Bauarbeiten im Kloster Loccum beginnen

Kloster-Vikare gehen, Handwerker kommen

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Oliver Wolf (links) und Karsten Sierk sperren den Durchgang zum Konventsgebäude des Klosters ab.

Loccum - Von Beate Ney-Janßen. Im Kloster Loccum werden Zäune gezogen. Mit dem Beginn umfangreicher Bauarbeiten auf dem Klostergelände werden etliche Wege in den kommenden zwei Jahren nicht öffentlich zugängig sein.

Im Foyer des Predigerseminars hallt es. Die alte Pendeluhr fehlt ebenso wie der schwere Holztisch mit der kleinen Sitzbank. Während dort gähnende Leere herrscht, breiten Bauarbeiter im Raum nebenan Folie aus. Für rund zwei Jahre richten sie sich darauf ein, das Kloster als Arbeitsplatz zu haben. Diejenigen, die sich ansonsten dort aufhalten – in erster Linie die Vikare des Predigerseminars – haben ihren Platz geräumt. Statt im Kloster Loccum findet die Ausbildung der Vikare ab sofort in der benachbarten Evangelischen Akademie und in der Heimvolkshochschule Loccum statt.

Die Menschen sind gegangen, sämtliche Möbel ausgelagert und auch die rund 80 000 Bände, die die Klosterbibliothek umfasst, haben schon eine Reise gen Hannover angetreten, wo sie während der Bauzeit eingelagert werden. Ein wenig gespenstisch wirkt die Szenerie in Konventsgebäude und Bibliothek an diesem ersten Tag der Bauarbeiten. Noch ist der Baulärm gering, die Leere und die beginnende Veränderung dafür umso spürbarer.

Noch ist eine Ausgrabungsstelle in Priors Garten zu sehen – dort wird demnächst der Neubau an die Bibliothek entstehen.

Das Konventsgebäude soll saniert werden, dieBibliothek bekommt einen Neubau. Im Hinterhof des Hauses, in dem Klosterförster Karsten Sierk lebt, steht ein neues Gästehaus für Vikare schon nahezu vollendet da. Mit diesen ganzen Vorhaben ist das Kloster Loccum derzeit die größte Baustelle der Landeskirche Hannover.

Stiftskirche bleibt geöffnet

Auswirkungen werden diese Vorhaben allerdings nicht nur auf die Bediensteten des Klosters haben, sondern auch auf alle, die das Kloster besuchen möchten. Oliver Wolf, technischer Mitarbeiter im Amt für Bau- und Kunstpflege der Landeskirche, redet aber zunächst darüber, welche Auswirkungen die Baumaßnahmen nicht haben werden. Die Stiftskirche, sagt er, bleibe während der gesamten Bauzeit offen und nutzbar, ebenso wie einer der vier Kreuzgang-Gänge. Und auch zwei der kleinen Kapellen, die von diesem Kreuzgang abzweigen, sollen weiterhin offen sein. Die Bilder des Künstlers Hermann Buß in der Johannes-Kapelle können angesehen werden. Und auch die wundervolle Akustik des Kapitelsaals soll uneingeschränkt erlebbar bleiben. Wo genau die Wand gezogen werden soll zwischen Bauarbeiten und öffentlich zugänglichem Bereich ist lange diskutiert worden. So, meint Wolf, hätten sie einen guten Kompromiss gefunden.

Was ebenfalls weiterhin angeboten wird, sind die Führungen durch das Kloster. Einige Räume können selbstverständlich nicht gezeigt werden. Das Erlebnis des Klosters soll aber so wenig wie möglich beeinträchtigt werden. Nutzbar und zugängig bleiben zudem die drei Friedhöfe und die Friedhofskapelle auf dem Klostergelände. Durch die Klosterpforte können sie wie auch die Kirche erreicht werden.

Weg am Konventsgebäude auf jeden Fall dicht

Gesperrt sein werden dann aber doch einige Wege. In erster Linie ist der Weg am Konventsgebäude entlang zu nennen. Die üblichen Pfade – Kirche links liegen lassen, am Konventsgebäude vorbei und dann entweder nach rechts zum Brauteich schwenken oder links an Zehntscheune und Priors Garten vorbei zum Klosterforst oder zu der Akademie gehen – werden mit Bauzäunen versperrt. Wer das rückwärtige Klostertor am Pilgerhaus wählt, kann allerdings immer noch zum Brauteich kommen und dort die Enten füttern. Von der Akademie zum Kloster muss nun aber der Weg durch das Dorf Loccum oder ein längerer Weg durch den Forst gewählt werden. Und wer im Klosterforst spazieren gehen will, parkt künftig gleich an der Akademie – wo die Erweiterung des Parkplatzes in vollem Gang und in absehbarer Zeit vollendet ist. Große Veränderungen bringen eben kleine Einschränkungen mit sich.

Quelle: kreiszeitung.de

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