Nach Vorstoß aus der CDU

Kanzler-Frage: Merkel hat Kohl-Rekord vor Augen - nun will auch Baerbock einen Riegel vorschieben

Annalena Baerbock ist Kanzlerkandidatin der Grünen - und besitzt aussichtsreiche Chancen auf die Nachfolge von Angela Merkel
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Annalena Baerbock ist Kanzlerkandidatin der Grünen - und besitzt aussichtsreiche Chancen auf die Nachfolge von Angela Merkel.

Angela Merkel ist seit 2005 Kanzlerin. Ihre potenzielle Nachfolgerin Annalena Baerbock von den Grünen spricht über eine grundlegende Reform - und erläutert warum.

Berlin - Wenn die Bundestagswahl im Herbst* vollzogen ist, bedeutet das noch nicht unmittelbar das Ende der Ära Angela Merkel*. Sollte sich die Regierungsbildung in die Länge ziehen, hat die Kanzlerin durchaus Chancen, den bestehenden Rekord von Helmut Kohl als längstamtierender Regierungschef der Bundesrepublik zu übertrumpfen: Kohl bekleidete von 1982 bis 1998 das wichtigste Amt Deutschlands - bis dato die längste Amtszeit eine Bundeskanzlers. Bleibt Merkel bis zum 17. Dezember 2021 im Kanzleramt, übernimmt sie die „Spitzenposition“.

Am Ende der Kohl-Zeit war von einem Reformstau die Rede - und auch heute mehrt sich die Kritik an einer arg abwartenden Politik. Eine zeitliche Begrenzung für das Amt des Bundeskanzlers* gibt es aber nach wie vor (noch) nicht. Zuletzt waren es bemerkenswerterweise Stimmen innerhalb der CDU, die sich für eine Befristung der Amtszeiten von Regierungschefs stark machten. Doch nun werden die Rufe lauter.

Annalena Baerbock: Ära wie unter Merkel? Kanzlerkandidatin ist dagegen

Ziemlich gute Aussichten auf die Merkel-Nachfolge - zumindest wenn es nach derzeitigen Umfragen geht - besitzt Annalena Baerbock*. Die 40-Jährige wurde von den Grünen als Kanzlerkandidatin auserkoren, während ihre Partei in der Wählergunst mutmaßlich die populärste Partei* des Landes darstellt. In einem Interview regt die gebürtige Hannoveranerin nun ebenfalls neue Regeln für das Kanzleramt an.

„Wir sollten auch die Begrenzung der Amtszeit einer Kanzlerin und eines Kanzlers in den Blick nehmen“, appelliert Baerbock im Spiegel - und erklärt auch warum: „Wir sehen gerade, wieviel Bewegung es gibt, wenn zum ersten Mal in der Geschichte der Bundesrepublik alle Parteien gefordert sind, etwas Neues zu wagen, weil eben kein amtierender Kanzler oder amtierende Kanzlerin nochmal antritt.“ Eine aktuelle Umfrage* zeigt, dass viele deutsche Wahlberechtigte ähnlich denken.

Kanzlerfrage: Baerbock regt Veränderungen an - „Verkrustete Strukturen aufbrechen“

Im Umkehrschluss regt Baerbock an, dass die Legislaturperiode (derzeit vier Jahre) verlängert wird. Die Grüne-Kanzlerkandidatin vermutet, dass diese Veränderungen „zusammengenommen neuen Schwung bringen“ würden. Es gehe darum, im politischen System „verkrustete Strukturen aufzubrechen“. Weitere Punkte einer Parlamentsreform könnten laut Baerbock eine lange geforderte, aber schwer umstrittene Verkleinerung des Parlaments sowie die Herabsetzung des Mindestalters bei einer Wahl auf 16 Jahre sein.

Zuletzt hatte der niedersächsische CDU-Vorsitzende Bernd Althusmann gefordert, die Amtszeit von Kanzlern der CDU auf zwei zu beschränken* - und die Legislaturperioden zu verlängern. „Wir sollten als Partei festlegen, die Kanzlerschaft auf zwei Wahlperioden zu begrenzen“, sagte Althusmann in einem Interview mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Die Wahlperioden sollten von vier auf fünf Jahre erhöht werden, um dann auf „maximal zehn Jahre“ Amtszeit zu kommen.

Baerbock wurde unterdessen bei einem TV-Talk in der ARD derweil mit Ex-US-Präsident Donald Trump verglichen - von Entertainer Thomas Gottschalk*. Am Donnerstag gab es für das Klimapaket der Merkel-Regierung zudem eine „schallende Ohrfeige“ - und Vorwürfe an die Adresse Merkels. (PF) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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