Grundwasser im Landkreis Nienburg belastet

Hohe Aluminiumkonzentration

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Bei den Untersuchungen wurde der Grenzwert der Trinkwasserverordnung für Aluminium von 0,2 Milligramm pro Liter im Grundwasser teilweise deutlich überschritten.

Landkreis. Umweltschützer stellen bei ihren Untersuchungen hohe Aluminiumkonzentrationen im Grundwasser des Landkreises Nienburg fest.

„Hauptursache ist die Gülle der Massentierhaltungen“, erklärt Harald Gülzow Pressesprecher beim VSR-Gewässerschutz, der privat genutzte Brunnen im Raum Nienburg sowie Rehburg-Loccum untersuchte.

Bei den Untersuchungen im August und September wurde der Grenzwert der Trinkwasserverordnung für Aluminium von 0,2 Milligramm pro Liter (mg/l) im Grundwasser oft überschritten. Die höchste festgestellte Aluminiumkonzentrationen lag im Wasser eines Brunnens in Erichshagen. Sie überstieg mit 2,15 mg/l den Grenzwert um mehr als das Zehnfache. Weitere hohe Aluminiumwerte fanden die Gewässerschützer auch in Wietzen mit 0,25 mg/l, in Rohrsen mit 1,05 mg/l, in Holtorf mit 0,70 mg/l, in Steimbke mit 0,85 mg/l und in Loccum mit 0,45 mg/l. Aluminium kommt zwar überall im Boden vor, wird aber nur in saurem Grundwasser mit sehr niedrigen pH-Werten gelöst. Je kleiner dieser Wert ist, desto sauerer ist das Wasser. Der VSR-Gewässerschutz fand in etwa zwei Drittel der Proben pH-Werte unter dem Grenzwert der Trinkwasserverordnung von 6,5. Jede neunte lag sogar im Bereich unter 5,5. In derart saurem Wasser wird Aluminium gelöst. „Wir stellen entsetzt fest, dass das Grundwasser in den letzten zehn Jahren immer saurer wird“, berichtet Susanne Bareiß-Gülzow, Vorsitzende des VSR-Gewässerschutzes.

Harald Gülzow analysiert Wasserproben im Labormobil.

Eine Hauptursache ist den Umweltschützern zufolge die hohe Anzahl an Massentierhaltungen in Niedersachsen, durch die extreme Mengen an Ammoniak anfallen. Ammoniak entsteht, wenn sich Harnstoff oder Eiweiß in den Exkrementen der Nutztiere zersetzen. Im Stall oder bei der Düngung gelangt das Ammoniak in die Luft. Hier reagiert es mit anderen Gasen und bildet feinste Partikel. Dieser Feinstaub setzt sich mit der Zeit auf den Pflanzen und dem Boden ab oder wird mit dem Regen ausgewaschen. Auf dem Boden führt es dann zu einer schleichenden Versauerung. Je weiter der pH-Wert sinkt, umso mehr Aluminium wird im Boden gelöst.

Hohe Aluminiumkonzentrationen im Grundwasser schränken die Nutzungsmöglichkeiten des Brunnenwassers im Garten erheblich ein. Das Gießen schädigt die Pflanzen. Beim Befüllen des Teichs vergiften schon geringe Aluminiumkonzentrationen die Fische. Brunnenbesitzer, die erfahren wollen, ob ihr Wasser auch sauer ist und eine hohe Aluminiumkonzentration aufweist, können dem VSR-Gewässerschutz von Mai bis September eine Wasserprobe mit der Post zusenden. Weitere Informationen dazu gibt es online unter www.vsr-gewässerschutz.de.

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