Nächster Bundesstaat schockt Trump

„Amerika ist zurück!“: Biden stellt sein Team vor - und gibt Trump kräftig einen mit

Kein Ende in Sicht: Der scheidende US-Präsident Donald Trump geht weiter gegen das Ergebnis der US-Wahl 2020 vor - und erhebt Vorwürfe im Zusammenhang mit einem Corona-Impfstoff.

  • Der Demokrat Joe Biden hat die US-Wahl 2020* gegen Donald Trump gewonnen.
  • Doch der scheidende US-Präsident will seine Niederlage nicht eingestehen.
  • In mehreren Bundesstaaten geht er gegen das Ergebnis vor - bislang ohne jeglichen Erfolg.

Update vom 24. November, 22.30 Uhr: Auch Donald Trump ist am Dienstag vor die Presse getreten - und zwar gleich zweimal. In einem kuriosen Auftritt pries der US-Präsident den Anstieg des Aktienindex Dow Jones und eine „heilige Zahl“. In einer traditionellen Zeremonie „begnadigte“ Trump vor dem Erntedankfest zudem einen Truthahn. Die größere Aufmerksamkeit erhielt allerdings ein Video des zwei Jahre zurückliegenden Begnadigungs-Auftritts. Damals sprach der US-Präsident ausgerechnet von „fairen Wahlen“ - und einer „Neuauszählung“ ohne Ergebnisveränderung.

„Amerika ist zurück!“: Biden stellt sein Team vor - und gibt Trump kräftig einen mit

Update vom 24. November, 20.00 Uhr: Der designierte US-Präsident Joe Biden hat seine Kandidatinnen und Kandidaten für Schlüsselposten in seiner künftigen Regierung vorgestellt. „Es ist ein Team, das die Tatsache spiegelt, dass Amerika zurück ist, bereit, die Welt anzuführen, statt sich aus ihr zurückzuziehen“, sagte Biden am Dienstag in Wilmington in klarer Anspielung auf den Kurs der USA unter seinem Vorgänger Donald Trump. Mit seiner künftigen Regierungsmannschaft sei Amerika „bereit, unseren Gegnern entgegenzutreten, statt unsere Verbündeten zurückzuweisen, bereit, für unsere Werte einzutreten“.

Die gewählte Vizepräsidentin Kamala Harris sagte: „Wir werden Amerikas Bündnisse wieder zusammenfügen und erneuern, die Institutionen der nationalen Sicherheit und der Außenpolitik, die uns schützen, wieder aufbauen und stärken.“ Der 78-jährige Demokrat Biden forderte den US-Senat auf, den erforderlichen Bestätigungsprozess seiner Kandidaten einzuleiten und sie alsbald anzuhören. Er äußerte zudem die Hoffnung auf parteiübergreifende Zusammenarbeit, um das Land voranzubringen und zu einen.

Zuvor hatte Pennsylvania als weiterer umkämpfter US-Bundesstaat das Ergebnis der Präsidentenwahl mit dem Sieg von Joe Biden offiziell bestätigt. Dem unterlegenen Präsidenten Donald Trump nimmt das noch mehr Luft aus den Segeln bei seinen Versuchen, den Ausgang der Wahl am 3. November mit juristischen Attacken zu kippen. Pennsylvanias Gouverneur Tom Wolf teilte danach mit, dass er die 20 Wahlleute des Bundesstaates formell angewiesen habe, für Biden zu stimmen. Biden gewann in Pennsylvania mit einem Vorsprung von gut 80.500 Stimmen.

US-Wahl 2020: Trump will weiter kämpfen

Update vom 24. November, 11.15 Uhr: Der scheidende US-Präsident Donald Trump hält weiter daran fest, bei der US-Wahl 2020 betrogen worden zu sein. Damit steht er jedoch immer mehr alleine da. Er werde weiter um seine Präsidentschaft kämpfen - auch wenn zahlreiche Klagen seines Teams bereits abgewiesen wurden - erklärte er erneut.

Für den gewählten US-Präsidenten Joe Biden ist der Start der sogenannten „transition“ entscheidend. Er kann nun mit der Übergabe beginnen, seine Mitarbeiter mit Regierungsbeamten sprechen und hat Zugriff auf 6,3 Millionen U-Dollar, die für diese Phase vorgesehen sind. Yohannes Abraham, der Exekutivdirektor, der für die Regierungsübergabe an Joe Biden zuständig ist, sagte in einer Erklärung, dass es „ein notwendiger Schritt war, um die Herausforderungen unserer Nation anzugehen.“ Der neue US-Präsident werde damit beginnen, mit Trumps Regierungsbeamten zu sprechen: „Um die Reaktion auf die Pandemie zu erörtern, unsere nationalen Sicherheitsinteressen umfassend zu berücksichtigen und ein umfassendes Verständnis für die Bemühungen der Trump-Regierung zu gewinnen, Regierungsbehörden auszuhöhlen.“

Update vom 24. November, 7.45 Uhr: Der Übergang zwischen der Regierung von US-Präsident Donald Trump und dem gewählten US-Präsidenten Joe Biden kann beginnen. Trump erklärte am Montagabend (Ortszeit) auf Twitter, er habe die Behörden und seine Mitarbeiter angewiesen, mit Biden zu kooperieren.

Update vom 23. November, 22.50 Uhr: Die nächste böse Überraschung für Donald Trump folgt auf den Fuß. Im Bundesstaat Michigan wurde der Wahlsieg von Joe Biden zertifiziert. Damit müssten dem Demokraten die 16 Wahlleute sicher sein.

Update vom 23. November, 20.58 Uhr: Für Donald Trump setzt es eine weitere Schlappe im Bestreben, Joe Biden den Wahlsieg durch die Hintertür zu entreißen. So weigert sich der Oberste Gerichtshof, die Klage seiner Anwälte gegen das Ergebnis in Pennsylvania zu verhandeln. Dieses hatte den Herausforderer vorn gesehen.

Zuvor hatte bereits ein Bezirksrichter die Bitte des Trump-Lagers abgewiesen, eine laufende Klage zu ändern. Diese hätte durch das Argument erweitert werden sollen, die Abstimmung in Pennsylvania sei verfassungswidrig verlaufen. Die Hoffnung des US-Präsidenten und seiner Mitstreiter: Das Wahlergebnis hätte verworfen werden müssen und das von Republikanern beherrschte Landesparlament könnte über die 20 Wahlleute aus dem Bundesstaat entscheiden.

Auf diesem Weg will sich Trump an sein Amt klammern. Insgesamt werden in sechs Bundesstaaten Klagen angestrengt. Pennsylvania wird für ihn dabei jedoch ein Key State.

Update vom 23. November, 20.28 Uhr: Offenbar sind auch in Trumps eigenem Team nicht mehr alle einstigen Weggefährten vom Wahlsieg des wohl scheidenden US-Präsidenten überzeugt. Nach Angaben der US-Nachrichtenplattform Axios aus Virginia berichtet nun, dass sich sogar die Top-Berater von Donald Trump nicht mehr einig sind und in Gesprächen heftig aneinandergeraten würden.

Zudem kehrte sich einer der engsten Vertrauten Trumps nun gegen ihn: Steve Schwarzman, der Blackstone-Vorstandsvorsitzende, sieht dem Bericht des Portals nach nun ebenfalls Joe Biden als Sieger. Direkt nach der Wahl hatte Schwarzman noch auf Seiten Trumps gestanden. Doch die Wahl-Untersuchungen hätten ihn mittlerweile von der Rechtmäßigkeit von Bidens Sieg überzeugt, so der CEO.

US-Wahl: Showdown in Michigan - kann Trump den Biden-Sieg noch verhindern?

Update vom 23. November, 17.28 Uhr: Dies ist der Tag, an dem in Michigan das Ergebnis der US-Präsidentschaftswahl in dem nördlichen Bundesstaat offiziell bestätigt werden soll. Eigentlich sollte das nur eine Formsache sein, denn Joe Biden vereinte nach den Auszählungen rund 154.000 Stimmen mehr auf sich als Donald Trump. Doch der US-Präsident hat offenbar einen Trumpf im Ärmel. Denn das vier Personen umfassenden Gremium, dass für die Verkündung zuständig ist, umfasst auch zwei Republikaner.

Der Herrscher im Weißen Haus soll Druck auf das Duo ausüben, so dass dieses sich weigern könnte, das Ergebnis zu zertifizieren. Folglich könnte sich die Ernennung der 16 Wahlleute Michigans verzögern, was zu einer Entscheidung vor Gericht führen würde. Trumps Hoffnung könnte darin bestehen, dass die Landesparlamente letztlich eigene Wahlleute bestimmen, die dann am 14. Dezember im Electoral College das künftige Staatsoberhaupt bestimmen. In Michigan haben die Republikaner im Landesparlament die Mehrheit. Deshalb wird es spannend, was im Great Lakes State verkündet wird.

Sollte Trump tatsächlich versuchen, auf diese Art an der Macht zu bleiben, wäre das schon ein Affront gegen das Land und seine Einwohner. Ein schlichtweg perfider Plan.

Update vom 22. November, 19.26 Uhr: Mittlerweile scheint der Amtsantritt von Joe Biden am 20. Januar nur noch Formsache. Doch ausgerechnet der Kreml zögert weiterhin, den Demokraten als Wahlsieger anzuerkennen. Man werde mit jedem US-Präsidenten zusammenarbeiten, der „das Vertrauen des amerikanischen Volkes hat“, sagte Wladimir Putin laut dem Portal Bloomberg am Sonntag im russischen Staatsfernsehen. „Aber dieses Vertrauen kann nur ein Kandidat erhalten, der von der unterlegenen Partei anerkannt wird - oder nachdem die Resultate auf einem legitimen, offiziellen Wege anerkannt sind“, fügte Putin hinzu.

Donald Trump am Sonntag auf dem Weg aus dem Weißen Haus heraus - aber nur für einen Ausflug.

Trumps Amtszeit war lange Zeit von der „Russland-Affäre“ überschattet worden. Moskau wurde vorgeworfen, Trumps Wahlsieg 2016 gezielt unterstützt zu haben. Putin bezeichnete seine Haltung dem Bericht zufolge als „Formalität“. Um die Beziehungen Russlands zu den USA mache er sich keine Sorgen, sagte der russische Präsident. „Da gibt es nicht zu beschädigen, sie sind eh schon ruiniert.“

Der republikanische Gouverneur des US-Bundesstaats Maryland hat Trumps Kampf gegen die Wahlergebnisse unterdessen als zunehmend „bizarr“ und peinlich bezeichnet. Die USA seien einst weltweit ein angesehener Vorreiter beim Thema freie Wahlen gewesen „und jetzt fangen wir an, wie eine Bananenrepublik auszusehen“, sagte Larry Hogan am Sonntag im Gespräch mit dem Nachrichtensender CNN. „Es ist Zeit, mit dem Unsinn aufzuhören“, sagte der Republikaner weiter. Hogan hatte sich schon früh gegen Trumps Kurs nach der Wahlniederlage ausgesprochen.

US-Wahl 2020: Trump will Ergebnis in Swing State ausbremsen - Biden plant große Verkündung für Dienstag

Update vom 22. November, 16.50 Uhr: Donald Trump will seine Macht im Weißen Haus weiter mit allen (juristischen) Mitteln verteidigen - doch der gewählte neue Präsident Joe Biden zieht sein Programm durch: Biden will am Dienstag seine ersten Kabinettsmitglieder vorstellen. „Sie werden die ersten Nominierungen des Kabinetts des gewählten Präsidenten am kommenden Dienstag sehen“, sagte Bidens designierter Stabschef Ron Klain am Sonntag dem Sender ABC. Welche Ministerposten bekannt gegeben werden und wer die Ressorts übernehmen soll, sagte Klain nicht. „Sie müssen abwarten, dass der gewählte Präsident das am Dienstag selbst sagt.“

Am Samstag war Trump mit einer Klage in Pennsylvania gescheitert. Kurz vor der Entscheidung hatte Trumps Team eine Forderung auf einen Stopp der Ergebnis-Zertifizierung auch im Bundesstaat Michigan eingereicht. Dort hatte Biden die Wahl mit 155.000 Stimmen Vorsprung zu Trump gewonnen.

In einem Brief an die Wahlleitung in Michigan forderten die Vorsitzende des republikanischen Nationalkomitees, Ronna McDaniel, und die Chefin des Parteiverbands in Michigan, Laura Cox, eine zweiwöchige Vertagung des paritätisch besetzten Gremiums, welches das Wahlergebnis vor der Zertifizierung abschließend prüft. Dies solle eine „vollständige Untersuchung der Anomalien und Unregelmäßigkeiten“ bei der Wahl ermöglichen, erklärten McDaniel und Cox.

Wie in Pennsylvania sollten die Ergebnisse in Michigan ebenfalls am Montag offiziell bestätigt werden. Die Wahlleiterin des Bundesstaats, Jocelyn Benson, betonte am Samstag auf Twitter, es gebe „keinerlei Beweise“, die eine Infragestellung des Wahlergebnisses rechtfertigten. „Kurz gesagt: 5,5 Millionen Bürger in Michigan haben abgestimmt. Das Ergebnis ihrer Wahl ist klar. Es sind keine Belege aufgetreten, die dies untergraben könnten“, schrieb Benson.

Update vom 22. November, 7.17 Uhr: US-Präsident Donald Trump wollte Millionen Stimmen bei der US-Wahl für ungültig erklären lassen. Grund: angeblicher „massiver Wahlbetrug“. Doch er muss weiter Rückschläge einstecken. Ein Bundesgericht in Pennsylvania hat dem amtierenden Präsidenten eine weitere Niederlage verpasst. Trumps Anwälte hätten nur„bemühte rechtliche Argumente ohne Wert und spekulative Behauptungen“ ohne Beweise vorgelegt, schrieb Richter Matthew Brann in einer am Samstagabend (Ortszeit) veröffentlichten Begründung seiner Entscheidung. Bereits bei anderen Klagen in Michigan, Georgia, Nevada und Pennsylvania mussten Trump und sein Team Niederlagen einstecken.

Trumps Klage zielte auch darauf ab, Millionen Briefwahlstimmen möglicherweise für ungültig zu erklären. Die vorgelegten Argumente und Beweise hätten aber nicht mal dafür gereicht, die Stimme „eines einzigen Wählers“ für ungültig zu erklären, schrieb der Richter. „Unser Volk, unsere Gesetze und Institutionen verlangen mehr“, schrieb er.

US-Wahl 2020: Biden-Sieg in Georgia bestätigt - Trump beantragt Neuauszählung

Der knappe Wahlsieg Bidens in Georgia ist mittlerweile offiziell bestätigt. Der zuständige Staatssekretär Brad Raffensperger und Gouverneur Brian Kemp beglaubigten die Ergebnisse am Freitagnachmittag. Biden gewann die Stimmen der 16 Wahlleute des Bundesstaats mit einer hauchdünnen Mehrheit von 12.670 Stimmen. Wegen des knappen Ergebnisses hatte der Bundesstaat eine Neuauszählung veranlasst. Dadurch war Bidens Vorsprung geschrumpft, zuvor hatte er mit rund 14.000 Stimmen in Führung gelegen. Trump hat jedoch noch bis Dienstag Zeit, eine weitere Neuauszählung zu beantragen - und hat dies am Samstag (21. November) auch getan. Trumps Wahlkampfteam teilte mit, dass der entsprechende Antrag am Samstag eingereicht worden sei. Seine Anwälte erklärten, damit solle sichergestellt werden, dass jede legale Stimme gezählt werde.

Trumps Anwaltsteam erklärte den Antrag auf Neuauszählung damit, dass man auf eine „ehrliche Stimmenauszählung“ bestehe, die Unterschriftenvergleiche und andere wichtige Schutzmaßnahmen beinhalten müsse. „Lassen Sie uns aufhören, dem Volk falsche Ergebnisse zu geben. Es muss einen Zeitpunkt geben, an dem wir aufhören, illegale Stimmzettel auszuzählen. Hoffentlich kommt er bald“, hieß es weiter.

US-Wahl 2020: Republikanische Parteifreunde lassen Trump abblitzen

Auch mit einer anderen Strategie hatte Trump kein Glück: Von ihm ins Weiße Haus eingeladene republikanische Abgeordnete und Senatoren aus dem Bundesstaat Michigan sprachen sich nach dem Treffen gegen Versuche aus, die Wahlergebnisse mit juristischen Kniffen abzuändern. Die Republikaner erklärten, dass sie bislang keine Informationen hätten, die das Wahlergebnis abändern könnten. Sie würden daher bei der Ernennung der Wahlleute dem „Gesetz und dem normalen Ablauf“ folgen, erklärten die Mehrheitsführer des Senats und der Abgeordnetenkammer, Mike Shirkey und Lee Chatfield. „Und die Kandidaten, die die meisten Stimmen gewinnen, gewinnen die Wahl und die Stimmen der Wahlleute“, erklärten sie.

US-Wahl 2020: Trump will Wahlergebnisse anfechten

Update vom 21. November, 14.59 Uhr: Der amtierende US-Präsident Donald Trump will die Wahlergebnisse anfechten - im Bundesstaat Georgia* ist ihm das jetzt misslungen. Richter Steven Grimberg hat den Antrag eines konservativen Anwalts auf eine einstweilige Verfügung abgelehnt. Auch einen Angriff des Klägers auf Briefwahlstimmen wies das Gericht in Georgia zurück.

Trump hat bereits bei ähnlichen Klagen in Michigan*, Pennsylvania* und Nevada* Niederlagen eingesteckt. Der knappe Wahlsieg des Demokraten Joe Biden in dem Swing State ist inzwischen offiziell bestätigt (siehe heutiges Update von 7.21 Uhr). Trump hätte jedoch noch bis Dienstag Zeit, hier eine weitere Neuauszählung zu beantragen.

US-Wahl 2020: Trump wirft Pfizer bewusste Verzögerung bei Corona-Impfstoffen vor

Update vom 21. November, 10.46 Uhr: „Wir hatten Big Pharma gegen uns“: Donald Trump gesteht weiterhin seine Wahlniederlage gegen den US-Demokraten Joe Biden nicht ein - erneuert aber Vorwürfe, der Pharmakonzern Pfizer habe die Veröffentlichung von Daten zu seinem künftigen Corona-Impfstoff bewusst verzögert, um ihm bei der US-Wahl 2020 zu schaden.

Ursprünglich hätten die Pharmakonzerne ihre Daten im Oktober vorlegen wollen, sagte Trump am Freitag bei einer Pressekonferenz im Weißen Haus. „Aber sie haben beschlossen, es zu verschieben.“ Grund seien seine Pläne für eine Absenkung der Arzneimittelkosten, die er bei der PK vorstellte, sagte Trump. Ihm zufolge habe die Pharmalobby im Wahlkampf „Millionen von Dollar“ für Werbung gegen ihn ausgegeben. Er sprach von „korrupten Spielen“.

Hätten die Pharmakonzerne schon vor der Präsidentschaftswahl ihre guten Ergebnisse zur Wirksamkeit ihrer Impfstoff-Kandidaten bekanntgegeben, hätte das „wahrscheinlich einen Einfluss“ auf die Wahl gehabt, so Trump, der zugleich erneut behauptete, er sei ohnehin der Wahlsiger. Fragen von Journalisten beantwortete der abgewählte US-Präsident nicht.

Donald Trump wähnt im US-Wahlkampf 2020 die Pharmalobby gegen sich.

US-Wahl 2020: Ergebnis aus Georgia endlich da - jetzt droht Biden Trump mit Klage

Update vom 21. November, 7.21 Uhr: Der Wahlsieg von Joe Biden im US-Bundesstaat Georgia ist offiziell bestätigt. Der zuständige Staatssekretär Brad Raffensperger habe die Ergebnisse amtlich zertifiziert, wie Gouverneur Brian Kemp am Freitag sagte. Das weitere Verfahren sieht vor, dass Kemp binnen 24 Stunden die Zahlen bestätigt und damit die 16 Wahlleute des Staates beauftragt, am 14. Dezember für Joe Biden als Präsidenten zu stimmen.

Der unterlegene Präsident Donald Trump hat danach Zeit bis inklusive Dienstag, eine Neuauszählung der Stimmen zu beantragen. Mehrere Klagen seiner Anwälte gegen die Wahlergebnisse waren in Georgia, ebenso wie in anderen Staaten, vor Gericht gescheitert.

Aufgrund des knappen Ergebnisses hatte Georgia bereits selbst eine Überprüfung der Stimmzettel durchgeführt: Bidens Vorsprung schrumpfte danach von rund 14.000 auf 12.670 Stimmen, wie aus Angaben vom Freitag hervorging. Der Grund war, dass Wahlkommissionen in zwei von Republikanern beherrschten Bezirken vergessen hatten, mehrere tausend ausgezählte Stimmen in die Rechnung aufzunehmen. Kemp kritisierte scharf, dass es Unregelmäßigkeiten in diesem Ausmaß gegeben habe.

Raffensperger hatte in den vergangenen Tagen wiederholt betont, dass keine Anzeichen für Wahlfälschung gefunden worden seien.

US-Wahl 2020: Joe Biden greift Trumps Verhalten scharf an

Update vom 20. November, 12.15 Uhr: Der gewählte 46. US-Präsident Joe Biden hat Trumps Verhalten erneut scharf angegriffen. Dass Donald Trump seine Wahl-Niederlage nicht eingestehe, sei eine „unglaubliche Verantwortungslosigkeit“, sagte der Demokrat während einer Pressekonferenz in seinem Heimatort Wilmington. Donald Trump sende „unglaublich schädliche Botschaften an die Welt, wie Demokratie funktioniert.“ Es sei schwer zu verstehen, führte Biden weiter aus, wie dieser Mann denke.

Joe Biden stellte in Aussicht, notfalls mit juristischen Mitteln eine Zusammenarbeit der Trump-Regierung mit seinem Übergangsteam zu ermöglichen. Das sagte der Demokrat auf Nachfrage. Da dies aber zeitaufwendig sei, sei ein solches Vorgehen aktuell nicht in Planung.

Update vom 20. November, 6.09 Uhr: Schlappe für Donald Trump, den amtierenden US-Präsidenten: Der umkämpfte Bundesstaat Georgia (siehe Ursprungsmeldung vom 19. November) geht an den Demokraten Joe Biden. Das haben die Behörden nach der Neuauszählung der bei der US-Präsidentschaftswahl abgegebenen Stimmen bestätigt. Ausgezählt wurde demnach per Hand - mit dem Ergebnis, „dass die ursprüngliche maschinelle Stimmauszählung den Gewinner der Wahl korrekt wiedergegeben hat“, so Wahlleiter Brad Raffensperger auf seiner Webseite.

Die Neuauszählung fand wegen des extrem knappen Wahlausgangs statt (Biden hatte mit nur rund 14.000 Stimmen vor Trump gelegen). Sein Vorsprung liegt nun bei etwa 12.200 Stimmen. Immer noch sehr knapp, weshalb Trump erneut eine Neuauszählung beantragen könnte, so Raffensperger, der im örtlichen Fernsehen betonte, dass keine Anzeichen für Wahlbetrug gefunden worden seien.

Donald Trump macht Ernst: US-Präsident will Stimmen in Wisconsin neu auszählen lassen - mit eigenen Millionen

Ursprungsmeldung vom 19. November: Washington - Der Demokrat Joe Biden hat 306 Wahlleute bei der US-Wahl 2020 für sich gewonnen. Nötig sind mindestens 270. Damit ist Biden der gewählte US-Präsident. Doch Donald Trump will das nicht akzeptieren und geht mit Klagen gegen das Ergebnis vor. Sein Vorwurf: Wahl-Manipulation. Beweise gibt es dafür nicht. Es seien die sichersten Wahlen der US-amerikanischen Geschichte gewesen, sagte Cybersicherheitschef Christopher Krebs, der nun von Donald Trump gefeuert wurde. Das Trump-Team verzeichnete derweil mit seinen Klagen gegen das Wahl-Ergebnis in mehreren Bundesstaaten nahezu keine Erfolge. Die Frage wird laut: Was passiert, wenn Trump sein Amt nicht räumt?

Nun ist also der Bundesstaat Wisconsin an der Reihe: Der Demokrat Joe Biden* setzte sich mit mit einem Vorsprung von 20.470 Stimmen (0,62 Prozent) durch. Doch das Trump-Team will die Wahlergebnisse in Wisconsin teilweise anfechten - und hat drei Millionen Dollar für eine Neuauszählung bereit gestellt. Das teilte die Wahlkommission des Bundesstaates am Mittwoch mit. Betroffen davon sind zwei Wahlbezirke, in denen es laut der Trump-Seite die meisten Unregelmäßigkeiten bei der US-Wahl gegeben habe:

  • Dane County: Joe Biden liegt dort mit über 260.185 zu 78.800 Stimmen vorne.
  • Milwaukee County: Joe Biden liegt dort mit 317.270 zu 134.357 Stimmen vorne.

Nach US-Wahl 2020: Donald Trump will teilweise Neuauszählung in Wisconsin

Wie die Deutsche Presse Agentur mitteilt, würden die Kosten für eine Neuauszählung nur dann vom Staat getragen, wenn der Vorsprung weniger als 0,25 Prozent beträgt. Hätte Donald Trump* die Stimmen des gesamten Bundesstaates erneut auszählen lassen wollen, wären nach Behörden-Angaben Kosten von knapp acht Millionen Dollar auf ihn zugekommen.

Im Fokus der Trump-Seite steht ebenfalls prominent der Bundesstaat Georgia*. Aufgrund eines knappen Wahlergebnisses wurden dort die Stimmen neu ausgezählt. Biden hatte den Bundestaat mit einem geringen Vorsprung für sich entschieden. Die händische Nachzählung dort sei nach Angaben von CNN beinahe abgeschlossen. Weiterhin führt Joe Biden.

Donald Trump: In Georgia menschlicher Fehler offengelegt - Ergebnis bleibt gleich für Joe Biden

Die Kontrolle legte offen, dass tausende Stimmen nicht in die Ergebnisse eingeflossen waren - und Trump in Georgia mehr Stimmen als bisher angenommen erhielt. Ein menschlicher Fehler, wie der für die Durchführung von Wahlen zuständige Staatssekretär Brad Raffensperger bei CNN angab. Jedoch: „Wir haben keine Anzeichen von weit verbreitetem Betrug gesehen.“ Im Bundesstaat Pennsylvania* nimmt die Klage des Trump-Teams zwischenzeitlich wieder an Fahrt auf. In ihrer Klageschrift fordern sie, die Ergebnisse der Abstimmung nicht zu bestätigen und die Wahlleute vom örtlichen Parlament ernennen zu lassen. (aka mit dpa) *Merkur. de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.

Viele hielten Trumps Sieg 2016 für einen Zufallstreffer. Das kann nun niemand mehr behaupten: Es bleiben „Trumps USA“*, meint der Chefredakteur des Magazins „Foreign Policy“ in diesem Beitrag.

Rubriklistenbild: © Mark Makela/Getty Images/AFP

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