Stadtentwicklungsausschuss fordert Kostenberechnung

Wissensburg in Nienburg: Verlässliche Zahlen fehlen

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Der geplante Standort in Nienburgs Langer Straße.

Nienburg - von Leif Rullhusen. Die von der Stadt Nienburg geplante Wissensburg spaltet die Gemüter. Auch die Politik setzte sich in den vergangenen Tagen intensiv mit dem Prestige-Objekt auseinander.

Den Ausschuss-Triathlon hat die Nienburger Wissensburg überstanden. Nach dem Kultur- und dem Finanzausschuss beschäftigte sich am Donnerstagabend der Stadtentwicklungsausschuss mit dem Neubau, unter dessen Dach gegenüber des Nienburger Rathauses in der Langen Straße irgendwann einmal das Stadt- und Kreisarchiv sowie die Stadtbibliothek Platz finden sollen. Das Fazit: Die gesamte Debatte beruhte auf wenig aussagekräftigen Zahlen. Die soll die Stadt nun zunächst auf den Tisch legen, bevor sich die Politik weiter mit dem Projekt beschäftigt.

Anlass der Diskussion in den drei Fachgremien war ein von der Politik gefordertes und der Stadtverwaltung umgesetztes Interessensbekundungsverfahren. Diese Markterkundung vergleicht die Kosten von Alternativen mit dem Investitionsbedarf für den Bau der Wissensburg. Und genau dieser beruht auf einer Kostenschätzung aus diesem Frühjahr.

Stadt erwartet Fördermittel in Höhe von 6,2 Millionen Euro

Die Kostenschätzung beziffert die Gesamtkosten für das Projekt auf 11,8 Millionen Euro. Im Rahmen des Städtebauförderprojektes ISEK erwartet die Stadt Fördermittel für die Wissensburg in Höhe von 6,2 Millionen Euro. Diese Zahlen zugrunde gelegt, würde eine Anmietung entsprechender Räume – über 30 Jahre gerechnet – die Stadt 3,3 Millionen Euro mehr kosten. „Nach 21 bis 22 Jahren haben die Mietkosten die Investitionssumme erreicht“, erklärte Norman Lenzer, Leiter des Fachbereichs Finanzen, den Ausschussmitgliedern das Ergebnis des Interessensbekundungsverfahrens. „Sie gehen bei diesem Vergleich von knapp 12 Millionen Euro aus. Diese Zahlen haben wir aber noch gar nicht“, kritisierte die SPD-Fraktionsvorsitzende Anja Altmann. Der FDP-Fraktionschef Heiner Werner sagte, es gebe Berechnungen, die von 20 Millionen Euro Baukosten ausgingen. Wer diese gemacht hat, verriet er allerdings nicht. Christdemokratin Barbara Weißenborn bezeichnete die Zahlen, mit denen agiert werde, „als wenig belastbar“. CDU-Fraktionschef Hans-Peter Rübenack forderte eine verlässliche Kostenberechnung des Architekturbüros.

Stadtentwicklungsausschuss fordert Kostenberechnung

Zu einem ähnlichen Ergebnis war am Dienstag bereits der Finanzausschuss gekommen. Das Gremium fordert die Stadtverwaltung auf, den Maßnahmenbeschluss aufgrund aktualisierter Zahlen vorzubereiten. Der Stadtentwicklungsausschuss verlangte als Grundlage für den Maßnahmenbeschluss nun eine Kostenberechnung des mit der Pflanzung beauftragten Architekturbüros Kalhöfer-Korschildgen.

Jenseits der Diskussion um mehr oder weniger aussagefähiger Zahlen warb Nienburgs Bürgermeister Henning Onkes intensiv für das Projekt Wissensburg. Es sei sinnvoll, aus vier Liegenschaften eine zu machen, auch energetisch, argumentierte der Verwaltungschef. Man habe Verantwortung für Bildung und für die Innenstadt.

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