Zahlreiche Nachträge sorgen für eklatanten Anstieg der Ausgaben

Südring: Kostenexplosion oder alles im Rahmen?

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In einem Jahr verschwinden die Absperrungen. Spannend bleibt bis dahin die Frage, auf welche Höhe sich die Gesamtkosten für den Bau schließlich summieren.

Nienburg - Von Leif Rullhusen. Die Kosten für Nienburgs Straßenbaugroßprojekt Südring liefern Diskussionsstoff. WG-Fraktionschef Frank Podehl sprach in der vergangenen Sitzung des Stadtrates sogar von „explodierenden Baukosten“.

Bürgermeister Henning Onkes ärgert sich über solche Äußerungen, bestätigt aber einen Anstieg. „Ich weigere mich, das Wort Explosion in diesem Zusammenhang zu verwenden. Die Kosten liegen innerhalb des Ratsbeschlusses“, betont der Verwaltungschef gegenüber dieser Zeitung. Auf 16,6 Millionen Euro hatte das Gremium die Investitionen für die neue südliche Entlastungsstraße der Kreisstadt einschließlich Radwege und Ausgleichsmaßnahmen gedeckelt.

Allerdings liegen die aktuell veranschlagten Aufwendungen deutlich über der Summe, zu der die Arbeiten ursprünglich vergeben wurden. Das Volumen belief sich inklusive Radwege und Ausgleichsmaßnahmen laut Onkes auf 11 bis 12 Millionen Euro. „Für die Ausschreibungen haben wir einen sehr günstigen Zeitpunkt erwischt“, erklärt der Bürgermeister. Mittlerweile sind die Kosten nicht mehr allzuweit von der politisch fixierten Obergrenze entfernt.

Für den eklatanten Kostenanstieg sind diverse Nachtragsforderungen der Bauunternehmen verantwortlich. Es seien Unabwägbarkeiten hinzugekommen, die im Vorfeld nicht abzusehen waren, begründet Onkes die Entwicklung. Er zählt drei kostentreibende Beispiele auf: Zwei davon betreffen den Bau der Brücke über die stark frequentierte Bahnstrecke Nienburg-Minden. Zu deren Fertigstellung muss nämlich die Oberleitung abmontiert werden. Ein Zusatzaufwand, der ursprünglich nicht vorgesehen war. Zudem machen die von der Bahn festgelegten Sperrzeiten – also das Zeitfenster, in dem auf der Bahnstrecke gearbeitet werden darf – Probleme. Die Bahn hat die Zeiten deutlich auf die Nachtstunden am Wochenende zusammengeschrumpft. Dadurch stiegen nicht nur die Personalkosten der Baufirma, sie müsste darüber hinaus ihre gesamten Zeitabläufe anpassen, berichtet Nienburgs Bürgermeister. Dem Vernehmen nach soll es sich allein in diesem Fall um rund 700 000 Euro an Nachtragsforderungen handeln. Wer auf diesen Kosten sitzen bleibt, steht allerdings noch nicht fest. „Die Ursache für die Veränderung der Sperrzeiten muss geklärt und juristisch geprüft werden“, erklärt Onkes. Die dritte maßgebliche Unabwägbarkeit seien die sogenannten Massenmengen bei Ablagerungen – also die Menge an Bodenaushub, der abgetragen beziehungsweise ausgetauscht werden musste.

„Wir dürfen diese nachträglichen Kosten nicht bagatellisieren, sollten sie aber auch nicht dramatisieren“, stellt der Bürgermeister klar. Ohne Prüfung will er die Nachtragsforderungen trotzdem nicht akzeptieren. „Es gibt diesbezüglich rechtliche Fragen, die noch geklärt werden müssen“, berichtetet Onkes.

Keine Diskussion gebe es bezüglich des Fertigstellungstermines. „Wir sind im Zeitplan und werden den Südring im Oktober oder November 2018 eröffnen“, verspricht der Verwaltungschef.

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