In diesem Jahr drei TBC-Erkrankungen im Kreis gemeldet

Tuberkulose: Auch Fälle in Nienburg

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Die Lungenkrankheit Tuberkulose ist in Deutschland selten, aber bei weitem nicht ausgerottet.

Landkreis Nienburg - von Leif Rullhusen. Ein Tuberkulose-Todesfall schreckte am Freitag auf. In Cloppenburg – nicht einmal 100 Kilometer von der Nienburger Kreisgrenze entfernt– war ein Mann an der Lungenkrankheit TBC gestorben.

Insgesamt waren drei Mitarbeiter eines Schlachthofes im Landkreis Cloppenburg an Tuberkulose (TBC) erkrankt.

Tuberkulose-Erkrankungen sind in Deutschland selten. Ausgerottet ist die meldepflichtige Krankheit hierzulande allerdings bei Weitem nicht. Im Gegenteil: Seit einigen Jahren steigen die TBC-Fälle kontinuierlich.

Auch im Landkreis Nienburg erkranken Menschen an TBC. In diesem Jahr sind dem Kreisgesundheitsamt bislang drei Fälle gemeldet worden, im vergangenen waren es sieben. In den zurückliegenden neun Jahren schwankten die TBC-Erkrankungen in Nienburg zwischen zwei und sieben. Todesfälle waren nicht darunter. Damit liegt der Landkreis leicht unter dem bundesweiten Durchschnitt. Niedersachsenweit wurden dem Landesgesundheitsamt aktuell 396 Tuberkulosefälle übermittel, 2017 waren es 343 in ganz Niedersachsen.

Weltweit sind nach Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation WHO etwa ein Drittel aller Menschen mit Tuberkuloseerregern infiziert. Über zehn Millionen Menschen erkranken derzeit pro Jahr an Tuberkulose und etwa 1,8 Millionen sterben jährlich an der Krankheit, die meisten davon in Südost-Asien und Afrika.

Da Tuberkulose ansteckend ist, wurden in Cloppenburg 96 Kontaktpersonen der derzeit drei Erkrankten getestet, von ihnen erhielten 55 einen positiven Befund. Der Test fällt positiv aus, wenn jemand irgendwann im Laufe seines Lebens mit Tuberkulose in Kontakt gekommen ist. „Ein positives Testergebnis bedeutet nicht, dass die Person erkrankt oder ansteckend ist“, sagte die Sprecherin des niedersächsischen Landesgesundheitsamtes, Dagmar Ziehm. Allerdings sei der Anteil der positiv Getesteten ungewöhnlich hoch. „Wir hätten eher erwartet, dass bis zu 20 Prozent positiv getestet werden“, sagte Ziehm.

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