„Rätselraten“ um den neuen Samtgemeindebürgermeister / Parteien halten sich bedeckt

Verwaltungschef gesucht

Das „Rätselraten“ hat begonnen: Wer leitet nach der Wahl zum Samtgemeindebürgermeister die Verwaltung der zusammengeschlossenen Samtgemeinde Grafschaft Hoya ?

Hoya - (lil/kap) · Nachdem Samtgemeindebürgermeister (SGB) Wolfgang Rustemeyer am Dienstag bekannt gegeben hatte, dass er nicht wieder für das Amt des SGBs zur Verfügung stehen werde (wir berichteten), beginnt bei den Bürgern der Samtgemeinden Eystrup und Hoya das große „Rätselraten“ um den Kandidaten für die neue Samtgemeinde Grafschaft Hoya.

Zwei Namen sind es, die die Gerüchteküche immer wieder „serviert“: Wilhelm Schröder (CDU) und Arne Henrik Meyer (SPD).

Letztgenannter wusste bisher noch gar nichts von seinem „Glück“. Auf telefonische Nachfrage erklärte er, von diesen Gerüchten zum ersten Mal zu hören. „Solche Diskussionen haben wir noch nicht geführt“.

Wilhelm Schröder, CDU-Fraktionsvorsitzender und Bürgermeister des Fleckens Bücken, hielt sich auf Nachfrage zu einer möglichen Kandidatur zurück. „Der CDU-Samtgemeindeverband wird sich Gedanken machen“, sagte er. Dies werde bei der Versammlung der Parteimitglieder beider Samtgemeinden am 9. Februar geschehen. Schröder wünscht sich von einem SGB-Kandidaten neben fachlicher Eignung, dass dieser einfühlsam sei. „Es ist wichtig, dass der SGB die Ratsmitglieder als ernstzunehmende Personen sieht. Die Zusammenarbeit zwischen Verwaltung und Rat darf nicht nur einseitig sein.“

Günter Kesebom aus Hassel, Vorsitzender der Unabhängigen Wählergemeinschaft (UHWG), sagte, seine Fraktion habe erst im Februar eine Versammlung und werde sich dann neu „gruppieren“. Aus den Reihen der Wählergemeinschaft gebe es keinen Kandidaten zu erwarten, denn diese sei „zu schwach aufgestellt“.

Die Situation nach der Entscheidung Rustemeyers müsse erst analysiert werden, gab der Eystruper Manfred Ernst (SPD) auf telefonische Nachfrage zu Protokoll.

„Zu gegebener Zeit“ wolle Hoyas SPD-Ortsverbands Vorsitzender Lars Grotheer in Zusammenarbeit mit dem Eystruper SPD-Ortsverein einen „geeigneten Kandidaten präsentieren“. „Wir streben vielleicht einen überparteilichen Konsens an“, gab er an.

Auch aus dem Lager der „Grünen“ ist zum derzeitigen Stand nach Angaben von Frank Lange wohl kein Bewerber zu erwarten.

Was sich der eine oder andere außerdem fragen mag: Was sind die Aufgaben eines Samtgemeindebürgermeisters und welche Qualitäten müssen die Bewerber für dieses Amt mitbringen?

„Der große Unterschied zwischen einem Gemeindebürgermeister und einem Samtgemeindebürgermeister ist, dass der SGB gleichzeitig Chef der Verwaltung ist“, erklärte Eystrups Verwaltungs- chef Werner Ahlborn. Er sei „Chef aller öffentlichen Einrichtungen wie etwa Schulen und Kindergärten und ihren Mitarbeitern.“

„Der SGB hat alles an den Hacken“, stellte er mit einem Augenzwinkern fest. Während der Gemeindebürgermeister zwar beispielsweise auch Ratssitzungen seiner Gemeinde leite, habe er hauptsächlich eine repräsentative Funktion – diese habe der SGB zusätzlich zu seinen Verwaltungsaufgaben.

Wer sich für das Amt des SGBs aufstellen lassen möchte, müsse nach Paragraph 61 der Niedersächsischen Gemeindeordnung (NGO) das 23. Lebensjahr vollendet haben, dürfe aber nicht älter als 64 Jahre sein, erklärte Uwe Back, Leiter des Hoyaer Amts für Leistungs- und Ordnungsverwaltung. Bedingung sei außerdem eine deutsche beziehungsweise Staatsangehörigkeit in einem EU-Mitgliedstaat. Parteilose Bewerber müssten für die Zulassung zur Wahl fünfmal so viele Unterschriften sammeln wie Mitglieder im Samtgemeinderat sitzen.

Des Weiteren sei die Ausbildung des Kandidaten nicht relevant genau so wenig wie sein Wohnort. Er brauche auch keine Ausbildung in der Verwaltung, es reiche aus, wenn sein Stellvertreter diese habe.

Quelle: kreiszeitung.de

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