsmitgliedern und Fans auf. Müller, der sich neben seinem Beruf der Fotografie und Videoproduktion widmet, schnitt ungefähr einen Terabyte gefilmtes Material zum fertigen Endprodukt zusammen und hinterlegte Musik und Effekte.

Dass der Verein etwas Besonderes ist, steht für Swiatkowski und Müller außer Frage: „Jeder im Kreis Nienburg weiß, hier in Estorf ist einfach alles etwas anders. Während man bei anderen Vereinen schon mal vor leeren Rängen und einer Handvoll Zuschauer aufläuft, hat man hier immer eine starke Fangemeinschaft im Rücken, die einen immer wieder zu Höchstleistungen beflügelt. Die Stimmung in unserem Estorfer Hexenkessel ist einfach einzigartig.“

Daher wählten sie den Filmtitel „In unitate firmitas“, lateinisch für „In der Einheit liegt die Stärke“ ganz bewusst. „Das passt einfach perfekt zu Estorf“, sagt Swiatkowski. „Außenstehende sehen den gepflegten Rasen und die überdachte Tribüne, gönnen sich Pommes und ein kühles Bier oder informieren sich regelmäßig auf unserer Facebook-Seite, aber wie viele Leute tatsächlich dahinter stehen, wissen viele gar nicht. Ohne unsere zahlreichen ehrenamtlichen Helfer, einen funktionierenden Vorstand, und viele andere kreative und fleißige Köpfe wäre das nicht möglich. Hier ziehen alle an einem Strang und haben Spaß zusammen, auch abseits des Spielfeldes“, ergänzt Müller.

„Ich würde den Film als einen kurzweiligen Mix aus ‘All or Nothing’, ‘Ein Sommermärchen’ und ‘Hangover’ bezeichnen. Ich kriege an manchen Stellen immer noch Gänsehaut. Und wie das halt bei Fußballern unter Biereinfluss so ist, mussten wir auch die ein oder andere Szene wegen fehlender Bekleidung zensieren“, sagt Swiatkowski lachend.

Der Film wird am 21. April um 20 Uhr, am 22. April um 19.30 Uhr, am 26. April um 21 Uhr und am 27. April um 20.30 Uhr im Dorfgemeinschaftshaus in Leeseringen gezeigt. Ein roter Teppich, Popcorn und kühle Getränke sorgen für ein echtes Kino-Gefühl.

Karten gibt es in der Fitness Factory Nienburg bei Lukas Swiatkowski, beim Heka Einrichtungsfachmarkt bei Florian Schüttpelz und bei den Spielen vom RWE sowie an der Abendkasse.

jst

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