„Dramatisch ist es nicht“

Wetterexperte Manfred Kettel sieht aktuelle Lage entspannt

Das macht wirklich keinen Spaß: Statt strahlendem Sonnenschein gibt es aktuell Regenwolken en masse. War das schon immer so?

Landkreis - von Kristina Stecklein. Regen, Regen und noch mehr Regen. Soll das wirklich schon alles sein, lieber Sommer? Nein - sagt Wetterexperte Manfred Kettel, und verrät, ob noch Hoffnung auf richtiges Badewetter bleibt.

Stehende Luft, Hitze, Gewitter, Starkregen: Sonderlich stabil scheint das Wetter in diesem Sommer nicht zu sein. Doch Wetterexperte Manfred Kettel von der Landwirtschaftskammer Niedersachsen, Bezirksstelle Nienburg sieht die aktuelle Lage entspannt und gibt Entwarnung: „Das gibt es immer mal wieder. Die letzten Jahre waren recht günstig, dieses Jahr scheint es ein wenig schwieriger zu sein.“

Am Mittwoch, aber auch zum Teil am gestrigen Freitag, waren zahlreiche Trecker und Mähdrescher unterwegs. „Perfektes Erntewetter ist es nicht“, gibt Kettel zu, deshalb müssten die Landwirte besonders an sonnigen Tagen zuschlagen. „Die nächsten Tage werden sehr regnerisch.“ Der Niederschlag sorgt vor allem aber dafür, dass das Korn mehr Zeit zum Trocknen benötigt. „Es ist wichtig, dass die Kornfeuchte nicht zu hoch ist, sonst gibt es Abzüge“, weiß der Experte. „Richtig dramatisch ist es aber nicht.“

Kettel erinnert sich aber auch an eine ganz andere Situation. „Vor ein paar Jahren konnte der Weizen nicht geerntet werden, weil es so stark geregnet hatte. Er wurde ganz dunkel und es bildeten sich Pilze“, sagt der Berater für Pflanzenbau und Pflanzenschutz.

Schuld an der wechselhaften Wetterlage hat übrigens der 27. Juni – zumindest gewissermaßen. Da war nämlich Siebenschläfer-Tag. Eine alte Bauernregel besagt: „Wenn’s am Siebenschläfer regnet, sind wir sieben Wochen mit Regen gesegnet.“
Kettel lacht und erklärt: „Die Siebenschläfer-Regel trifft eigentlich ganz gut zu.“ Wenn es dann wechselhaft sei, bleibe das Wetter in der Regel genauso. Beobachtungen zufolge sei dies aber völlig normal. Gerade im Mai und Juni ist es 2017 recht trocken gewesen. „Im Juli kippt es dann häufig.“

Beständiges Badewetter, das gebe es in unseren Breiten leider nicht wirklich. „Dass es mal für ein oder zwei Wochen ein stabiles Hoch hat, das ist schon einige Jahre her“, verrät der Experte. Gewitter, Sonne, Regen – vielmehr scheint dies die tatsächliche Bedeutung des Sommers in Deutschland zu sein.
August gibt Hoffnung
„Die Niederschläge sind normal, nicht übermäßig hoch“, sagt Kettel. Aufgefallen sei jedoch die leichte Tendenz zu mehr Gewitter in Niedersachsen. „Das ist aber nicht überall so.“ In Bassum habe es sehr starken Niederschlag gegeben, die wirklich zu Extremwerten geführt hätten. Doch Kettel ist positiv gestimmt und gibt Grund zur Hoffnung auf einige schöne Sommertage, wenn die sieben Wochen vergangen sind: „Der August kann auf jeden Fall besser werden.“

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