Soldatenberuf kennenlernen

Praktikum bei der Langendammer Streitkräftebasis

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Wünschte dem Kommandeur Oberst Timm „Alles Gute“: Jonas Hustedt (rechts) mit seinem kleinen Bruder Mattis.

Nienburg/ Langendamm - Von Hartmut Grulke. Die Herausforderungen des Soldatenberufes kennenlernen und einen persönlichen Eindruck von der Leistungsfähigkeit der Streitkräftebasis im und für den Einsatz zu gewinnen. Diese Möglichkeit haben 27 Teilnehmer eines derzeit laufenden einwöchigen „Truppen-Praktikums“, welches als 22. Dienstliche Veranstaltung zur Information in der Streitkräftebasis (InfoDVagSKB) vom Zentrum Zivil-Militärische Zusammenarbeit der Bundeswehr in Nienburg ausgerichtet wird.

Die Teilnehmer sind Multiplikatoren aus Politik, Wirtschaft, Bildung, Gesellschaft, öffentlicher Verwaltung und Medien. Aus Nienburg direkt hatte sich Wolfgang Wilke, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Nienburg beworben. So verschieden wie der berufliche Background der einzelnen Teilnehmer ist auch deren Motivation, welche im Vorstellungsgespräch am vergangenen Sonntag im Nienburger Rathaus deutlich wurde. Bürgermeister Henning Onkes rief den Teilnehmern und Ausrichtern im Rahmen der Begrüßung ein herzliches „Willkommen“ zu. Er lobte das sehr gute Verhältnis der Stadt zur Bundeswehr. Hier träfe eine offene Stadtgesellschaft auf eine offene Bundeswehr.

Mit 63 Jahren ins Biwak: Dr. Christina Baum, Landtagsabgeordnete aus Baden-Württemberg mit Leutnant Philipp Merkel vom Planungsteam.

Der erste Abend diente den Teilnehmern vorrangig zum gegenseitigen Kennenlernen und dem Meinungsaustausch untereinander. In den kommenden Tagen gibt es viel Input in Bezug auf grundlegende Aufgaben und aktuelle Einsätze der Bundeswehr. Aber auch die persönliche Teilnahme am soldatischen Leben bis hin zur Schießausbildung, Übernachten im Biwak und Training im Gelände steht auf dem Programm. Älteste Teilnehmerin ist mit 63 Jahren Dr. Christina Baum (Mdl. Baden-Württemberg). Die Zahnärztin und Landtagsabgeordnete aus Lauda-Königshofen fühlt sich fit und den Aufgaben gewachsen. „Ich bin hier aus Verantwortung für meine Tochter und meinen Enkel. Ich möchte durch mein Interesse den Soldaten der Bundeswehr die Wertschätzung entgegenbringen, die ich bei Teilen der Bevölkerung oft vermisse.“ Obwohl Dr. Baum Auslandseinsätze eher kritisch bewertet, bringt sie den Soldaten, die immer damit rechnen müssen, im Einsatzfall ihr Leben zu verlieren, allergrößten Respekt entgegen. Als erste Veranstaltung fand Montag in der Langendammer Kaserne das feierliche Gelöbnis statt. Auch die „Praktikanten“ wurden vereidigt und anschließend zum Oberleutnant befördert. Aber leider nur auf Zeit wie Kommandeur Oberst Timm in seiner Rede anführte. „Wenn Sie am Samstag die Bundeswehr wieder verlassen, werden sie immer an das Tragen der Uniform denken, auch wenn Sie diese nicht mehr im Schrank haben.“

"Sie verdienen Achtung und Dankbarkeit" 

Zuvor hatte Timm zahlreiche Ehrengäste wie Landrat Detlev Kohlmeier, Bürgermeister Henning Onkes, Samtgemeindebürgermeister (Steimbke) Knut Hallmann und MdB Maik Beermann begrüßt. Unter den geladenen Gästen befand sich auch der 8-jährige Jonas Hustedt aus Langendamm mit seinen Eltern. Jonas hatte in der Schule das Thema „wie adressiert man einen Brief“ besprochen. Als absoluter Bundeswehrfan schrieb er kurzerhand an den Kommandeur Andreas Timm, von dessen Ernennung er im Langendammer Ortsblatt „Im Wohlde“ gelesen hatte und wünschte ihm alles Gute für seinen weiteren Dienst. Diese nette Geste rührte den Bundeswehrchef und er lud den Jungen mit seiner Familie spontan zum feierlichen Gelöbnis ein.

Bundestagsabgeordneter Maik Beermann warb um Respekt für die Truppe.

Gastredner vor dem Gelöbnis war der Bundestagsabgeordnete Maik Beermann, der in seiner Rede die Bundeswehr aus verschiedenen Blickwinkeln positiv hervorhob. An die jungen Rekruten gerichtet sagte Beermann: „ Sie als junge Menschen, die sich freiwillig für den Dienst entschieden haben, verdienen unser aller Achtung und Dankbarkeit. Und das verstehe ich in diesem Fall sowohl persönlich als aber auch gesamtgesellschaftlich. Der Geist, mit dem unsere Bürgerinnen und Bürger der Bundeswehr gegenübertreten darf nicht gleichgültig oder abweisend sein. Unsere Bundeswehr gehört in die Mitte der Gesellschaft.“

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