Blumenthal steht für Vielfalt

Zweite Namensgebungs-Feier an der Oberschule Hoya

Marion Blumenthal Lazan verewigt sich mit der Unterstützung der Schülervertreter mit ihrem Handabdruck auf einer Leinwand.

Hoya - Von Vivian Krause. Die Holocaust-Überlebende ist ein kleiner Star. Zwei Schülerinnen lassen sich das Programmheft von Marion Blumenthal Lazan unterzeichnen, das die Marion-Blumenthal-Oberschule Hoya zur gestrigen Namensgebungs-Feier in der Aula vorbereitet hatte. Ihr Name, den die Schule seit Juni trägt, steht bereits an den beiden Gebäuden der Schule.

Schon im Juni gab es eine Feier mit geladenen Gästen, der gestrige Tag war vor allem für die Schüler gedacht. Anwesend waren zudem Gäste aus Politik und Verwaltung, von der Kirche, Vertreter von Eltern, Förderverein, Nachbarschulen sowie die ehemaligen Schulleiter Dr. Holger Tietjen und Eike Reiche.

Schüler präsentieren politische Einstellung im Film

Den Tag hatten Schüler und Lehrer in einer Projektwoche erarbeitet. So schmückte ein aus Blumen gebastelter Schriftzug des Namens „Marion Blumenthal“ die Bühne, und die Schüler präsentierten einen selbst erarbeiteten Film unter dem Motto „Wir sind gegen Rassismus“. Er zeigte die Köpfe von Schülern und Lehrern dicht hintereinander geschnitten. Teilweise in so kurzer Zeit, dass die Umrisse zu verschwimmen schienen. Passend dazu lief der Song „Human“ von Rag ’n’ Bone Man, in dem der Sänger über die Schwächen eines jeden Menschen singt. Eine der Botschaften: Die Hautfarbe ist egal.

Auch den musikalischen Rahmen gestalteten die Schüler: Die Bandklasse 6b spielte „Musik sein“ von Vincent Weiss, die Klasse 6c sang „Hello – Goodbye“ von den Beatles, Thomas Bui spielte auf der Gitarre „Toccata for a wild old lady“ von Peter Horton, und die Band-AG des achten Jahrgangs präsentierte „Unter den Wolken“ von den Toten Hosen.

Unbekannte Handabdrücke - „egal, wir sind alle gleich“

Im Mittelpunkt stand natürlich Marion Blumenthal Lazan selbst, die aus New York angereist war. Die Schule begrüßte die Ehrenbürgerin Hoyas auf etlichen Sprachen. Schulleiter Marc Badermann hielt seine gesamte Rede auf Englisch, und einige Schüler präsentierten die Worte „Willkommen in unserer Schule“ in mehreren Sprachen.

Namenstag-Feier an der Marion-Blumenthal-Oberschule Hoya

Die Schülervertreter Weronika Szynalska und Tom-Luca Koch baten Marion Blumenthal Lazan nicht nur um eine Unterschrift auf einem von Szynalska geschaffenen Porträt, das die Ehrenbürgerin zeigt, sie malten sie außerdem an. Genauer gesagt pinselte Szynalska die Hand der Ehrenbürgerin mit blauer Farbe an und bat sie darum, einen Handabdruck auf einer Leinwand zu hinterlassen. Auf dieser steht der Spruch: „Ein europäisches Kind, ein asiatisches Kind und ein amerikanisches Kind drücken beim Spielen ihre Hände in Farbe. Nun geh’ und sag’, welche Hand ist vom wem!“ Das gestern von Lazan Blumenthal enthüllte Namensschild der Schule zeigt ebenfalls mehrere Handabdrücke in bunten Farben. „Wir wissen nicht, von wem diese sind, aber das ist auch egal, wir sind alle gleich“, sagte Szynalska.

Marion Blumenthal Lazan kämpft gegen das Vergessen

Lehrer Jörg Sommerfeld sagte, Lehrer und Schüler kämpfen bereits täglich gegen das Vergessen der Vergangenheit. Und Marion Blumenthal Lazan tue dies in besonderer Weise. „Du sprichst nicht nur zu, sondern mit den Schülern.“ Sommerfeld legte zudem die Botschaft der Ehrenbürgerin dar: Seid gut, seid freundlich, geht respektvoll miteinander um, und folgt nicht blind irgendeinem Anführer.

„Danke, dass Sie unserer Familie diese Ehre gegeben haben“, sagte Marion Blumenthal Lazan und sprach auch im Namen ihres mit angereisten Ehemanns Nathaniel Lazan, ihres Bruders Albert Blumenthal „sowie mit meinen Eltern im Herzen“. Es ist für sie schön, „dass wir den Weg zurückgefunden haben in unsere Heimat Hoya.“

Im Anschluss an die Feier pflanzten der Schulleiter, Marion Blumenthal Lazan sowie Sandra Petersen und Doris Schwecke vom Förderverein eine Rose im Schulgarten. „Als Zeichen des Gedenkens“, sagte Badermann. Die Mutterpflanze war einst von der jüdischen Familie Elias in Hoya gepflanzt worden. Der Lebenswille der Rose, die Familie Koppermann aus Hoya bewahrt hat, mache sie zu einem Denkmal.

Quelle: kreiszeitung.de

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