Einstimmung auf die Weihnachtszeit

Die Zwergensage von Hoya

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Der Zwergenbrunnen in Hoya wird zur Weihnachtszeit geschmückt – wenn auch nicht immer mit Strickmützen.

Hoya - Von Ulf Kaack. Auf der ganzen Welt sind es der Nikolaus und Knecht Ruprecht, der Weihnachtsmann und Santa Claus, die auf die Festtage einstimmen und die Menschen durch sie begleiten. Nur in der Enklave Hoya nicht! Wie in einem bekannten gallischen Dorf trotzen sie den Bräuchen und machen an der Weser Jahr für Jahr ihr eigenes Ding. Interessierte erfahren jetzt, warum das so ist und was einst hinter den dicken Wänden des gräflichen Herrenhauses geschah.

Eines Nachts erschien bei dem Grafen von Hoya ein kleines Männlein. Der Graf erschrak, aber das Männlein meinte, der Graf solle sich doch nicht fürchten und seine Bitte ruhig anhören. Weiter sagte der Kleine: „In der nächsten Nacht möchten meine Gesellen und ich in deinem Schlosse ein Fest feiern. Keiner soll davon wissen, als du allein. Es wird auch niemandem im Schlosse ein Leid geschehen, und wir Zwerge werden dir und deinem Geschlecht allzeit dankbar sein.“

Der Graf, der wohl wusste, dass man sich mit dem Zwergenvolk gut stellen muss, war einverstanden. Da kamen in der nächsten Nacht viele Zwerge über die Brücke in das Schloss, brieten und backten in der Küche, und im Saal wurde getanzt und gefeiert. Am nächsten Morgen suchte das kleine Männlein den Grafen wieder auf und bedankte sich herzlich.

Dann überreichte es dem Grafen seine Geschenke, nämlich ein Schwert, ein schwarz-gelbes Salamanderlaken und einen Ring mit einem roten Stein, in den ein Löwe geschnitten war. Dabei sprach das Männlein diese Worte: „Den goldenen Ring, das Salamanderlaken und das Schwert sollst du gut verwahren und deine Nachkommen auch, denn solange diese drei beieinanderbleiben, wird es um die Grafschaft wohl stehen. Geht aber eins davon verloren, werden Unglück und Zwietracht über das gräfliche Haus kommen.“

Lange Jahre verwahrten die Hoyaer Grafen die Geschenke des Zwergs mit Sorgfalt und hielten sie in Ehren. Wenn aber ein Graf von Hoya zum Sterben kam, wurde kurz vorher der rote Löwe in dem Ring ganz blass. Damals, als Graf Jobst und seine Brüder die Grafschaft gemeinsam regierten, gingen Schwert und Salamanderlaken verloren. 

Da wurden die Brüder uneins und es gab Krieg und Blutvergießen in der Grafschaft. Dem letzten Grafen von Hoya gab man den Ring der Zwerge mit ins Grab. Manche meinen auch, die Fahne der Grafschaft habe das Schwarz und Gelb von dem Salamanderlaken.

Quelle: kreiszeitung.de

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