Stadtrat verweist SPD-Antrag in den Fachausschuss

Fairtrade-Stadt: „Gute Idee – falscher Weg“

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Der Eine-Welt-Laden in Nienburg bietet bereits ausschließlich Produkte aus fairem Handel an.

Nienburg - von Leif Rullhusen. Die Idee stieß auf uneingeschränkte Zustimmung – die Art der Umsetzung dagegen nicht.

Die Sozialdemokraten möchten Nienburg zur Fairtrade-Stadt machen. Passieren soll das ganze im Rahmen der Kampagne „Fairtrade-Town“. Einig waren sich die Mitglieder des Nienburger Stadtrates schließlich, den entsprechenden SPD-Antrag im Ausschuss für Wirtschaft und Marketing zunächst weiter zu beraten.

„Fairer Handel ist ein wirkungsvolles Instrument zur Armutsbekämpfung“, begründete die SPD-Fraktionsvorsitzende Anja Altmann den Ratsantrag der Sozialdemokraten. Er sichere Kleinbauern faire Preise und unterstütze zudem den Klima- und Umweltschutz. Die Umsetzung der Kampagne koste außerdem wenig Geld und Aufwand.

Das sah Barbara Weißenborn anders. „Die Idee ist nicht schlecht. Es ist aber der falsche Weg“, kritisierte die Christdemokratin. Die Verwaltung habe dringendere Aufgaben zu erledigen. Der Liberale Detlev Becker begrüßte den SPD-Antrag grundsätzlich, bezweifelte aber, dass die Politik dem Einzelhandel vorschreiben könne, mit welchen Produkten dieser handeln solle.

Uneingeschränkter Rückenwind von den Grünen

Uneingeschränkten Rückenwind für ihren Antrag bekam die SPD hingegen von den Grünen. „Wir finden das Label sehr sinnvoll“, erklärte deren Fraktionschef Peter Schmithüsen. Dahinter stecke eine Haltung der Stadt.

Der von Barbara Weißenborn kritisierte Verwaltungsaufwand umfasst fünf Kriterien, die Nienburg erfüllen muss, um das Label „Fairtrade Towns“ tragen zu dürfen. Die Stadt fasst einen Ratsbeschluss der bestimmt, dass in allen Sitzungen des Rates und der Ausschüsse Kaffee und ein weiteres Produkt aus fairem Handel ausgeschenkt werden. Problem in Nienburg: Hier wird in den Sitzungen kein Kaffee, sondern ausschließlich Wasser ausgeschenkt.

Steuerungsgruppe zur Koordination

Desweiteren muss eine mindestens dreiköpfige Steuerungsgruppe den Weg zur „Faitrade-Town“ sowie weitere Aktivitäten vor Ort koordinieren. Sie ist zudem für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig. Mindestens vier Artikel zu der Kampagne sollten in den lokalen Medien veröffentlicht werden. Eine bestimmte Anzahl von Einzelhandelsgeschäften, Floristen, Cafés und Restaurants müssen mindestens zwei Produkte aus fairem Handel anbieten. Öffentliche Einrichtungen, zum Beispiel Schulen, Vereine und Kirchengemeinden, müssen Informations- und Bildungsaktivitäten zu fairem Handel umsetzen und entsprechende Produkte anbieten.

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