Zahl seit 2015 fast verdoppelt

Alkoholvergiftung: 33 Jugendliche mussten 2016 ins Krankenhaus

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Das kann böse Folgen haben: 227 Jugendliche aus dem Landkreis Nienburg mussten 2016 wegen Alkoholvergiftung ins Krankenhaus.

Landkreis. Im Jahr 2016 wurden im Landkreis Nienburg 33 Jugendliche unter 18 Jahren wegen akuter Alkoholvergiftung stationär im Krankenhaus behandelt, 24 Jungen und neun Mädchen.

Im Vergleich zum Vorjahr hat sich die Zahl fast verdoppelt: 2015 waren es 18 Jugendliche, acht Jungen und zehn Mädchen. Das berichtet die Krankenkasse IKK Classic, die aktuelle Daten vom niedersächsischen Landesamt für Statistik ausgewertet hat. Insgesamt ist 2016 in Nienburg die Anzahl der klinischen Behandlungsfälle wegen übermäßigen Alkoholkonsums mit 227 Personen ebenfalls deutlich gestiegen. 2015 waren es 184 Personen. Diese Steigerung zeigt eine Entwicklung gegen den landesweiten Trend.

Dort blieben die Zahlen nahezu konstant. In Niedersachsen erlitten 2016 insgesamt 11 906 eine Alkoholvergiftung, die zum Klinikaufenthalt führte, vier weniger als 2015. Bei den unter 18-Jährigen im Land erkannte die IKK Classic eine leichte Steigerung von etwa fünf Prozent. 2016 mussten 1428 von ihnen wegen einer Alkoholvergiftung in stationäre Behandlung, 2015 waren es 1351 Jugendliche.

„Je früher Jugendliche anfangen Alkohol zu trinken, desto schwerwiegender können gesundheitliche und psychosoziale Folgen sein“, warnt Peter Rupprecht von der IKK Classic. „Das liegt unter anderen daran, dass noch nicht vollständig ausgereifte Organe, wie beispielsweise das Gehirn, viel anfälliger für die im Alkohol enthaltenden Giftstoffe sind.“ Eltern sollten deshalb darauf achten, ihren Kindern den verantwortungsbewussten Umgang mit Alkohol zu vermitteln und vorzuleben. Die IKK classic erinnert in dem Zusammenhang an die Jugendgesundheitsuntersuchung (J1), auf die Kinder zwischen zwölf und 14 Jahren Anspruch haben. Bei dieser Früherkennungsuntersuchung erläutert der Haus- oder Kinderarzt dem Jugendlichen auch individuelle Gesundheitsrisiken wie Rauchen, Drogen-, Alkohol- und Medikamentenmissbrauch und gesundheitsschädigendes Ernährungs- und Bewegungsverhalten. Diesen Termin sollten Jugendliche ohne Begleitung der Eltern wahrnehmen, außer sie bitten darum.

Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren dürfen nach dem deutschen Jugendschutzgesetz in der Öffentlichkeit überhaupt keinen Alkohol zu sich nehmen, es sei denn, sie sind in Begleitung einer erziehungsberechtigten Person. Dann sind Bier, Sekt und Wein schon für 14-Jährige gesetzlich erlaubt. Spirituosen und Mixgetränke mit Spirituosen, wie Alkopops, sind generell bis zum 18. Geburtstag verboten.

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