Vielsaitige Single-Songwriterin

Hoyaerin Christina Blankenburg beweist bei Konzert ihr Können

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Der Kontrabass war eins der Instrumente, die Christina Blankenburg am Freitagabend in der Martin-Luther-Kirche in Hoya spielte, ebenso wie die Nyckelharpa (rechts).

Hoya - Von Horst Friedrichs. Ihre eigenen Infos im Internet: Single-Songwriter ist sie, Muttitasking betreibt sie, und sie ist vielsaitig mit bässerer Hälfte. Vier von den vielen Saiten, die sie streicht oder zupft, bespielte Christina Blankenburg am Freitagabend in der Hoyaer Martin-Luther-Kirche auf ihrem Kontrabass. 

Ein Instrument, das sie um Kopfeshöhe überragt – und nicht das einzige. Dazu ihr Gesang, deutsch getextet und vorgetragen von einfühlsam bis herausfordernd, von wortspielerisch vieldeutig bis mitreißend. Die Hoyaerin begleitet sich auch noch mit sechs stählernen Saiten auf der akustischen Gitarre sowie mit 16 weiteren auf einem Instrument, das sich Nyckelharpa nennt und das aussieht wie von einer Zeitreise ins Mittelalter mitgebracht.

Für die rund 60 Zuhörer, die am Freitagabend ihr Konzert besuchten, erzeugte „Dieblankenburg“ – wie sie sich im Internet nennt – mit minimalen und doch virtuos bedienten Mitteln einen Rhythmus, der anfeuernd wirkte – von den Fußspitzen bis zu den Haarwurzeln, was sich an entsprechenden „taktvollen“ Bewegungen in den Sitzreihen ablesen ließ.

Ansteckende Heiterkeit

Christina Blankenburgs Lieder, aus dem Leben gegriffen und mit Erfahrungswerten ebenso gespickt wie mit ansteckender Heiterkeit, füllten mühelos und mit Leichtigkeit die angekündigte Bandbreite von lyrisch bis garstig aus, und auch die federleichten und leisen Pointen blieben nicht aus.

Ihren Rhythmus gab sich Christina Blankenburg mit einem mechanischen Metronom vor, doch der instrumentale Rhythmus, den sie daraus mit Gitarre, Bass und Nyckelharpa entwickelte, war alles andere als mechanisch – anfeuernd vielmehr und Begeisterung erzeugend.

Nicht minder eindrucksvoll erfreute „Dieblankenburg“ ihr Publikum mit einer sanften Singstimme, die Höhen und Tiefen über Oktaven hinweg souverän bewältigte.

Fiedelhafte und geschichtsträchtig anmutende Klänge brachte Christina Blankenburg mit der Nyckelharpa auf die Altarraumbühne der Martin-Luther-Kirche. Eine Freundin hat das außergewöhnliche Instrument für sie gebaut, verriet die vielseitige Hoyaer Musikerin, und ihre Liedtexte bezeichnete sie als von einer „Kontermutter ohne Maulschlüssel“ stammend.

Klangbild und Stimmung vergangener Zeiten

„Nyckelharpa“ ist schwedisch und bedeutet „Schlüsselharfe“. Im Deutschen wird das Instrument auch Schlüsselfiedel oder Tastenfiedel genannt, weil die Saiten über Tasten, sprich Schlüssel, verkürzt werden.

Mit einem kurzen Bogen gestrichen, führte Christina Blankenburg auf beeindruckende Weise den Klang der Nyckelharpa vor, bestechend durch eine Kombination aus melodisch und rhythmisch gestrichenen Saiten. Auf eigentümliche Weise erzeugte die Musikerin damit ein Klangbild und eine Stimmung vergangener Zeiten.

Anhaltender Applaus des Publikums überzeugte Hoyas evangelischen Pastor Andreas Ruh zum Abschluss des Konzerts, zur Gitarre zu greifen und gemeinsam mit Christina Blankenburg ein „Weinlied“ zu spielen.

Quelle: kreiszeitung.de

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