Neue High-Tech-Waffe getestet

Nordkorea reizt Trump: Atomgespräche mit USA nur ohne Pompeo

Nordkoreas Staatschef Kim Jong Un neben einem Sprengkopf: Nach Ansicht von Experten hat Pjöngjang bislang nicht wesentlich abgerüstet. Foto: KCNA via KNS
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Nordkoreas Staatschef Kim Jong Un neben einem Sprengkopf: Nach Ansicht von Experten hat Pjöngjang bislang nicht wesentlich abgerüstet. Foto: KCNA via KNS
Eine nordkoreanische Musudan-Rakete wird bei einer Militärparade durch die Straßen von Pjöngjang gefahren. Foto: KCNA/Yonhap
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Eine nordkoreanische Musudan-Rakete wird bei einer Militärparade durch die Straßen von Pjöngjang gefahren. Foto: KCNA/Yonhap
Raketenstart in Nordkorea: Die Mittelstreckenrakete Hwasong-10 steigt auf. Foto: KCNA/Archiv
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Raketenstart in Nordkorea: Die Mittelstreckenrakete Hwasong-10 steigt auf. Foto: KCNA/Archiv
Der vom nordkoreanischen Rundfunk- und Fernsehkomitee zur Verfügung gestellte Videocrop zeigt Machthaber Kim Jong Un auf einem Raketen-Testgelände. Foto: KRT
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Der vom nordkoreanischen Rundfunk- und Fernsehkomitee zur Verfügung gestellte Videocrop zeigt Machthaber Kim Jong Un auf einem Raketen-Testgelände. Foto: KRT
Die nordkoreanische Atomanlage Yongbyon auf einem Satellitenbild aus dem Jahr 2004. Foto: Digitalglobe
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Die nordkoreanische Atomanlage Yongbyon auf einem Satellitenbild aus dem Jahr 2004. Foto: Digitalglobe
Berichterstattung in Südkorea: Auf dem Bildschirm ist eine nordkoreanische Testanlage für Raketenantriebe zu sehen. Foto: Ahn Young-Joon/AP
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Berichterstattung in Südkorea: Auf dem Bildschirm ist eine nordkoreanische Testanlage für Raketenantriebe zu sehen. Foto: Ahn Young-Joon/AP
Ballistische Raketen bei einer Militärparade in Pjöngjang. Foto: Wong Maye-E
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Ballistische Raketen bei einer Militärparade in Pjöngjang. Foto: Wong Maye-E
Vor knapp zwei Jahren wurden drei neue Objekte auf dem Gelände der nordkoreanischen Atomanlage Yongbyon entdeckt. Foto: Isis
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Vor knapp zwei Jahren wurden drei neue Objekte auf dem Gelände der nordkoreanischen Atomanlage Yongbyon entdeckt. Foto: Isis

Mit einer Provokation macht Nordkorea sich über die festgefahrenen Atomverhandlungen mit den USA Luft. Pjöngjang geht auf US-Außenminister Pompeo los. Auch für einen Waffentest scheint es eine einleuchtende Erklärung zu geben.

Seoul (dpa) - Nordkorea will nicht länger mit US-Außenminister Mike Pompeo über sein umstrittenes Atomwaffenprogramm verhandeln. Das Außenministerium in Pjöngjang warf Pompeo vor, die Gespräche zu behindern und die Würde von Machthaber Kim Jong Un verletzt zu haben.

Die ungewöhnlich offene Kritik an Pompeo folgte auf Berichte der Staatsmedien, wonach Kim dem Test einer neuartigen taktischen Lenkwaffe beigewohnt habe. Die Entwicklung der Waffe würdigte Kim demnach als Stärkung der "Kampfkraft der Volksarmee". Die Waffe habe einen "mächtigen Sprengkopf" transportiert. Der Kreml teilte unterdessen mit, Präsident Wladimir Putin wolle sich noch in diesem Monat mit Kim in Russland treffen.

Details zur Waffenart bei dem Test nannte Nordkorea nicht. Es gab aber keine Hinweise auf den Test einer ballistischen Rakete, der Nordkorea ebenso wie Atomwaffenversuche verboten ist. Ballistische Raketen sind in der Regel Boden-Boden-Raketen, die einen konventionellen, chemischen, biologischen oder atomaren Sprengkopf befördern können.

Neue Tests mit solchen Raketen durch Nordkorea würden als offene Herausforderung Kims an US-Präsident Donald Trump gewertet. Beide rühmen sich nach wie guter persönlicher Beziehungen.

Sowohl der Test als auch die Kritik an Pompeo werden jedoch als Versuch gesehen, den Druck auf die USA zu erhöhen. Hintergrund ist eine Zeit größerer Verunsicherung nach dem gescheiterten zweiten Gipfeltreffen zwischen Kim und Trump Ende Februar in Vietnam. Beide konnten sich nicht auf zentrale Fragen der atomaren Abrüstung Nordkoreas einigen. Die kommunistische Führung Pjöngjang verlangte die Aufhebung eines Großteils der Sanktionen - ebenfalls erfolglos.

Trump hatte Pompeo nach dem ersten Gipfel mit Kim im vergangenen Juni in Singapur den Auftrag erteilt, die Verhandlungen mit Nordkorea voranzutreiben. Kim hatte sich in Singapur zur "kompletten Denuklearisierung" bereiterklärt. Doch gab es bisher keine Zusagen, bis wann Nordkorea sein Atomwaffenarsenal abrüsten will.

Pompeo traf mehrfach hochrangige Vertreter Nordkoreas in den USA oder Pjöngjang, darunter auch Kim Jong Un, um Fortschritte zu erzielen. Jetzt äußerte Nordkorea Unmut über Art der Verhandlung des Ministers. Für den Fall einer möglichen Wiederaufnahme des Dialogs sei es wünschenswert, Pompeo durch jemand anderen zu ersetzen, der "vorsichtiger und reifer ist, mit uns zu kommunizieren", zitierten staatliche Medien den Leiter des Amerika-Büros im nordkoreanischen Außenministerium, Kwon Jong Gun.

Pjöngjang dürfte einkalkuliert haben, dass solch eine Forderung den US-Präsidenten vor erhebliche Probleme stellt und Trump nicht einknicken wird. Der US-Sender CNN zitierte einen Sprecher des Außenministeriums mit den Worten, der Bericht mit der Kritik an Pompeo sei bekannt. Die USA seien weiterhin zu konstruktiven Verhandlungen mit Nordkorea bereit.

Nordkorea steht wegen seiner Atomwaffen- und Raketentests in den vergangenen Jahren unter besonderer Beobachtung der internationalen Gemeinschaft. Im April 2018 verkündete Pjöngjang einen Stopp der Atombombenversuche und Tests von Interkontinentalraketen. Das hat die Spannungen deutlich verringert.

In Südkorea wurde jetzt spekuliert, bei dem jüngsten Waffentest könnte eventuell ein Marschflugkörper oder eine Abwehrrakete kurzer Reichweite getestet worden sein. Weder das Weiße Haus in Washington und das Pentagon noch das Präsidialamt in Südkorea kommentierten den Test.

"Der Abschluss der Entwicklung des Waffensystems ist ein Ereignis von sehr großer Bedeutung", wurde Kim Jong Un zitiert. Es wäre der erste bekannt gewordene Waffentest Nordkoreas unter den Augen Kims seit November, als von der Erprobung einer neu entwickelten Hightechwaffe die Rede gewesen war.

Der Waffentest könnte nach Meinung von Beobachtern dazu gedient haben, sowohl nach innen wie auch nach außen Signalwirkung auszustrahlen. "Dass Nordkorea die taktische Natur der Waffe betont, lässt erahnen, dass sich der Test vorrangig an das einheimische Publikum richtet, und eher nicht auf eine Änderung der strategischen Annäherung in den Gesprächen mit den USA hindeutet", schrieb der militärtechnische Experte Karl Dewey vom Informationsdienst IHS Jane’s. Zugleich unterstreiche der Test die Sensitivität bezüglich des nordkoreanischen Raketenprogramms.

Auf Einladung Putins wird Kim laut Kreml in der zweiten Aprilhälfte in Russland erwartet. Es gab weder Angaben zum Ort noch zum Zeitpunkt des Treffens. Russische Medien berichteten, dass das Treffen in Wladiwostok im äußersten Osten Russlands und damit in der Nähe der nordkoreanischen Grenze vorbereitet werde. Moskau setzt sich für eine Lockerung der Sanktionen gegen Nordkorea im Gegenzug für ein Entgegenkommen Pjöngjangs beim Atomprogramm ein.

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