Neue Nienburger Furt: „Keine Fehlplanung“

Überflutung des Radweges am Nienburger Südring bei Regen ist gewollt

Bürgermeister Henning Onkes und Michael Pohl auf dem Fahrrad.
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Problemlos lässt sich der überschwemmte Teil mit dem Rad durchqueren: Das beweisen Bürgermeister Henning Onkes und Michael Pohl in einem furchtlosen Selbstversuch.

Auf dem ersten Blick wirkt der neue überflutete Radweg südlich des Nienburger Südrings wie eine Fehlplanung. Das sei so gewollt, versichert die Stadt.

Nienburg - von Leif Rullhusen. Bei viel Regen wird der neue Radwag am Steinhuder Meerbach südlich des Nienburger Südrings regelmäßig zur Furt. Er steht unter Wasser. „Das ist kein Fall für Mario Barth, keine Fehlplanung“, versichert Nienburgs Bürgermeister Henning Onkes.

Überschwemmungsgebiet soll Hochwasserspitzen aufnehmen

Da die Stadt schon mehrfach auf die Überflutung angesprochen wurde, sah sie nun in Form eines Pressetermins Klärungsbedarf. Onkes sowie Claas Bigos und Michael Pohl vom Fachbereich Stadtentwicklung erläutern den Sinn des augenscheinlich zu tiefen Radweges. Er führe durch ein Retentionsbecken. Ein Überschwemmungsgebiet, das Hochwasserspitzen von den anliegenden Fließgewässern aufnehmen soll, verdeutlicht Pohl. Deshalb sei auch keine Aufschüttung möglich gewesen. „Dann könnte das Wasser weder in den Retentionsraum hinein- noch anschließend wieder abfließen.“ Entstanden ist die Fläche als Ersatz für ein Retentionsbecken, das dem Südring weichen musste.

Streckenführung ist als zusätzliche Alternative gebaut worden

Auch die Streckenführung ist gewollt. Sie ist als zusätzliche Alternative gebaut worden, um den Südring unter der Meerbachbrücke gefahrlos queren zu können. „Die Hauptstrecke ist der veschwenkte Nienburger Bruchweg“, verdeutlicht Bigos. Auch ein Steg oder eine Brücke über die Retentionsfläche seien nicht in Frage gekommen, betont Onkes. „Zu teuer. Außerdem haben Fluss, Flora und Fauna hier Priorität.“ Früher hätten die Menschen schließlich auch im Rhythmus der Weser gelebt. Und für Radler, die sich der Natur nicht unterordnen wollen, gäbe es ja eine alternative Route, ergänzt Bigos. Bislang endet der gut 300 Meter lange Radweg in beide Richtungen jeweils an einem Querweg. Im Zuge der Umsetzung des Projektes „Klimaachse Meerbach“, das unter anderem die weitere Renaturierung des Wasserlaufes beinhaltet, soll er aber verlängert werden. Im Norden bis über die Hannoversche Straße in die Segelwiesen, schwebt Onkes bereits vor.

Die Querung der neuen Nienburger Furt ist übrigens problemlos möglich, wie der Bürgermeister und Pohl in einem Selbstversuch bewiesen. Man bekommt höchstens nasse Füße.

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