Vortrag zu „Altersarmut ist weiblich“ / Besucherin: „Leidiges Thema“

„Wir denken erst an unsere Familie, dann an uns“

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Die Organisatorinnen des Abends: (von links) Claudia Bartels, Roswitha Reiß, Annlis Schoeps und Petra Knake.

Bücken - Von Rike Schockenhoff. Immer mehr Frauen in Deutschland leben im Alter in Armut oder geraten in finanzielle Schwierigkeiten. Der Landfrauenverein und der Ortsverband Hoya des Sozialverbands (SoVD) haben sich zusammen getan, um das Bewusstsein für dieses gesellschaftliche Problem zu schärfen. Sie luden jetzt zu einem Vortrags- und Gesprächsabend in das Gasthaus Thöle ein.

Roswitha Reiß, stellvertretende Landesfrauensprecherin des SoVD, war aus Göttingen gekommen, um zum Thema „Altersarmut ist weiblich“ zu sprechen. Unterstützt wurde sie dabei von Annlis Schoeps und Petra Knake aus dem SoVD Hoya. Claudia Bartels hatte im Vorfeld die Arbeit der Landfrauen vorgestellt.

Beide Vereine haben viel gemeinsam, hatten die Frauen bei der Vorbereitung des Abends bemerkt. Sie kümmern sich um die Vernetzung von Frauen, um die Vertretung von deren Interessen in der Öffentlichkeit und politischen Gremien und kämpfen für die Chancengleichheit zwischen den Geschlechtern – und doch sind beide Vereine eher dafür bekannt, dass sie sich um die Freizeitgestaltung kümmern. Den Abend nutzten die Landfrauen- und SoVD-Vertreter deshalb auch, um aufzuzeigen, dass es vor Ort Anlauf- und Beratungsstellen bei Problemen gibt.

Um die familiären Verpflichtungen erfüllen zu können, seien viele Frauen nach der Geburt ihrer Kinder an Jobs mit geringer Stundenzahl interessiert, sagte Roswitha Reiß. Junge Frauen heutzutage hätten außerdem oft keine andere Chance als Minijobs anzunehmen.

Der SoVD setze sich für eine flächendeckende Kinderbetreuung ein, genauso wie für eine Gesetzgebung, dass Männer und Frauen gleich bezahlt werden. Die Erhöhung der Rente für Frauen, die vor 1992 Kinder bekommen hatten, war in der jüngsten Zeit das große Ziel der SoVD-Frauengremien gewesen. Auch die Hoyaer Mitglieder hatten dafür Unterschriften gesammelt.

Im Anschluss an Reiß‘ Vortrag gab es eine offene Gesprächsrunde, bei der einige Frauen ihre Wut über die seit Jahren unveränderte finanzielle Situation von Frauen äußerten. Eine Zuhörerin schlug vor, den Abend als Erinnerung an das leidige Thema Altersvorsorge zu verwenden. „Wir Frauen haben viel zu tun, wir denken für andere mit und kümmern uns zuerst um unsere Familie und dann um uns. Da denkt man nicht an die Rente.“

Quelle: kreiszeitung.de

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