Umstellung von Sommer- auf Winterzeit geschieht automatisch

Zeitumstellung: Atomuhr steuert Zeiger der Nienburger St. Martins-Kirche

Kirche Nienburg St. Martin
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Die Zeigerwellen der vier Uhren befinden sich in genau 36,5 Metern Höhe. Nur einmal im Jahr muss ein Techniker hinauf, um sie zu warten.

Nienburg - von Leif Rullhusen. Zwei Mal im Jahr beschäftigt viele Bürger die gleiche Frage. Wird die Uhr vor oder zurück gestellt? Jan Klabunde, Küster der Nienburger St. Martins-Kirche, ist das egal. Zumindest bezüglich des Zeitmessers, für den er beruflich verantwortlich ist.

Die vielleicht meist beachtete Uhr im Landkreis Nienburg erledigt diesen Job nämlich ganz alleine. Ihre Zeiger bewegen sich in der kommenden Nacht vollkommen automatisch um eine Stunde zurück – von 3 auf 2 Uhr. „Die Turmuhr hängt an der Atomuhr in Braunschweig. Da muss niemand eingreifen“, erklärt Klabunde. Sie ist zudem mit den Glocken und der Heizungsanlage des Gotteshauses synchronisiert.

Auch ein Uhrwerk sucht man im Turm der St. Martins-Kirche vergeblich. Jede Zeigerwelle der vier Ziffernblätter in rund 36 Metern Höhe wird von einem kleinen, unscheinbaren Elektromotor angetrieben, der sich jeweils direkt hinter dem Mauerwerk im Inneren des Turms befindet. „Wie die Wanduhr zuhause, nur etwas größer“, vergleicht der Küster. Allerdings um einiges größer: Schließlich sind die Minutenzeiger über fünf Meter lang.

Das kleine rote Schaltpanel, auf das Küster Jan Klabunde deutet, steuert die Turmuhr, das Glockenwerk und die Heizung der Nienburger St. Martins-Kirche. 

Gesteuert wird die Uhr über ein kleines unscheinbares Schaltpanel an der Wand eines kleinen Nebenraums in der Kirche. „Das ist unspektakulär, aber für uns eine große Arbeitserleichterung“, berichtet Klabunde. Nur einmal im Jahr muss ein Techniker in den Turm steigen, um die Uhr zu warten. Das alte Uhrwerk, das früher die Zeiger bewegte, musste hingegen regelmäßig aufgezogen werden. Es ruht heute in einer Glasvitrine im Vestibül des benachbarten Rathauses.

Auch die Glocken wurden früher selbstverständlich mit Muskelkraft geläutet. Heute muss sich selbst um die richtige Temperatur zum Gottesdienst niemand mehr kümmern. Auch das übernimmt die Steuerung für die Uhr. Von 8 auf 18 Grad erwärmt die Heizung die Kirche für Veranstaltungen ganz langsam steigend. „Höchstens einen Grad pro Stunde“, erklärt der Küster. „Sonst könnte die Orgel Schaden nehmen.“

Insgesamt ist die Technik so unspektakulär wie zuverlässig. Bis auf eine Ausnahme: Im vergangenen September stand die Kirchturmuhr ein paar Tage lang. „Wir haben während der Zeit zahlreiche Anrufe bekommen, die uns darauf aufmerksam gemacht haben“, erinnert sich Klabunde.

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