Hoyerhagen schließt sich Stellungnahme der Samtgemeinde an

380-Kilovolt-Leitung: Warper Gemeinderat wünscht Erdverkabelung komplett

Helzendorf/Hoyerhagen - Von Horst Friedrichs. Erdkabel, und zwar in ganz Warpe. Das fordert der Warper Gemeinderat in seiner Stellungnahme zum Raumordnungsverfahren für die geplante 380-Kilovolt-Stromleitung Stade-Landesbergen. Sieben Ratsmitglieder sprachen sich am Mittwochabend im Dorfgemeinschaftshaus Helzendorf für eine entsprechende Stellungnahme Warpes aus.

Außerdem gab es eine Gegenstimme und eine Stimmenthaltung. Der zeitgleich tagende Hoyerhäger Gemeinderat beschloss vor vier Zuhörern im Gemeindehaus der Kirche einstimmig und ohne Diskussion, die vom Samtgemeinderat am Montag beschlossene Stellungnahme (wir berichteten) zu übernehmen.

Großes Bürgerinteresse hingegen gab es im Gemeinderat Warpe: Insgesamt 22 Einwohner kamen ins Dorfgemeinschaftshaus Helzendorf und wurden Zeugen einer intensiven und ausgedehnten Debatte über die Stellungnahme zum Bau der Stromtrasse.

Bürgermeister Heinz Wedekind: „Es ist schön, dass so viele gekommen sind. So können Sie sich überzeugen, dass wir es uns im Gemeinderat mit den zu treffenden Entscheidungen nicht leicht machen.“

Gemeindedirektor Wilfried Imgarten berichtete über die Vorgeschichte und den Stand der Dinge im Raumordnungsverfahren für den Bau der neuen Stromtrasse.

Nur eine Stellungnahme, kein Beschluss

„Wir geben lediglich eine Stellungnahme ab“, betonte Bürgermeister Wedekind. „Wir beschließen nicht über die Maßnahme als solche.“

Ratsmitglied Manfred Reinke berichtete über die vorangegangene Sitzung des Verwaltungsausschusses; dieser habe sich ausführlich mit der Stellungnahme befasst.

„Es ist wichtig, dass die Mindestabstände der neuen Leitung eingehalten werden“, erklärte Ratsmitglied Helmut Krebs. „Wir müssen die Interessen der Bürger wahren.“

Um das Wohl der Bürger ging es auch Christian Kamphausen: „Die Betroffenen wollen die Erdverkabelung. Deshalb sollte die Kabelübergabestation auch auf unserem Gemeindegebiet gebaut werden.“ Der ursprünglich vorgesehene Text der Stellungnahme enthielt noch die Forderung, besagte Übergabestation auf das Gebiet der Nachbargemeinde Wietzen zu verlegen. Dieser Punkt wurde revidiert, wie auch die gesamte vorbereitete Stellungnahme im Verlauf der Gemeinderatsdebatte auf die Hälfte der ursprünglich vorgesehenen Absätze gekürzt wurde. Die zunächst vorgelegte Stellungnahme entsprach der vom Samtgemeinderat am Montag beschlossenen Version (nachzulesen auf kreiszeitung.de).

„Übergabestation muss in Warpe sein“

„Die Übergabestation muss in Warpe sein“, erklärte Jörg Twietmeyer und fügte in Hinblick auf die örtlichen Gegebenheiten hinzu: „Der Samtgemeinderat hat da etwas beschlossen, was nicht geht.“

Ratsmitglied Lüder Stumpenhusen wies darauf hin, dass die Erdverkabelung heute dank neuer technischer Möglichkeiten wesentlich einfacher realisierbar sei als früher. Stumpenhusen forderte deshalb Erdverkabelung und erhielt dafür spontanen Beifall von den Zuhörern. Ratsmitglied Rick Buchholz ergänzte, das Erdkabel müsse nicht nur für Windhorst, sondern für den gesamten Großraum Warpe gefordert werden.

Bürgermeister Heinz Wedekind gab zu bedenken, dass die Erdverkabelung bei einer erforderlichen Breite von 20 Metern deutlich teurer werde als Überlandleitungen. Lüder Stumpenhusen: „Wir müssen den technischen Fortschritt in unsere Überlegungen einbeziehen und deshalb sagen, wir wollen das Erdkabel für ganz Warpe.“ Ein Änderungsantrag, den Christian Kamphausen zur Formulierung der Stellungnahme einbrachte, wurde mit fünf zu vier Stimmen angenommen. Danach lautet die Stellungnahme des Warper Gemeinderats jetzt wie im Infokasten geschildert.

Nachdem sie mit sieben Ja-Stimmen bei einer Nein-Stimme von Heinz Wedekind und einer Enthaltung von Rick Buchholz verabschiedet worden war, wies ein Zuhörer darauf hin, dass es aus seiner Sicht besser gewesen wäre, wenn erst die Gemeinden und danach die Samtgemeinde ihre Stellungnahmen abgegeben hätten. Nun haben die Samtgemeinde, Bücken, Hoya und Hoyerhagen gleichlautende Stellungnahmen beschlossen, die Gemeinden Hilgermissen und Warpe davon abgewandelte und in Teilen gegensätzliche.

Warpe Stellungnahme im Wortlaut:

1. Auf dem gesamten Gemeindegebiet wird eine Erdverkabelung gefordert. Zu Wohngebäuden hat die Leitung den maximal möglichen Abstand einzuhalten.

2. Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen und Ersatzgeldzahlungen für Beeinträchtigungen, die in der Samtgemeinde Grafschaft Hoya entstehen, sind auch in der Samtgemeinde umzusetzen beziehungsweise auszugleichen. Vorrangig sollen Maßnahmen in der Mitgliedsgemeinde erfolgen, in der die Eingriffe erfolgen.

3. Die Samtgemeinde fordert, die Kabelübergabestation in das Gebiet der Gemeinde Wietzen zu verlegen. Dieser Stellungnahme stimmt die Gemeinde Warpe nicht zu.

Quelle: kreiszeitung.de

Rubriklistenbild: © Köhnken

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