Organisation Peta kürt Nienburger Veterinäramt zu einem der besten

„Vorbildlicher Einsatz für den Tierschutz“

Diese Katze hatten die Nienburger Amtstierärzte mit neun weiteren aus dem völlig verwahrlosten Haus gerettet.

Landkreis Nienburg - Die Tierschutzorganisation Peta hat die besten und schlechtesten deutschen Veterinärbehörden 2017 gekürt. Berücksichtigt wurden Ämter, die den Tierschützern besonders positiv oder negativ aufgefallen waren, nachdem sie von Peta über einen Missstand informiert worden waren. Auf der Liste der fünf tierfreundlichsten Veterinärämter steht auch die Nienburger Behörde.

Grund dafür ist laut Mitteilung Petas der vorbildliche Einsatz für den Tierschutz. Zehn Katzen hätten die Amtstierärzte nach einem Hinweis der Organisation im vergangenen Jahr in einem Haus in Rehburg-Loccum beschlagnahmt. Die Samtpfoten seien dort zwischen Müllbergen, Exkrementen und bereits verwesenden Katzenwelpen fast gänzlich auf sich allein gestellt gewesen. Zudem hätten die Katzen in ständiger Dunkelheit leben müssen, da die Rollläden permanent heruntergelassen gewesen sei, berichtet Peta. Der Halter kam demnach nur ab und zu vorbei. Gegen ihn habe die Behörde Strafanzeige erstattet, eine Geldstrafe und ein Tierhalteverbot seien die Folge gewesen. Die Katzen wurden zwischenzeitlich fast alle vermittelt.

„Dank der Amtstierärzte konnten die Katzen aus dem Horrorhaus befreit werden“, lobt Jennifer Kuret, Koordinatorin für Missstandsmeldungen bei Peta, das Vorgehen des Nienburger Veterinäramtes. „Wir hoffen, dass andere Behörden diese Leistung als Ansporn nehmen und sich künftig ebenso engagiert für Tiere einsetzen.“

Veterinärämter sind für die Überwachung und den Vollzug des Tierschutzgesetzes in Deutschland zuständig. Peta meldet den Behörden nach eigenen Angaben jeden Monat zahlreiche Fälle von Tierquälerei und kontrolliert, ob und wie die Behörden tätig werden. Während in vielen Fällen in Zusammenarbeit mit Amtstierärzten sehr gute Erfolge für die Tiere erzielt würden, gebe es noch immer zu viele Behörden, die das Tierschutzgesetz und die entsprechenden Verordnungen und Richtlinien nicht umsetzten, beklagen die Tierschützer. Ein Grundproblem ist laut Peta das Fehlen einer neutralen Aufsichtsbehörde, die schlecht arbeitende Amtstierärzte kontrolliert.

Seit 2012 kürt die Tierrechtsorganisation jährlich die aus Tierschutzsicht positiv oder negativ aufgefallenen Veterinärämter. Im Ranking werde stets die gesamte Behörde genannt, auch wenn oftmals einzelne Amtstierärzte positiv oder negativ hervorstächen, erklärt Peta.

„Zeugen von Tierquälerei sollten sich an die zuständige Veterinärbehörde ihrer Stadt oder ihres Landkreises wenden“, fordert die Organisation auf. Beobachtungen sollten detailliert und sachlich zusammengefasst werden. Besonders hilfreich sei Bild- und Videomaterial. Nach der Meldung beim Veterinäramt sollten Zeugen unbedingt so lange nachhaken, bis der Missstand beseitigt sei, empfiehlt Peta. Das könne ermüdend sein, sei aber oft die einzige Chance für das jeweilige Tier.

Quelle: kreiszeitung.de

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