„An der Führse“/ Gaylord Kurre: „Anpassung ist leider unumgänglich“

Wasserverband erhöht die Preise „moderat“

+
Der Kreisverband für Wasserwirtschaft muss in einem Teil seines Zuständigkeitsbereichs die Preise erhöhen. ·

Nienburg - Während im Energiesektor Preiserhöhungen fast an der Tagesordnung sind, findet man sie im Bereich der öffentlichen Trinkwasserversorgung eher selten.

Beim Wasserverband „An der Führse“ wurde nun eine Preisanpassung zum 1. Januar notwendig – die erste „echte“ Preiserhöhung seit 13 Jahren.

Der Wasserpreis lag im Bereich der Samtgemeinde Heemsen, der ehemaligen Samtgemeinde Landesbergen, in den zur Stadt Nienburg gehörenden Ortsteilen Holtorf und Erichshagen-Wölpe sowie in der Gemeinde Linsburg seit dem Jahr 2000 bei 90 Cent je Kubikmeter. Dieser Preis wurde zum 1. Januar dieses Jahres auf 96 Cent je Kubikmeter angehoben. Seit 30 Jahren unverändert lag der Grundpreis beim Trinkwasser für einen Wasserzähler der Größe Qn 2,5 (Standard-Hauswasserzähler) bisher bei 45,96 Euro pro Jahr. Auch dieser Grundpreis wurde jetzt angehoben: Für den Standard-Zähler fallen 54,57 Euro an. Bei den Preisen handelt es sich um Bruttopreise.

„Die Anpassung ist, insgesamt gesehen, moderat“ lautet die Einschätzung von Gaylord Kurre, stellvertretender Geschäftsführer und kaufmännischer Leiter des Kreisverbandes für Wasserwirtschaft, dem der Wasserverband „An der Führse“ angehört: Für einen Jahresverbrauch von 150 Kubikmeter, das entspreche dem durchschnittlichen Verbrauch eines Vier-Personen-Haushalts, wurden bislang rund 181 Euro fällig. Künftig fallen für diesen Verbrauch rund 198,60 Euro an. Damit lägen die Trinkwasserpreise des Wasserverbandes weiterhin unter dem von der niedersächsischen Kartellbehörde ermittelten Landesdurchschnitt von rund 254,60 Euro. Niedersachsen sei eines der Bundesländer mit den niedrigsten Wasserpreisen. Das Bundesmittel für einen Vierpersonenhaushalt liegt laut Kurre bei 336 Euro.

Hintergrund für die Erhöhung sei eine finanzielle Unterdeckung, die sich ohne Anpassung künftig weiter aufsummieren würde. „Es ist leider unumgänglich, dass wir darauf reagieren müssen“, sagt Kurre. „Da der Wasserverband ohne Gewinnerzielungsabsicht arbeitet, würden – sollte sich, zum Beispiel aufgrund sinkender Kosten, ein deutliches Plus entwickeln – die Wasserbezugspreise aber auch gesenkt werden.“

Zuletzt sei dies 2009 der Fall gewesen, als der Preis pro Kubikmeter Frischwasser auf 81 Cent gesenkt wurde. „2011 wurde der Preis wieder auf das vorherige Niveau von 90 Cent angehoben, so dass man im Grunde erst ab dem 1. Januar dieses Jahres von einer ,echten‘ Preiserhöhung sprechen kann“, sagt Kurre.

Die anderen vom Kreisverband betreuten Versorger – Wasserversorgungs- und Abwasserentsorgungsbetrieb Stolzenau, Wasserverband Am Sandkamp, Wasserverband Nienburg-Süd, Wasserbeschaffungsverband Wietzen – halten die Preise stabil.

Im Bereich der Samtgemeinde Mittelweser werden für den Bereich der ehemaligen Samtgemeinde Landesbergen auch die Entgelte für die Schmutzwasserentsorgung erhöht. Die Ursache dafür liege ebenfalls in einer Unterdeckung aus den Vorjahren. Der Preis beläuft sich seit dem 1. Januar auf jährlich 132 Euro pro Person, beziehungsweise bei Gewerbebetrieben auf 3,30 Euro pro Kubikmeter verbrauchtem Frischwasser. Diese Preisänderung gelte nicht für den Bereich der Gemeinde Stolzenau.

Die Preisänderungen wurden bereits bei der Berechnung der Abschläge 2013 berücksichtigt. Die Abschlagsbeträge, so der Wasserverband, sind auf den Jahresrechnungen 2012, die den Kunden ab dem 17. Januar zugehen, ausgewiesen. · sd

Quelle: kreiszeitung.de

Das könnte Sie auch interessieren

Welt

Viele Tote nach Erdbeben im Osten der Türkei

Viele Tote nach Erdbeben im Osten der Türkei
Politik

Ausschreitungen bei Indymedia-Demo in Leipzig

Ausschreitungen bei Indymedia-Demo in Leipzig
Fußball

Leipzig verliert, Bayern und Gladbach holen auf

Leipzig verliert, Bayern und Gladbach holen auf
Welt

Viele Fragen nach Schüssen in Rot am See

Viele Fragen nach Schüssen in Rot am See

Meistgelesene Artikel

Nienburg: Polizei schnappt betrunkenen Einbrecher

Nienburg: Polizei schnappt betrunkenen Einbrecher

Bürgermeister tritt nach Angriffen von rechts zurück - und erhält weiter Drohungen

Bürgermeister tritt nach Angriffen von rechts zurück - und erhält weiter Drohungen

Nienburgs Politik „verschiebt“ Brücken

Nienburgs Politik „verschiebt“ Brücken

Audi stößt frontal mit Laster zusammen: Zwei Personen verletzt

Audi stößt frontal mit Laster zusammen: Zwei Personen verletzt

Kommentare