Ex-BVB-II-Coach steigt auf

"Freude und Stolz": Farke mit Norwich in der Premier League

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Norwich City Trainer Daniel Farke hat mit seiner Mannschaft den Aufstieg in die Premier League geschafft. Foto: Martin Rickett/PA Wire

Dem früheren BVB-II-Trainer Daniel Farke gelingt mit Norwich City und mehreren deutschen Profis sensationell der Aufstieg in die Premier League. Ein früherer Schalker hat maßgeblichen Anteil am Erfolg.

Norwich (dpa) - Im Stadion an der Carrow Road feierten die Fans von Norwich City noch lange nach dem Abpfiff. "Das ist ein Moment voller Freude und Stolz", sagte Daniel Farke sichtlich bewegt dem Sender Sky Sports.

Zwei Jahre nach seinem Amtsantritt hat der deutsche Trainer den Verein aus der zweitklassigen Championship zurück in die Premier League geführt. "Dieses Gefühl ist unglaublich", schwärmte Farke. "Für mich ist die Championship die schwerste Liga der Welt." In der kommenden Saison triff der frühere Trainer des SV Lippstadt mit seinem Team auf den FC Liverpool, Manchester City und Arsenal.

Das 2:1 (2:1) gegen die Blackburn Rovers besiegelte am Samstag den sensationellen Aufstieg, nachdem es Norwich im Endspurt mit zuvor vier Unentschieden in Serie noch mal spannend gemacht hatte. "Jedes einzelne Spiel ist ziemlich knapp", betonte Farke, "wenn man am Ende eins der beiden Teams an der Spitze ist, dann verdient man es auch."

Den Spitzenreiter kann am letzten Spieltag nicht mehr vom Tabellendritten Leeds United überholt werden. Ob es am Ende Platz eins oder zwei wird, war Farke am Samstag egal. "Heute Abend kümmert mich das nicht", sagte er. "Wir werden die nächsten zwei oder drei Tage feiern." Am Montag ist in Norwich eine Parade geplant.

Der frühere Schalker Teemu Pukki hat mit 28 Toren maßgeblichen Anteil am Aufstieg. "Das ist unglaublich", sagte der 29-Jährige, "das war so eine lange Reise. Für uns alle wird ein Traum wahr." Mit dem Aufstieg hatte er bei seinem Wechsel im vergangenen Sommer nicht gerechnet. "Ich hatte nicht so hohe Erwartungen", räumte Pukki ein - zumal Norwich in der Vorsaison nur auf Platz 14 von 24 Teams landete.

Neben Pukki schaffen rund ein Dutzend Profis, die zuvor in einer der drei höchsten deutschen Spielklassen aktiv waren, den Sprung in die Premier League. Die Tore gegen Blackburn erzielten der frühere Dortmunder Marco Stiepermann (13. Minute) und der Ex-Darmstädter Mario Vrancic (21.). Auch Mittelfeldregisseur Moritz Leitner, den Farke vom FC Augsburg holte, und hierzulande weniger bekannte Profis wie Dennis Srbeny (ehemals SC Paderborn) oder Christoph Zimmermann (BVB II) gehören zu den Aufstiegshelden von Norwich.

Die jüngere Geschichte des Clubs aus Ostengland erinnert nicht nur zufällig an Huddersfield Town, das 2017 unter dem deutschen Trainer David Wagner mit mehreren Deutschen den Aufstieg schaffte. Norwichs Sportdirektor Stuart Webber war vorher in Huddersfield tätig und holte Wagner, der vorher Coach von Borussia Dortmund II gewesen war.

Wagners Nachfolger in Dortmund wurde Farke, den Webber später auch auf die Insel lotste. Farkes BVB-Nachfolger Jan Siewert wiederum folgte bei Huddersfield auf Wagner, konnte mit dem abgeschlagenen Premier-League-Letzten aber nicht den Gang in Liga zwei verhindern.

Webber darf hingegen wieder feiern. "Ich fühle mich, als hätten wir den Mount Everest erklommen", sagte er den "Norwich Evening News". Dank der üppigen Fernsehgeldverträge in Englands Eliteklasse darf Norwich mit hohen Zusatzeinnahmen kalkulieren. Nicht auszuschließen, dass der Geldsegen indirekt auch einigen deutschen Clubs zugutekommt - in der Vergangenheit haben selbst zweitklassige englische Vereine hohe Ablösesummen für Spieler gezahlt, die deutlich über dem Preis lagen, der auf dem deutschen Markt zu erzielen gewesen wäre.

Ein weiterer deutscher Coach und Ex-BVB-Mitarbeiter wird sich am Samstagabend gefreut haben: Jürgen Klopp, der mit dem FC Liverpool in der Premier League noch Chancen auf den Meistertitel hat. "Ich weiß, dass Jürgen uns die Daumen drückt, weil wir so viele Spieler haben, mit denen er zu tun hatte", hatte Farke kürzlich der Lokalzeitung "Eastern Daily Press" berichtet. "Er hat mal erwähnt, dass er fast immer zuerst auf das Norwich-Ergebnis schaut." In der kommenden Spielzeit treffen Farke und Klopp erstmals aufeinander.

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