Corona-Krise könnte weitere Filialschließungen nach sich ziehen

Pandemie beschleunigt Trends im Bankensektor

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Die Nienburger Volksbank hat aktuell noch zwölf Filialen.

Nienburg - von Leif Rullhusen. Erst im vergangenen Jahr schloss die Nienburger Volksbank zahlreiche Filialen. Die Corona-Krise könnte weitere nach sich ziehen.

Im vergangenen Jahr schloss die Nienburger Volksbank, vor allem aufgrund zunehmender Digitalisierung, zehn Filialen – acht davon im Landkreis Nienburg. Die Corona-Pandemie könnte diese Entwicklung anfeuern. „Wir gucken uns unser Filialnetz jedes Jahr genau an“, erklärt Volksbank-Vorstand Markus Strahler bei der Präsentation der Zahlen für das zurückliegende Geschäftsjahr. „Jetzt müssen wir intensiver gucken. Wir werden sehen, wohin die Reise geht“, lässt Vorstandskollege Holger Hinrichs Platz für Spekulationen. Zwölf Geschäftsstellen hat die Nienburger Volksbank derzeit noch.

Corona-Krise beschleunigt Trend zur Digitalisierung

Durch die Corona-Krise habe sich der Trend zur Digitalisierung nochmals beschleunigt, berichtet der Volksbank-Vorstand. Entsprechend habe der Publikumsverkehr in den Filialen weiter abgenommen. Deutlich hätten sich sehr viele Verhaltensweisen der Kunden in den zurückliegenden Monaten verändert. Insbesondere die Trends im Umgang mit Bargeld und digitalen Zahlungs- sowie Servicemöglichkeiten hätten sich beschleunigt. Während die Nachfrage nach Dienstleistungen und Angeboten der digitalen Filiale sich spürbar erhöht hätte, sei die Nutzung der Geldautomaten um rund ein Drittel gesunken.

Banken kämpfen mit niedrigen Zinsen

Eine weitere Entwicklung auf dem Geldmarkt werde durch die Pandemie ebenfalls forciert. Seit Jahren kämpfen die Kreditinstitute mit niedrigen beziehungsweise negativen Zinsen. „Ich gehe davon aus, dass wir uns aufgrund der Krise noch viele Jahre in diesem Zinsniveau tummeln werden“, vermutet Markus Strahler. Das Problem für die Volksbank: Die Spanne zwischen Guthaben- und Kreditzinsen sinkt. Mit einem Plus von über 10 Prozent im Kundenkreditgeschäft auf 793 Millionen Euro ist der Vorstand durchaus zufrieden. Die Bilanzsumme stieg um 3,8 Prozent auf 1 193 Millionen Euro, das betreute Kundenvolumen wuchs um 7,7 Prozent auf insgesamt 2 340 Millionen Euro. „Trotzdem nehmen wir deutlich weniger ein“, verdeutlicht Holger Hinrichs. „Das Volumen wächst und die Zinssumme geht runter.“

Vorstand mit Sicherheitsabstand (v.l.): Joachim Meyer, Markus Strahler, Holger Hinrichs und Vorstandsreferentin Kerstin Ballmann. Auf dem Foto fehlt urlaubsbedingt Vorstand Wolfgang Tonne.

Um diesen Trend aufzufangen, setzt die Volksbank Nienburg auf neue Geschäftsfelder. Ende vergangenen Jahres hat die Bank „Geno-Invest“ ins Leben gerufen. Investitionen in Immobilien sollen die Ertragssituation des Kreditinstituts unabhängiger von der Zinssituation machen. Die Volksbank will unter anderem mehr Immobilien in ihren Bestand aufnehmen und selbst vermieten. „Das versuchen wir in dieser Region zu machen“, betont Markus Strahler.

Liquiditätsbedarf bei einigen Geschäftskunden

Relativ wenig Auswirkungen habe die Corona-Pandemie bislang auf das Kundengeschäft, berichtet der Vorstand. Die Krise habe bei einigen Geschäftskunden zu Liquiditätsbedarf geführt, auf den die Bank schnell und unbürokratisch reagiert habe. Im Privatkundenbereich sei kaum etwas zu spüren gewesen. „Das private Immobiliengeschäft läuft sogar nahtlos weiter“, berichtet Markus Strahler. Dort erwartet er auch auf längere Sicht aufgrund der niedrigen Zinsen keine Einbrüche.

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