Das große Zittern hat begonnen

Die halbe Liga blickt in den Abgrund

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Auch der HSV muss nach der Pleite in Stuttgart wieder nach unten schauen.

Frankfurt - Im Abstiegskampf der Fußball-Bundesliga wird es immer enger. De halbe Liga muss um den Klassenerhalt bangen.

Das große Zittern hat begonnen - rund 100 Tage vor dem Saisonende blickt die halbe Liga in den Abgrund. Nach dem 19. Spieltag der Fußball-Bundesliga liegen nur noch vier Punkte zwischen dem FC Ingolstadt auf Platz zehn und Werder Bremen auf dem Relegationsrang. Sieben Klubs müssen nach Lage der Dinge die Entscheidungsspiele gegen den Zweitligadritten fürchten - 1899 Hoffenheim und Hannover 96 droht der frühe K.o. im Abstiegskampf.

Vor allem bei den Niedersachsen geht die Angst um. Der Trainerwechsel ist wirkungslos verpufft, unter Thomas Schaaf setzte es beim 0:3 (0:1) bei Bayer Leverkusen die zweite Pleite in Folge. Hannover trennen bereits sieben (!) Punkte vom rettenden Ufer. Schaaf bleiben schon jetzt nicht viel mehr als Durchhalteparolen.

„Natürlich sind wir enttäuscht über das Ergebnis“, sagte der Nachfolger von Michael Frontzeck: „Aber die Entwicklung ist da.“ Seine kaum nachvollziehbare Analyse stellte Schaaf dann sogar selbst infrage: „Das Problem ist, dass wir noch nicht herausgefunden haben, was mir mit dem Ball machen sollen, wenn wir ihn haben.“

Da Profis, die nichts mit dem Ball anfangen können, zwangsläufig der Abstieg droht, sind die Niedersachsen bis zum Transferschluss am Montag auf der Suche nach Verstärkungen. Dass es einen Ausnahmekönner an die Leine zieht, glaubt aber selbst Schaaf nicht. „Der Markt gibt zu diesem Zeitpunkt nicht all zu viel her“, sagte der Trainer: „Aber wir wollen bis zur letzten Sekunde versuchen, noch was zu realisieren.“

Oben auf der Liste der Abstiegskandidaten waren alle Beteiligten stinksauer darüber, dass sie überhaupt noch einmal in diese brenzlige Lage gekommen sind. Die Ingolstädter fühlten sich nach dem 0:2 (0:0) bei Borussia Dortmund verschaukelt. Marvin Matip und Ramazan Özcan schimpften über Schiedsrichter Guido Winkmann, sie sprachen von „Betrug“ und „Verarschung“, auch das Wort „Beschiss“ fiel.

Ihr Trainer war kaum zu beruhigen. „Das ist verrückt, ein Wahnsinn! Unfassbar. Ich verstehe die Welt nicht mehr“, sagte Ralph Hasenhüttl. „Wir sind bei drei Entscheidungen von enormer Tragweite klar benachteiligt worden. Wie soll ich das meinen Spielern erklären?“

Einen vermeintlichen Elfmeter inklusive Roter Karte gegen Mats Hummels hatte Winkmann (Kerken) nicht gegeben, einem Eigentor des BVB-Kapitäns zudem höchst umstritten die Anerkennung verweigert. Die „Krönung“ (Hasenhüttl) aus Ingolstädter Sicht aber war das Tor von Pierre-Emerick Aubameyang aus Abseitsposition zum 1:0.

Zwischen Ingolstadt (23 Punkte) und Hannover (14) tummeln sich neben Bremen (3:3 gegen Hertha BSC) und Hoffenheim auch der FC Augsburg, Eintracht Frankfurt (0:0 im direkten Duell), Darmstadt 98 (0:2 gegen Schalke 04), der VfB Stuttgart - und natürlich der Hamburger SV, den nach dem 1:2 (0:0) beim VfB nur noch drei Zähler von seiner fast schon obligatorischen Teilnahme an der Relegation trennen.

SID

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