„Kapellis“ animieren die rund 120 Besucher bei ihrem Weihnachtskonzert zum Mitsingen

Ein weites Feld des irischen und schottischen Folks

Die „Kapellis“, bestehend aus Hartmut Grulke, Regina Wehmeyer, Inge Graf, Frank Ohnesorge, Ute Hoffmann, Thomas Schneegluth und Horst Frey (von links), haben viel Spaß bei ihrem Auftritt. Foto: UWE CAMPE

Hoya - Von Uwe Campe. Über einen guten Besuch durfte sich die veranstaltende Fördergemeinschaft Hoya freuen, die am Samstagabend die Gruppe „Kapellis“ für ein vorweihnachtliches Konzert in der festlich geschmückten und illuminierten Martinskirche verpflichten konnte.

Der Name der dort auch früher schon einige Male aufgetretenen „Kapellis“ geht auf die „Alte Kapelle“ in Hassbergen zurück, wo die Gruppe vor mehr als 25 Jahren ihre Anfänge nahm. Der Formation, die im Laufe der Zeit verschiedene Umbesetzungen erlebte, gehören derzeit sieben Musiker aus dem Raum Nienburg-Hannover an. Neben Bandleader Frank Ohnesorge (Gesang, Mandoline, Gitarre) sind dies noch Ute Hoffmann (Gesang, Gitarre), Inge Graf (Banjo, Gitarre, Gesang), Regina Wehmeyer (Akkordeon, Bodrán), Horst Frey (Mandoline, Gitarre, Gesang), Hartmut Grulke (Whistles, Harmonika, Gesang) und Thomas Schneegluth (Bass, Gesang).

Der Jahreszeit angemessen hatte die Gruppe für den ersten Konzertteil ein aus eher ruhigen und besinnlichen Titeln bestehendes Programm zusammengestellt, das gleichwohl ein weites Feld irischen und schottischen Folks abbildete. Den Auftakt machte „Lily of the West“, auf das Ute Hoffmann mit schöner glockenheller Stimme „Roseville Fair“ folgen ließ. Überhaupt wusste „Kapellis“ besonders vokal zu überzeugen, egal ob mit perfektem Solo-, A-capella- oder Satz-Gesang. Aber auch ihre zahlreichen Instrumente beherrschten die Musiker einwandfrei, einige kleinere technische Unzulänglichkeiten und Abstimmungsprobleme wurden jeweils locker und souverän überspielt. Auch mit den folgenden zwölf Liedern, zu denen Frank Ohnesorge, wie etwa zu „Goethe’s Song“, die dem besseren Verständnis dienenden Hintergrundinformationen lieferte, wusste die Band ihr mit vielem Fußwippen und Mitklatschen begleitendes Publikum voll und ganz für sich einzunehmen. Bei dem tragisch endenden Lied „Billy Taylor“ übernahmen die Besucher bereitwillig den Refrain „Fara, fara ramm damm day“. Zu gefallen wusste dann noch einmal Frank Ohnesorge, der sich – durchaus gelungen – erstmalig an den Welterfolg „Fields of Gold“ des britischen Sängers Sting heranwagte. Über allesamt lautstark beklatschte Titel wie „Galway Girl“, „Welcome Poor Paddy Home“ und „The Dutchman“ ging es mit „Haul Away“ schließlich in die Pause.

Stimmungsvoll mit „Bells over Belfast“ wurde der zweite Konzertteil eingeläutet, der überwiegend keltischen Weihnachtsliedern vorbehalten war. „Merry Christmas Everyone“ wurde wieder von den Gästen mitgesungen, mit „Erwin der dicke Schneemann“ sogar ein Ausflug ins Deutsche unternommen. Für ihn war Hartmut Grulke zuständig, hatte er doch den dicksten Bauch des Ensembles, ein Geburtsfehler, wie er augenzwinkernd bemerkte. Dass die Gruppe auch sonst viel Spaß am eigenen Auftritt hatte, war unschwer an etlichen flapsigen, aber letztlich gut gemeinten Sprüchen, Scherzen und Sticheleien untereinander abzulesen. Über „Christmas in Killarney“ und „Jingle Bells Rock“ steuerte dieses gleichermaßen schöne wie stimmige Konzert mit dem passenden Titel „We Had It All“ auf sein programmgemäßes Finale zu. Dem folgenden langen und Zugabe einfordernden Schlussapplaus konnten sich die Musiker dann auch nicht ohne Weiteres entziehen. So kam es, dass die mehr als 120 Besucher nach über zweieinhalb Stunden nicht nur mit den vom Veranstalter auf ihren Sitzen ausgelegten und mit Sprüchen versehenen Kerzen den Heimweg antreten konnten, sondern auch noch mit dem getragenen, den endgültigen Schlusspunkt setzenden und eigentlich auf kaum einen Irish-Folk-Konzert fehlenden „Auld Longe Syne“ (Längst vergangene Zeit) im Ohr.

Quelle: kreiszeitung.de

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