Rund 8 000 Spieler in Brokeloh

Zutritt zu Mythodea nur in angemessenem Gewand

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In geordneter Formation zieht eine Gruppe aus der Festung aus.

Brokeloh - 8 000 Spieler sind erneut zum weltweit größten Fantasy-Live-Rollenspiel „Conquest of Mythodea“ im kleinen Dorf Brokeloh eingefallen. Mit viel Interesse hat sich eine Gruppe geladener Gäste aus dem Landkreis über das Gelände führen lassen.

Es wird den Besuchern so einiges erklärt über das, was dieser Conquest ist – zunächst im Innenhof des Brokeloher Ritterguts, später dann auf dem Spielgelände. Der überwiegende Teil derjenigen, die sich im Hof drängen, ist nicht zum ersten Mal bei solch einer Führung dabei, manche haben sich im Lauf der Jahre eigene Gewandungen zugelegt, und auch die Gruppe derer, die sich bereitwillig vom Dachverband der Brokeloher Vereine ein wenig angemessener einkleiden lässt, ist groß. Erst so ausstaffiert, kommen sie nahe an das Geschehen heran. Wer seine Alltagskleidung beibehalten will, muss sich mit einer Führung, die nur in die Randzonen des Geländes geht, begnügen.

Martin Fahrland, Geschäftsführer der Mittelweser-Touristik, schaut ein wenig unglücklich drein, da sein „mittelalterliches Hemd“, das ihm übergestülpt wurde, gar nicht seiner Statur entspricht. „Nächstes Jahr komme ich früher, um etwas Passendes zu bekommen“, ist sein schmunzelndes Resümee. Nur Minuten später spaziert die Gesellschaft aber vergnügt direkt zum Ort des Geschehens.

Die Gäste aus dem Landkreis Nienburg reagieren nur mit einem Grinsen auf den Gefangenen im Käfig.

Was dann in der Festung, die aus Metallgerüsten und Styropor errichtet wurde, erläutert wird, klingt martialisch: Die Spieler müssten eine Heerführungsstruktur erarbeiten. Und dafür stünden nur 72 Stunden zur Verfügung. Deren Gegner seien schon wesentlich besser vernetzt, würden an einem Strang ziehen, ein gemeinsames Ziel verfolgen. Doch jene dort draußen, vor den Toren der Festung? Die müssten erst zusammenfinden, um sich wirksam zur Wehr setzen zu können. In den ersten 24 Stunden seien sie dem gegnerischen Tor nicht auf 100 Meter nahegekommen.

Mehr oder weniger sind es Kriegsführungsstrategien, die sich Hauptverwaltungsbeamte aus dem Landkreis Nienburg und etliche weitere Gäste erklären lassen. Besonders freuen sie sich währenddessen schon darauf, in wenigen Minuten als Zeugen bei einer großen Schlacht zusehen zu können. Dafür müssen sie sich allerdings an den Rand des Schlachtfeldes begeben und die sichere Festung verlassen. 

Als sie nahe dem Ausgang an einem Käfig vorbeikommen, in dem ein Gefangener um Gnade fleht, während er von seinen Wächtern verhöhnt wird, haben sie nur ein Grinsen für ihn übrig. Spannend ist das, was sie an diesem Nachmittag auf den Kuh- und Pferdeweiden Brokelohs dargeboten bekommen und bei aller Kriegsführung, bei allen tosenden Schlachten eben doch nur – ein Spiel.

Fantastisch sind viele der Spieler anzusehen, die auf Brokelohs Wiesen in die Schlacht ziehen.

Das zeigt sich an anderer Stelle, an der sich zwei Spieler mit Schwertern bekämpfen, während ihre jeweiligen Genossen sie anfeuern – bereit, jeden Moment einzugreifen. Einer der Kämpen holt zum Schlag aus, streift den Kopf seines Gegners, schlägt ihm die Brille von der Nase. Der wilde Kampf wird augenblicklich unterbrochen. Alle Umstehenden suchen die Brille, keiner bewegt sich, bevor nicht auch das Glas, das herausgefallen ist, aufgefunden wurde. Eine herzliche Entschuldigung folgt – und schon werden wieder mit Gebrüll die Schwerter erhoben.

Für die Gäste endet die Tour in der „Stadt“ von Mythodea mit Speis, Trank und mittelalterlicher Musik. Und mit der Aussicht, solch einen Einblick in diese Welt, die nun bereits zum 14. Mal in Brokeloh entstanden ist, auch im kommenden Jahr wieder für einige Stunden sehen zu können.

Wer Mythodea besuchen möchte, kann dieses heute noch tun. Allerdings werden maximal 200 Besucher pro Tag und ausschließlich solche in Gewandung eingelassen. Die Preise variieren zwischen 15 und 30 Euro. Zusätzlich müssen je Besucher 50 Euro Pfand hinterlegt werden.

Der Eintritt zu dem Fantastica Festival, das direkt angrenzend an das Spielgelände aufgebaut ist, ist hingegen günstiger und kostet für Erwachsene fünf Euro pro Tag, in Gewandung drei Euro. Kinder bis 14 Jahre zahlen drei Euro, Kinder unter sechs Jahren haben freien Eintritt. Weitere Informationen sind im Internet hinterlegt.

ade

www.fantastica-festival.de

Quelle: kreiszeitung.de

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