Sand oder Salz?

Winterdienst im Kreis Nienburg: Das müssen Anlieger leisten

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Die Anlieger sind im Landkreis Nienburg in der Regel dafür verantwortlich, dass die Gehwege frei sind. 

Landkreis Nienburg - Der Winter ist da. Während besonders Kinder sich über die weiße Pracht freuen, bedeutet der Schneefall für die Erwachsenen auch Arbeit. Denn für die Räumung der Gehwege sind in der Regel die Anlieger verantwortlich. 

Für die Straßenreinigung sind die jeweiligen Gemeinden zuständig, erklärt Landkreissprecher Cord Steinbrecher. Im Kreis Nienburg haben diese üblicherweise eine Straßenreinigungssatzung, in denen klar geregelt ist, wer genau sich um die Wege zu kümmern hat. 

In Bezug auf die Straßenreinigung ist es üblich, die Verantwortung auf die Anlieger zu übertragen. Die Stadt Nienburg etwa hat dies in ihrer entsprechenden Satzung so geregelt - darin wird auch der Winterdienst eingeschlossen. Allerdings nimmt sich die Verwaltung damit nicht ganz aus der Verantwortung. Die Reinigung der Straßen übernimmt die Kommune selbst: "Die Stadt führt die Reinigung von öffentlichen Straßen innerhalb der geschlossenen Ortslagen einschließlich der Ortsdurchfahrten von Bundes-, Landes- und Kreisstraßen als öffentliche Einrichtung durch", heißt es in der Satzung.

Winter in Nienburg: Regelmäßig Gehweg räumen

Die Rad- und Gehwege müssen jedoch von den Anliegern gereinigt beziehungsweise geräumt werden. Dafür wird in der Straßenreinigungs-Verordnung definiert, wie etwa der Winterdienst auszusehen hat. Demnach müssen die Nienburger gemeinsame Geh- und Radwege in der Zeit von 7 bis 20 Uhr sowie an Sonn- und Feiertagen zwischen 8 und 20 Uhr nach jedem Schneefall unverzüglich räumen und bei Glätte bestreuen. 

Während länger anhaltendem Schneefalls müssen die Wege in angemessenen Zeitabständen geräumt und bestreut werden. "Da steht keiner mit der Stoppuhr. Unser Außendienst kontrolliert den Zustand der Wege allerdings", erklärt Friedhelm Meyer-Leserberg von der Stadtverwaltung. Wer also in der Mittagspause etwas Zeit hat, ist angehalten doch mal zwischendurch zum Schneeschieber zu greifen. 

Streusalz nur in Ausnahmefällen

In der Nienburger Verordnung ist außerdem geregelt, womit gestreut werden darf: "Für das Streuen der Gehwege dürfen nur salzfreie, abstumpfende Streustoffe verwendet werden, die weder Wasser noch Boden gefährdend sind und den Straßenbelag nicht schädigen." 

Sand und Split sind also erlaubt. Salz darf nur in "gefährlichen Situationen" eingesetzt werden. Eisregen sei etwa so ein Fall, sagt Meyer-Leseberg. Allerdings sollen solche abtauenden Stoffe auch dann nur in dem erforderlichem Umfang eingesetzt werden. 

Auch der Baubetriebshof, der für die Straßen und vereinzelt Gehwege in Nienburg zuständig ist, setzt Streusalz nur in geringen Mengen ein, erklärt Jürgen Kerkow. Gestreut werde auf Gehwegen etwa mit einem Salz-Sand-Gemisch im Verhältnis eins zu neun. Auf die Straße kommen höchstens 15 Gramm Salz pro Quadratmeter, das in Form von Sole versprüht wird. 

Nur in Ausnahmen darf auch Salz gestreut werden. "Es geht um die Gefahrenabwehr", sagt Friedhelm Meyer-Leserberg von der Stadt Nienburg. 

Verordnungen berücksichtigen 

Ein generelles Verbot von Streusalz gibt es auch in der Stadt Rehburg-Loccum nicht. Allerdings soll auch dort nur in Ausnahmen und "wenn mit anderen Mitteln und zumutbarem Aufwand die Glätte nicht ausreichend beseitigt werden kann", darauf zurückgegriffen werden. Gestreut werden soll im Stadtgebiet werktags bis 7.30 Uhr und am Wochenende bis 9 Uhr.

Solche Verordnungen haben auch weitere Gemeinden im Landkreis Nienburg. In der Samtgemeinde Marklohe etwa, wo mit Sand oder anderen abstumpfenden Mitteln gestreut werden soll

Auch in der Samtgemeinde Mittelweser sind die Anlieger für die Gehwege verantwortlich, dürfen aber nur in Ausnahmefällen mit Salz streuen. Die jeweiligen Verordnungen sind in der Regel auf den Homepages der Gemeinden abrufbar. 

Sicheres Schuhwerk 

Immer beachten sollten Mieter und Hausbesitzer, dass alles, was auf den Gehweg gestreut wird, auch wieder weggefegt werden muss. 

Generell appelliert Meyer-Leseberg aber auch an Eigenverantwortung die Fußgänger: "Wer zu Fuß unterwegs ist, sollte auch angemessenes Schuhwerk tragen."

jom

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