Brandstiftung: Angeklagter schweigt

„Wir haben oft zusammen getrunken“

Verden/Nienburg - Von Wiebke Bruns. Freitag ist am Landgericht Verden der Prozess um eine versuchte schwere Brandstiftung im Januar dieses Jahres an der Ziegelkampstraße in Nienburg fortgesetzt worden. Der 49 Jahre alte Angeklagte schweigt zu den Vorwürfen.

Gehört wurden Freitag ein 56 Jahre alter Mann, dem der Angeklagte einen brennenden Holzscheit in den Briefschlitz der Eingangstür gesteckt haben soll, außerdem die damalige Freundin des Angeklagten. Sie hatte in jener Nacht bei dem 56-Jährigen übernachtet. Eifersucht und Zorn vermutet die Staatsanwaltschaft als Tatmotiv.

„Häufiger zu zwei und zu dritt getrunken“

„Sexualmäßig haben wir nichts“, stellte der Zeuge schnell klar. Nicht in der Nacht und auch nicht danach. „Weil sie auch besoffen war, habe ich ihr gesagt, wenn Du willst, dann leg Dich hier hin und schlaf hier“, berichtete der 56-Jährige. Er habe auch keinen Streit mit dem Angeklagten gehabt, der bis zu seiner Festnahme ebenfalls an der Ziegelkampstraße wohnte. „Wir haben oft zusammengesessen und gemeinsam getrunken. Auch zu dritt“, sagte der Zeuge und bestätigte, dass alle drei Beteiligten alkoholkrank sind.

Vom Piepen des Rauchmelders sei er aufgewacht. Ein glühendes Holzstück habe im Briefschlitz gesteckt. „Das habe ich rausgetreten und gelüftet. Kurz darauf war das dann noch mal. Dann habe ich die Polizei gerufen“, berichtete der Zeuge. Der Notruf war um 4.51 Uhr eingegangen. Einen weiteren Notruf hatte er bereits um 22.16 Uhr abgesetzt, weil jemand vor seiner Haustür randaliert habe. Der Angeklagte soll die Klamotten seiner Freundin dem Zeugen vor die Tür geschmissen haben.

Zweifel des Brandsachverständigen

Ein Brandsachverständiger begleitet den Prozess und hat Zweifel, dass der Qualm so stark war, dass der Zeuge bei ausgestrecktem Arm seine Finger nicht mehr sehen konnte. So soll es der Zeuge in einer früheren Aussage erklärt haben. „Ich musste ganz schön husten, aber wegen solcher Kleinigkeiten gehe ich nicht zum Arzt“, sagte der Zeuge. Der Qualm sei nach dem Öffnen von Tür und Fenster schnell abgezogen.

Die Freundin des Angeklagten habe er wecken müssen, diese habe den Rauchmelder gar nicht gehört. Eine Befragung der 52-Jährigen aus „Zickzackhausen“, erwies sich als sehr schwierig. „Oh, Sie riechen auch heute stark nach Alkohol“, merkte der Vorsitzende Richter Volker Stronczyk an. „Ich habe aber keinen starken Alkohol getrunken“, betonte die Zeugin. Nur etwas aus dem Tetrapack.

Zufällig hatte der psychiatrische Sachverständige aus dem aktuellen Prozess die Frau schon mal begutachtet und konnte ein Krankheitsbild aufzeigen, dass widersprüchliche Angaben erklärte. Die Befragung wurde abgebrochen, aber die Frau nutzte die Chance, um mit dem Angeklagten kurz zu sprechen. Man konnte es schon fast als kleinen Flirt interpretieren.

Das Gericht regte an, das Verfahren hinsichtlich einer Körperverletzung einzustellen, dann bliebe nur der Vorwurf der versuchten schweren Brandstiftung. Darüber ist aber noch nicht entschieden.

Quelle: kreiszeitung.de

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