Studenten forschen im Grinderwald

Rohre und Messungen im Laub

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Einblicke in Prozesse im Boden erhoffen sich Forscher von Installationen im Grinderwald

LINSBURG - Von Nikias Schmidetzki. Nein, keine Ufos. Auch keine Fortsetzung des Abenteuerspielplatzes einige Meter entfernt. Was sich da zwischen hohen Bäumen im Grinderwald bei Linsburg befindet, ist ein Forschungsprojekt, aufgebaut und betreut von Studenten der Leibniz Universität Hannover.

Was die Nachwuchs-Wissenschaftler mit ihrem Dozenten Professor Dr. Jörg Bachmann untersuchen, liest sich vermutlich selbst für ambitionierte Hobbygärtner zunächst holprig. „Kohlenstoffspeicherung und C-Umsatzdynamik in Unterböden: Der häufig ignorierte Teil im Kohlenstoffzyklus“ nennt sich das Projekt. Das geht doch auch einfacher? „Wir wollen sehen, was mit der organischen Substanz passiert, die in den Unterboden eingetragen wird“, sagt Dr. Bachmann. Er ist Leiter der Arbeitsgruppe Bodenphysik am Institut für Bodenkunde.

Es gehe dabei um jene Biomasse, die unter anderem über Blätter, die den Boden bedecken, und Wurzelwerk in den Boden gelangt. Vor dem Hintergrund „prognostizierter Klimaänderungen und immer stärkerer Intensivierung der globalen Landnutzung ist die Rolle der Böden bislang unzureichend bekannt“, erläutert Dr. Bachmann die Intention der Forschergruppe. Über einen Bekannten war er auf das günstig gelegene Waldgebiet aufmerksam geworden. Es biete ideale Voraussetzungen und sei zudem über die Bundesstraße gut zu erreichen.

Da schauen schlanke Röhren aus dem Waldboden, da befinden sich ganz offensichtlich Tanks oder andere Behälter mit schweren Deckeln im Zentrum eines abgesteckten Areals von einigen Metern Durchmesser, dessen Ecken wiederum Plastikrohre und verschiedene andere Utensilien markieren. Solche einige Quadratmeter große Flächen haben die Forscher gleich mehrfach installiert. Hinzu kommen Löcher von mehreren Metern Länge – und um Bäume haben sie Maßbänder gelegt.

Einblicke in wenig erforschtes Erdreich

An diesen Stellen forscht die Gruppe aus Hannover im Grinderwald. © Nikias Schmidetzki / Aller-Weser-Verlag
An diesen Stellen forscht die Gruppe aus Hannover im Grinderwald. © Nikias Schmidetzki / Aller-Weser-Verlag
An diesen Stellen forscht die Gruppe aus Hannover im Grinderwald. © Nikias Schmidetzki / Aller-Weser-Verlag
An diesen Stellen forscht die Gruppe aus Hannover im Grinderwald. © Nikias Schmidetzki / Aller-Weser-Verlag
An diesen Stellen forscht die Gruppe aus Hannover im Grinderwald. © Nikias Schmidetzki / Aller-Weser-Verlag

Die Unternehmung ist eines von neun unterschiedlichen Projekten unter Federführung des Geografischen Instituts der Ruhr Universität Bochum. Es beteiligen sich Bodenwissenschaftler, Mikro- wie auch Forstbiologen und Okösystemmodellierer – auch die gibt es. Die Hannoveraner sind mit zwei Projekten der Gebiete Bodenchemie und Bodenphysik eingebunden. Ausgelegt sind sie für sechs Jahre, wobei bereits nach der Hälfte der Zeit eine Zwischenevaluation erhoben werden soll. Nach der Einrichtung der Stationen im Grinderwald werden sich in der Regel alle zwei Wochen Forscher dort aufhalten. Hinzu kommen begleitende Arbeiten einzelner Studenten.

Keine Pflanzen, im Erdreich stecken diese Röhren dennoch.

Welche Kernaussage erhoffen sich die Forscher? „Unser Ziel ist es, Prozesse zu beschreiben. Wir wollen das Schicksal eines Kohlenstoffmoleküls verfolgen“, sagt Dr. Bachmann. Im Vergleich mit Referenzstandorten können Werte und Ergebnisse ausgewertet werden. Schließlich könne sich zeigen, welche Wirkung der Klimawandel auf die Funktion des Bodens als Kohlenstoffspeicher hat. Abgesehen hat es die Gruppe dabei auf den Unterboden. Schlägt sich der Klimawandel also nun auf die Wirtschaftlichkeit, auf den Gesundheitszustand des eher unerforschten Teils des Erdreichs nieder? Können Kohlenstoffvorräte darauf reagieren? Antworten erhofft sich die Gruppe durch ihr Projekt. Aus dem Landkreis Nienburg sollen also Resultate mittelfristig Aufschluss geben. Als Unterboden bezeichnen Experten den Bereich, der nicht oder nur gering humushaltig und kaum belebt ist. Dort spielt sich die Verwitterung der Mineralien ab. Bei bewirtschaftetem Boden zählt der gesamte von der Bearbeitung nicht erfasste Bereich zum Unterboden.

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