Eltern wollen Schulen nicht sterben lassen

Unsicherheit über Zukunft der Grundschulen Drakenburg und Haßbergen

Heemsen - Von Johanna Müller. Schon jetzt ein Zeichen setzen – das haben sich Drakenburger Eltern zum Ziel gemacht. Rund 50 Aktive sind bereits Unterstützer der Interessengemeinschaft (IG), die sich für den Erhalt der Drakenburger Grundschule einsetzt.

Ob diese geschlossen wird, ist zwar noch offen. Doch durch die Abschmelzung der Oberstufe wird ab Sommer ein Trakt im Heemser Schulzentrum leer stehen. Daher besteht die Sorge, dass dort eine zentrale Grundschule geschaffen werden könnte und somit die Abc-Schützen nicht mehr in Drakenburg und Haßbergen beschult werden.

„Es sagt keiner offen heraus, aber die Schließung steht schon lange im Raum“, sagt Tobias Metje, der als Elternvertreter gemeinsam mit Anke Fedler am Dienstag die Entwicklungen bei einem Treffen der vorgestellt IG hat. Auch in Haßbergen hat sich bereits eine Gruppe gebildet, die dieser möglichen Entwicklung entgegenwirken möchte. „Gerade für Grundschüler ist es wichtig, feste Bezugspunkte zu haben. Sie profitieren davon, immer mit den gleichen Lehrern und Kindern zusammen zu sein“, sagt Metje.

"Die Grundlage für das gemeinsame Dorfleben fehlt“

Aber auch für ein Dorf sei eine Schule wichtig. Etwa Vereinen oder der Feuerwehr würde es noch schwerer fallen, an den Nachwuchs heranzutreten, wenn dieser nicht mehr im eigenen Ort unterrichtet werden würde. Die Kinder könnten so den Bezug zu ihrem Wohnort verlieren. „Damit fehlt die Grundlage für das gemeinsame Dorfleben“, gibt Metje zu bedenken. Ähnlich sieht das auch Samtgemeinderatsmitglied Thorben Andermann (WG), der neben der Drakenburger Bürgermeisterin Ute Paczkowski ebenfalls bei dem Treffen der IG war. „Man sagt nicht umsonst, ohne Schule stirbt das Dorf. Wir Drakenburger – oder auch die Haßberger – wollen das nicht mit uns machen lassen“, sagt Andermann, der selbst Vater ist.

Wie es nun mit den Schulen in der Samtgemeinde Heemsen weitergeht, soll ein Arbeitskreis klären. „Dieser Arbeitskreis heißt Schulentwicklung, nicht Schulschließung“, betont die Vertreterin des Samtgemeindebürgermeisters Bianca Wöhlke. Mit Blick auf die Schülerzahlenentwicklung, den Lehrermangel und den Leerstand in Heemsen soll dort darüber diskutiert werden, wie es mit den Schulen weitergehen kann. Die Gesamtsituation soll vom Schulausschuss sowie Lehrern und Eltern betrachtet werden. Insgesamt sind 28 Mitglieder aufgefordert, sich einzubringen. 

Die IG kritisierte zunächst die Zusammensetzung dieses Arbeitskreises, da sie die Position der Elternvertreter darin als zu schwach beurteilte. Nach der Samtgemeinderatssitzung am Donnerstagabend wurden allerdings einige Unklarheiten beseitig. Die Verwaltung erklärte, dass alle Gemeinden und Schulen beteiligt werden – wenn auch im Fall der Elternvertreter über die Samtgemeindeebene. Außerdem wurde deutlich, dass der Kreis alle Zeit erhalte, die er benötigt. Eine Empfehlung zum Sommer sei zwar wünschenswert, aber aufgrund des geringen Zeitraums nicht notwendig.

Der Arbeitskreis trifft sich erstmals in der kommenden Woche unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Die Drakenburger IG trifft sich wieder am 3. April um 19 Uhr in der Grundschule

Rubriklistenbild: © dpa-avis

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