Die Grenze ist erreicht

Wasserverband appelliert: „Wir brauchen Augenmaß beim Verbrauch“

Joachim Oltmann (links) und Carsten Lückemeier vom Wasserverband Nienburg-Süd mit dem Leitungsplan der Region. - Foto: Heckmann
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Joachim Oltmann (links) und Carsten Lückemeier vom Wasserverband Nienburg-Süd mit dem Leitungsplan der Region. 

Uchte - Eigentlich ist Carsten Lückemeier ein gelassener Mann. Doch die anhaltende Trockenheit und vor allem die extreme Hitze der vergangenen Tage machen ihn, wie er sagt, „langsam etwas unruhig“. Lückemeier ist Anlagenverantwortlicher beim Wasserverband Nienburg-Süd. Er appelliert an die Bürger innerhalb des Fleckens Steyerberg und der Samtgemeinde Uchte, achtsam mit dem Wasser umzugehen. Das berichtet Unternehmenskommunikator Jens Heckmann in einer Pressemitteilung.

„Direkt knapp“ sei das Wasser nicht, sagt Lückemeier. „Aber seit die Temperaturen die 30-Grad-Marke überschritten haben, geht der Verbrauch durch die Decke.“ Joachim Oltmann, zuständig für die Trinkwasserversorgung beim Wasserverband, wird deutlicher: „Normalerweise füllen sich unsere Reinwasserbehälter über Nacht auf. Aber am Mittwoch mussten wir mit einem halb vollen Vorratsbehälter in den bis dahin heißesten Tag des Jahres starten.“

Das könne gefährlich werden. Oltmann: „Normalerweise decken wir auch den Feuerlöschschutz über entsprechende Reserven im Behälter ab. Das ist bei diesen Abnahmeverhältnissen zurzeit kaum möglich.“ Angesichts des schwachen Drucks riefen bereits Bürger beim Verband an. „Wir haben den Sachverhalt erklärt. Alle haben sehr verständnisvoll reagiert.“

Als es im Frühjahr große Hitze und anhaltende Trockenheit gegeben hatte, war man beim Wasserverband Nienburg-Süd noch optimistisch. „Andere Versorger bekamen da schon Schwierigkeiten“, weiß Joachim Oltmann. „Wir sind gut aufgestellt. Aber jetzt kommen auch wir an unsere Grenzen.“

Auf Restriktionen wolle der Verband gleichwohl verzichten. Oltmann appelliert deshalb an die Bürger, insbesondere die Bewässerung von Grünanlagen nachts abzuschalten. „Wir sollten uns angesichts der wochenlangen Trockenheit darauf besinnen, wofür wir das Lebensmittel Nummer eins brauchen“, sagt der Ingenieur. „In unserer Region liegt der Wasserverbrauch pro Kopf bei rund 115 Litern am Tag. Das haut ein Rasensprenger in einer halben Stunde durch!“

„Es wird niemand was sagen, wenn jemand mit der Gießkanne seine Blumen wässert“, betont Carsten Lückemeier. „Aber angesichts dieser extremen Wetterlage brauchen wir Augenmaß beim Wasserverbrauch.“

Lückemeier glaubt nicht, dass ein paar Hitzegewitter etwas Grundlegendes ändern werden. „Es soll weiter heiß und trocken bleiben. Darauf müssen wir uns einstellen.“

Quelle: kreiszeitung.de

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