Feuerwehrleute ablösen 

Brände in Schweden: Niedersachsen will neue Helfer aus Nienburg schicken

Waldbrand-Bekämpfung: Deutsche Feuerwehr hilft in Schweden
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Bereits am vergangenen Wochenende sind Feuerwehrleute nach Schweden aufgebrochen. 

Nienburg - Im Kampf gegen die verheerenden Waldbrände hat Schweden um weitere Unterstützung aus Niedersachsen gebeten.

Aus dem Landkreis Nienburg stünden dazu Feuerwehrleute bereit, teilte das Innenministerium am Freitag mit. Sie sollen Anfang kommender Woche aufbrechen, um ihre Kameraden abzulösen. Seit Montag befinden sich bereits 52 Helfer der Kreisfeuerwehr Nienburg sowie des Deutschen Roten Kreuzes in der am stärksten betroffenen Region Dalarna.

„Ich bedanke mich schon jetzt für den Einsatz, den die Kameraden in Schweden geleistet haben, und wünsche den Austauschkräften ebenso viel Erfolg und hoffe, dass auch sie am Ende gesund und unverletzt zurückkommen", sagt Niedersachsens Minister für Inneres und Sport, Boris Pistorius.

Schweden hatte Deutschland in einem sogenannten Hilfeleistungsersuchen um Hilfe gebeten. Im Rahmen des EU-Gemeinschaftsverfahrens gab es nun die Bitte, den Unterstützungseinsatz um eine Woche bis zum 5. August zu verlängern. Deshalb werden laut Ministerium die Kräfte vor Ort ausgetauscht, wenn über den Bund ein Amtshilfeersuchen mit der Zusage der Kostenübernahme eingeht.

Feuer in Schweden geht zurück

Nach mehr als 40 Bränden unter der Woche geht die Zahl der Feuer in Schweden langsam zurück. Zuletzt brannte es laut Notrufzentrale noch an 17 Stellen. Vor allem in Südschweden bleibe das Brandrisiko extrem, erklärte der Katastrophenschutz. Für den Freitag wurde noch mit einem sehr heißen Tag gerechnet, bevor es am Wochenende zumindest in Teilen des Landes kräftig regnen soll.

Bomben gegen Feuer

Die Waldbrände in Schweden sind teilweise so schwer zugänglich, dass die Rettungskräfte zu ungewöhnlichen Mitteln greifen: Am Mittwoch warfen zwei Militärflugzeuge eine Bombe über einem der Feuer ab. Die Explosion verdränge den Sauerstoff und die Druckwelle sorge dafür, dass die Flammen im Umkreis von 100 Metern ausgingen, sagte ein Sprecher schwedischen Medien. Das habe auch gut funktioniert.

Diese Aktion hat auch die Kreis-Nienburger Einsatzkräfte betroffen. Der Tag begann für sie mit einer Evakuierung des Lagers in Särna. Diese war aufgrund der neuen Einsatztaktik nötig, berichtet das Innenministerium. Außerdem wurde damit eine Not evakuierung geübt. Denn es sei weiterhin möglich, dass das Feuer das Lager widererwartend erreicht. 

Ab der Mittagszeit befanden sich die Kräfte aus dem Landkreis dann im Brandbekämpfungseinsatz, der auch in den folgenden Tagen weitergeführt wurde. Mit Kettenfahrzeugen wurden die Kräfte an die Brandfront gebracht, da es in Schweden wenig bis keine Wald- infrastruktur wie in Niedersachsen gibt. Der heideähnliche Untergrund sei mit den mitgebrachten Fahrzeugen nicht sicher befahrbar.

Kreis-Nienburger kämpfen gegen Waldbrände in Schweden

Antreten der Kreis-Nienburger Einsatzkräfte zur Begrüßung durch den Rettungsleiter Feuerwehr Schweden. © Innenministerium Niedersachsen
Bernd Fischer, Taktischer Einsatzleiter Feuerwehr Niedersachsen, Johan Szymaniski, Rettungsleiter Feuerwehr Schweden, Martin Voss, Gesamteinsatzleiter Feuerwehr Niedersachsen beim Blick in ein nds. Tanklöschfahrzeug. © Innenministerium Niedersachsen
Kämpfen gemeinsam gegen die Waldbrände (von links): Peter Bäcke, stellvertretender Rettungsleiter Feuerwehr Schweden, Martin Voss, Gesamteinsatzleiter Feuerwehr Niedersachsen. © Innenministerium Niedersachsen
Kämpfen gemeinsam gegen die Waldbrände (von links): Bernd Fischer, Taktischer Einsatzleiter Feuerwehr Niedersachsen, Johan Szymaniski, Rettungsleiter Feuerwehr Schweden, Martin Voss, Gesamteinsatzleiter Feuerwehr Niedersachsen, Peter Bäcke, stellvertretender Rettungsleiter Feuerwehr Schweden. © Innenministerium Niedersachsen
Blick in die Einsatzküche der Niedersachsen.  © Innenministerium Niedersachsen
Brände in Schweden
Der Einsatzleiter für die Kreis-Nienburger, Brandrat Martin Voß, verschafft sich im Hubschrauber einen Überblick. © Innenministerium Niedersachsen
Martin Voss, Einsatzleiter der Niedersächsischen Einheit, erläutert den freiwilligen Einsatzkräften vor Abfahrt an der Feuerwehrtechnischen Zentrale die aktuelle Lage. © Feuerwehr / Marc H enkel
Die Nienburger Einsatzkräfte auf ihrem Weg durch Schweden. © Innenministerium Niedersachsen

Die Zusammenarbeit zwischen den schwedischen und deutschen Feuerwehrleuten funktioniere hervorragend, heißt es aus dem Ministerium. „Auch technische Schwierigkeiten, wie nicht kompatible Kupplungen konnten mit einigem Erfindergeist schnell gelöst werden. Hier tat sich die technische Versiertheit der Nienburger Kreisfeuerwehr hervor“, berichtet ein Sprecher. 

Weitere Informationen zum Einsatz in Schweden werden auch auf der Facebook-Seite „Ja zur Feuerwehr“ veröffentlicht, die zum Innenministerium gehört.

jom/dpa

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