Polizei stellt Statistik vor: Dafür weniger Zusammenstöße mit Wild und Bäumen

Wieder mehr heftige Unfälle - auch mit Todesfolge

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Der Trend geht zwar abwärts. Vor allem Unfälle mit Schwerverletzten oder Todesfolge haben aber zuletzt wieder zugenommen.

Landkreis - Von Nikias Schmidetzki. Die Maßnahmen zeigen wohl Wirkung: Wildunfälle gehen im Kreis Nienburg zurück. Insgesamt aber, das hob Nienburgs Polizeichef Frank Kreykenbohm hervor, ist die Zahl der Verkehrsunfälle wieder leicht angestiegen.

Gemeinsam mit Werner Müller und Polizeisprecherin Gabriela Mielke stellte Kreykenbohm gestern die Statistik für 2014 vor. Viele positive Trends waren vor einem Jahr zu berichten gewesen, trotzdem wolle man sich nicht zurücklehnen, hatte er damals versprochen. Das habe seine Polizeiinspektion gehalten, dennoch seien nun einige negative Entwicklungen zu verzeichnen gewesen.

Die Zahlen haben gestern (v. l.) Werner Müller, Frank Kreykenbohm und Gabriela Mielke vorgestellt.

Traurigste Entwicklung sind dabei die Todesfälle. Insgesamt verloren 16 Menschen ihr Leben bei Unfällen auf den Straßen im Landkreis. Eine gute Nachricht, die sich in der schlechten verbirgt: Unter den Opfern ist – und das bereits seit zehn Jahren – kein einziges Kind. Die Tatsache, dass trotz enorm rückgängiger Wildunfälle wie auch Kollisionen mit Bäumen mehr Unfälle die Beamten beschäftigt haben, hat laut Kreykenbohm zwei Hauptgründe. Einmal war die Zweirad-Saison vergleichsweise lang – ein Trend, den er aktuell für das laufende Jahr wieder sieht. Zum anderen tauchen in der Statistik deutlich mehr Unfälle mit Flucht auf. Weniger glaubt der Polizeidirektor allerdings, dass die Moral der Autofahrer gesunken ist. Eher seien Unfallopfer sensibler und zeigten Unfälle an. Die Aufklärung könne sich übrigens sehen lassen, meint Kreykenbohm. Bei Unfällen „ohne Personenschaden“ liege sie bei immerhin 41 Prozent, bei denen „mit Personenschaden“ gar bei 61 Prozent.

Ebenfalls steigend sei die Zahl derer, die unter Drogen am Steuer sitzen – und das bei einer zusätzlich hohen Dunkelziffer. Während Alkoholfahrten weniger werden, ist die Menge der erwischten Drogenfahrer der zweithöchste Wert der vergangenen zehn Jahre. Einen Tiefstwert verzeichnet die Polizei hingegen bei alkoholisierten Verkehrsteilnehmern, obgleich immer noch reichlich zugelangt wird. Der Rekordhalter hatte 2014 4,19 Promille – und war an der Ampel eingeschlafen.

Zunehmend Sorgen bereitet der Polizei das Verhalten vorwiegend jüngerer Fahrer mit Handy oder Smartphone am Steuer. Nicht mehr nur das Telefonieren sei gefährlich, vor allem das Tippen von Nachrichten berge großes Risiko. „Beim Schreiben und Lesen erhöht sich das Unfallrisiko um das 23-fache“, teilen die Beamten mit. Wie häufig das tatsächlich die Ursache hinter dem allgemeinen Grund „Ablenkung“ war, ist kaum nachzuweisen. Was deutlich wurde: Unfallursache Nummer eins ist und bleibt zu hohe Geschwindigkeit.

Weiter soll es mit Prävention gehen, erklärt Polizeihauptkommissar Werner Müller. Sowohl Sicherheitskampagnen als auch Verkehrskontrollen stünden an. In nächster Zeit solle so etwa das Fahrverhalten von Eltern im Mittelpunkt stehen.

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