Besuch bei Bäckereien in Hoya

Bäcker in der Corona-Krise: „Auf Hilfen der Politik können wir wohl nicht hoffen“

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Bei der Bäckerei Wende verkaufen die Mitarbeiter aktuell mehr Brot als noch vor der Krise.

Hoya - Die Auswirkungen der Corona-Krise machen in unserer Region vor allem kleinen, lokalen Betrieben zu schaffen. Dazu gehören auch die Bäckereien. Denn in ihrem Sortiment befinden sich mit Brot, Brötchen und Kuchen hauptsächlich frische Waren.

Wer jetzt „hamstert“, bevorratet sich jedoch neben Klopapier eher mit Produkten, die über einen längeren Zeitraum gelagert werden können. Darüber hinaus mussten die Cafés der Bäckereien schließen, um das Ansteckungsrisiko mit dem Coronavirus zu minimieren.

Letzteres ist auch für Bäcker Deicke in Hoya an der Lange Straße ein großes Problem. „30 bis 40 Prozent der Einnahmen erhalten wir dadurch, dass sich die Kunden bei uns in den Café-Bereich setzen“, erklärt Geschäftsführer Christian Deicke. Darüber hinaus äußerte er Bedenken über die Entwicklungen in den anderen in Hoya ansässigen Firmen: „Viele Mitarbeiter holen sich meist vor oder nach der Arbeit noch etwas bei uns raus, wenn ein Großteil von denen jetzt in den Urlaub geschickt wird, fehlen uns auch dort wieder die Einnahmen.“

Bäcker zu Corona-Krise: „Auf Hilfen der Politik können wir wohl nicht hoffen“

Auf die Frage, wie die Bäckerei den Verlust kompensieren möchte, antwortet er: „Das weiß ich derzeit auch noch nicht. Ich bin mit vielen Kollegen im Gespräch, aber auch die haben noch keine Lösung für dieses Problem gefunden“ und weiter: „Zu 100 Prozent ist der Verlust nicht ausgleichbar. Auf Hilfen der Politik können wir wohl auch nicht hoffen. Zwar können wir vergünstigte Kredite bekommen, diese müssen dann aber zusätzlich zu den eh schon hohen Belastungen zurückgezahlt werden.“

Das Sortiment bestehe weiterhin in unveränderter Form. Auch, wenn das Café geschlossen ist, würden Kunden trotzdem noch Kuchen kaufen und diesen dann allerdings zu Hause verzehren. Zudem überlegt das Deicke-Team halbgebackene Brötchen anzubieten, die dann daheim von den Kunden fertiggestellt werden können. „Unsere Qualität definiert sich jedoch durch das Backen in unserem Haus. Deswegen sind wir uns mit der halbgebackenen Variante noch unsicher“, erläutert Christian Deicke.

Der Café-Bereich bei der Bäckerei Deicke ist geschlossen. Das habe zu Umsatzeinbrüchen geführt.

Bäcker Deicke in Hoya: Trotz Coronavirus in Vollbesetzung

Momentan sei noch das ganze Personal beschäftigt. In der Filiale in Hoya sind das zwischen sieben und acht Mitarbeiter. „Wir organisieren gerade, dass jeder seine Überstunden abbaut und überschüssigen Urlaub nimmt“, sagt er. Zu weiteren personellen Entwicklungen konnte Deicke noch nichts sagen.

Bei der Bäckerei Wende sieht die Situation jedoch ganz anders aus. „Bei uns hat sich nichts groß geändert“, sagt Geschäftsführer Lothar Wende. Zwar habe er die Cafés an den Standorten Bücken und Schweringen schließen müssen, einen wesentlichen Einbruch im Umsatz gebe es dadurch jedoch nicht. „In Bücken ist der Bereich beispielsweise sehr klein. Deswegen fallen nur knapp fünf Prozent des Umsatzes aus“, erläutert er.

Die Bäckerei beliefert zudem den Wecholder Kindergarten sowie das Technische Hilfswerk Hoya und den „Elternkiosk“ am Schulzentrum in Hoya. Diese Einnahmen würden durch die Schließungen ebenfalls wegfallen. „Mir ist allerdings aufgefallen, dass die Kunden aktuell mehr Brot als noch vor der Corona-Krise kaufen“, meint Wende. Weitere Beobachtung ist, dass der Sonntagsverkauf zurückgegangen sei, da die Menschen ihre Besorgungen meist bereits am Samstag erledigen würden.

Coronavirus in Hoya: Bei Bäckerei Wende nur „geringe Umsatzeinbrüche“

Die „geringen Umsatzeinbrüche“ würden sich nicht auf das Personal auswirken. In Bücken arbeiten weiterhin vier Bäcker, zwei Verkäufer und der Geschäftsführer. Am Standort in Schweringen sind sechs Kräfte – teilweise in Teilzeit – weiterbeschäftigt. „Wir machen normal weiter“, sagt Lothar Wende. Auch im Sortiment gebe es keine gravierenden Veränderungen.

Zur Situation der Bäckerei Uhde aus Hoya können keine Angaben gemacht werden. Die Geschäftsführerin stand für ein Interview nicht zur Verfügung.

Quelle: kreiszeitung.de

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