Jury bewertet Baumscheiben

Wilhelmstraße: Ausgezeichnete Blütenpracht

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Nicht einfach war die Bewertung für die Jury. Schön, aber auch sinnvoll soll die Bepflanzung sein.

Nienburg - Von Johanna Müller. Die Ästhetik liegt den Schülern besonders am Herzen. „Das hier ist schön bunt“, sagt Malte Kruse und zeigt auf ein Beet mit Stiefmütterchen und anderen blühenden Pflanzen.

Sein Biologielehrer Martin Reuss und Mitglieder des Nienburger BUND schauen aber auch auf andere Kriterien – etwa die Pflanzenauswahl. „Leider ist nicht jede Blüte gleich gut für Insekten“, erklärt BUND-Gärtnerin Claudia Reemtsema.

Aus diesem Grund decken die Wertungskriterien für den Pflanz-Wettbewerb in der Wilhelmstraße mehrere Bereiche ab. „Wir wollen die Leute, die sich hier engagieren, nicht durch eine schlechte Bewertung verprellen“, sagt Reemtsema, die gemeinsam mit dem Nienburger Stadtgärtner Lutz Scheele und Initiatorin Ursula Laux den Wertungsbogen erstellt hat. Daher hat die Jury am Donnerstag jeweils bis zu drei Punkte für den Gesamteindruck und den Pflegezustand gegeben. Einen Zusatzpunkt gab es jeweils für Insektenfreundlichkeit, heimische Pflanzenauswahl und Nachhaltigkeit. Auf all diese Bereiche legt Laux besonders Wert. Die 81-Jährige hat es sich Anfang des Jahres zur Aufgabe gemacht, für mehr Blumen in der Wilhelmstraße zu sorgen. Dadurch soll nicht nur etwas für Bienen und Insekten getan, sondern die Straße noch schöner werden.

Etwas Schwung in die Aktion hat sie jetzt durch den Wettbewerb gebracht, den sie anlässlich des heutigen „Tages der offenen Gesellschaft“ ins Leben gerufen hat. 99 der sogenannten Baumscheiben gibt es entlang der Wilhelmstraße. Damit gemeint sind kleine Beete rund um die dort stehenden Linden. 36 davon sind bereits bepflanzt. Teilweise durch Ursula Laux, teilweise durch die Anwohner selbst. Ein erster Erfolg, findet die Seniorin, die sich aber wünschen würde, dass sich noch mehr Menschen beteiligen.

Nach und nach ist die Jury am Donnerstag die Baumreihen abgegangen. Gemeinsam hat sie die Beete bewertet. Dabei gelernt haben besonders die Schüler der 5d am Marion-Dönhoff-Gymnasium. Nach einigen Wertungen haben sie ebenfalls auf Nachhaltigkeit geachtet. Denn schön fänden sie es, wenn die Blumen im nächsten Jahr wieder kommen. Positiv auf die Wertung ausgewirkt haben sich daher mehrjährige Stauden sowie Pflanzen, die sich selbst aussäen. Deutlich wird aber bei den meisten Baumscheiben – ob nachhaltig oder nicht – die teilnehmenden Anlieger haben sich viel Mühe mit der Bepflanzung gegeben.

Nicht einfach war die Bewertung für die Jury. Schön, aber auch sinnvoll soll die Bepflanzung sein.

Dass die Pflege dieser Felder allerdings nicht einfach ist, hat Laux gemerkt. Besonders das Gießen sei in den vergangenen Wochen ein Problem gewesen. Doch durch ihr Engagement habe sich auch ein Nachbarschaftsgefühl entwickelt. So sei sie nun mit einem Paar sehr gut bekannt, das ihr beim Gießen hilft. Dass sich dieses Paar gut einbringt, ist auch der Jury aufgefallen. Einer der zwei ersten Plätze geht an die Hausbesitzer – deren Namen bei der offiziellen Preisverleihung verraten werden. Ausgezeichnet werden alle Preisträger am heutigen Samstag beim Begrüßungstag der Stadt um 11 Uhr im Rathaus.

Auch danach will Laux weitermachen – und hat durch die Aktion weitere Unterstützer gefunden. MDG-Lehrer Reuss hat spontan zugesagt, unter seinen Schülern Baumpaten zu suchen, die sich um die Beete kümmern. Und auch durch positive Rückmeldungen wird Laux motiviert: „Von Passanten bekommen die Anwohner und ich viel Beifall. Und durch eine Spende werden bald drei weitere Baumscheiben bepflanzt.“

Die Jury

Bewertet wurden die bepflanzten Baumscheiben von Gärtnerin Claudia Reetsema, Gisela Utermöhlen-Blaas, Christa Kusserow (alle BUND), Klaus Lüstedt (Historische Gesellschaft Nienburg), Stadtgärtner Lutz Scheele, dem Leiter des Fachbereichs Gebäude und Liegenschaften der Stadt Nienburger Michael Brede sowie Biologie Lehrer Martin Reuss, der aus der 5d am Marion-Dönhoff-Gymnasium mitgebracht hatte: Leonie Wronna, Maric Meyer, Philip Punkt, Malte Kruse und Auron Osmani.

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