Ehepaar verkaufte Yacht, obwohl sie bereits einer Bank gehörte / Freiheitsstrafen mit Bewährung

Waren die Besitzverhältnisse unklar ?

Hoya - HOYA/SYKE (nie) · Die Yacht vom Typ „Hoya“ gehörte dem Ehepaar, das in Hoya im Industriegebiet an der Weser ein maritimes Unternehmen besaß, nicht mehr.

Eine Bank hatte das Boot 2009 bei einer Zwangsversteigerung erworben und war im Schiffsbrief auch als Eigentümer eingetragen. Das hinderte das Paar aber nicht, die Yacht im Dezember 2009 für rund 115 000 Euro an einen Apotheker (64) aus Greven zu verkaufen. Das Geld (110 000 Euro, 5 000 Euro des Kaufpreises behielt der Käufer ein) floss über das Konto eines Dortmunder Schiffsmaklers. Der übergab es dem Ehepaar nach Abzug seiner Kosten im Januar 2010 in Bochum in bar.

Wegen Betrugs hatte sich das im Raum Syke lebende Ehepaar jetzt vor Strafrichter Christoph Kellermann im Amtsgerichts Syke zu verantworten. Der verurteilte die Ehefrau zu elf Monaten und den Ehemann zu neun Monaten Gefängnis. Einbezogen wurde in die Urteile eine Verurteilung (Geldstrafe) durch das Amtsgericht Syke wegen Vollstreckungsbruch. Das Gericht setzte die Freiheitsstrafen zur Bewährung aus Die Ehefrau (61) muss 100 Arbeitsstunden ableisten. Der Staatsanwalt hatte für sie ein Jahr Gefängnis gefordert und für den Ehemann (70) Freispruch. Bei ihm sah er die Beweise zur Verurteilung als nicht ausreichend an.

Das sah der Strafrichter anders. Er war überzeugt, dass der Angeklagte sehr wohl über die Eigentumsverhältnisse Bescheid wusste.

Der betrogene Apotheker hat die Yacht nicht mehr. Sie wurde von der Eigentümerin, der Bank, mit Hilfe der Polizei in Bergkamen am Liegeplatz sichergestellt und soll wieder zum Verkauf stehen. Der Apotheker hat 110 000 Euro verloren. Als Zeuge sagte er aus, er habe sich zur Ruhe setzen und mit der Yacht fahren wollen. Im Strafprozess zeigte sich die Ehefrau (sie erstattete bei der Polizei in Syke Selbstanzeige) geständig. Sie sei in der Firma in Hoya für das Geschäftliche zuständig gewesen, der Ehemann für den technischen Bereich.

Die Yacht stammte aus dem Betrieb in Hoya. Das Ehepaar hatte sie 2006 mit Finanzierung der besagten Bank zurückgekauft. Die Angeklagte gab an, dass sie der Bank ihre Schuld nicht habe zahlen können, weil das Finanzamt „die Hand auf dem Konto“ gehabt habe. Die Frau gab auch zu, dass sie an der Identifikationsnummer der Yacht sowie an den beiden Motoren manipuliert hatte. Während die Yacht zunächst den Namen „Arka“ getragen hatte, hieß sie beim Verkauf „Allerella“.

Der Ehemann, a dessen Namen das Unternehmen in Hoya lief, antwortete auf die Frage des Richters, was er von den Eigentumsverhältnissen des Schiffs gewusst habe: „So gut wie nichts.“ Er sei überzeugt gewesen, Eigentümer zu sein und habe viele hundert Stunden Arbeit zur Restauration hineingesteckt. Der Mann behauptete, seine Frau habe ihm die Geschäftspost vorenthalten. Er habe keinen Einblick gehabt. Bei der Übergabe der Kaufsumme in Bochum war er allerdings dabei. Das Unternehmen in Hoya habe er 2007 aus gesundheitlichen Gründen aufgegeben.

Quelle: kreiszeitung.de

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