Schnelltests erforderlich

Trotz Corona: HSV-Präsident Marcell Jansen plädiert für Fans im Stadion

HSV-Präsident Marcell Jansen wünscht sich die Fans zurück ins legendäre Volksparkstadion. Eine Hygienkonzept mit speziellen Corona-Schnelltests soll es ermöglichen.

Update vom Donnerstag, 12. November 2020, 14:10 Uhr: Hamburg – Der Profisport muss im November 2020 bundesweit ohne Zuschauer in der jeweiligen Spielstätte auskommen. Dies missfällt HSV-Präsident Marcell Jansen, der sich nach Fan-Unterstützung im Volksparkstadion sehnt. Damit dies zeitnah wieder möglich ist, plädiert der 35-Jährige für eine spezielle Form an Corona-Schnelltests.

Fußballverein:Hamburger SV:
Cheftrainer:Daniel Thioune
Vorsitzender:Marcell Jansen
Gründung:29. September 1887
Vorstand:Jonas Boldt (Sport); Frank Wettstein (Finanzen, Recht & Personal)
Ligen:2. Fußball-Bundesliga, DFB-Pokal

Hamburger SV: Präsident Marcell Jansen wünscht sich Zuschauer-Rückkehr – Schnelltest als Lösung?

Marcell Jansen hat der „Sport Bild“ ein Interview gegeben, in dem der HSV-Präsident von einer baldigen Rückkehr der Fans seines Vereins ins heimische Volksparkstadion träumt. Der einstige Fußballprofi sieht die Einführung von zertifizierten PRC-Corona-Schnelltests als mögliches Mittel, um wieder Zuschauer in den Spielstätten der Republik begrüßen zu dürfen.

HSV-Präsident Marcell Jansen will wieder ein volles Volksparkstadion sehen – dem Coronavirus zum Trotz. (24hamburg.de-Montage)

Sportbuzzer“ zitiert Jansen unter Berufung auf das „Sport Bild“-Interview wie folgt: „Diese Maßnahme wurde auf Kreuzfahrtschiffen getestet, es würde sich sicher auch bei der Durchführung von Fußballspielen vor Zuschauern positiv auswirken“. Ob und in welchem Umfang dieser Schnelltest tatsächlich durchgeführt werden kann, ist noch unklar. Eine Entscheidung vonseiten der Politik ist noch nicht gefallen.

Hamburger SV: Hygiene-Konzept für Fan-Rückkehr – HSV will Zuschauer zurück ins Volksparkstadion holen

Erstmeldung vom Freitag, 4. September 2020, 17:55 Uhr: Hamburg – Der Hamburger SV befindet sich nach wie vor in einer prekären Finanzsituation. Dies hängt nicht zuletzt mit Coronavirus-Sars-CoV-2* zusammen, das Zuschauer im Volksparkstadion nicht möglich macht. Um finanzielle Verluste etwas abzufedern, arbeitet der HSV an einem Hygiene-Konzept, durch das Fans der Rothosen peu á peu in die Heimstätte der Hanseaten zurückkehren sollen. Doch ist dies überhaupt umsetzbar?

Den Aufstieg in die 1. Fußball-Bundesliga hat der Hamburger SV auch im zweiten Anlauf vergeigt. Die deftige 1:5-Niederlage im heimischen Volksparkstadion gegen den SV Sandhausen* kam einem spielerischen Offenbarungseid gleich, die Schwächen der Rothosen wurden schonungslos aufgedeckt. Neben dem bundesweiten Spott, der dem HSV auf Twitter seitdem immer wieder entgegengebracht wird*, hat das nunmehr dritte Jahr in der Zweitklassigkeit auch finanzielle Konsequenzen für die Hamburger.

Hamburgs Innensenator Andy Grote (SPD) hält nicht viel von den Plänen des HSVs, Zuschauern zeitnah wieder den Zugang zum Volksparkstadion zu gewähren. (24hamburg.de-Montage)

Aufgrund einer Klausel hat der bisherige Haupt- und Trikotsponsor „Emirates“ den Abflug gemacht*. Zudem möchte der HSV-Investor Klaus-Michael Kühne nicht länger für die Namensrechte am Volksparkstadion zahlen. Somit gehen dem Hamburger SV Gelder in Millionenhöhe flöten, es wird händeringend nach zahlungskräftigen Investoren und Sponsoren gesucht. Doch liegt es nicht nur an Eigenverschulden, dass die Kassen des Ex-Bundesliga-Dinos gähnend leer sind.

Hieran hat auch das Coronavirus-Sars-CoV-2 einen gehörigen Anteil. Die Pandemie macht es seit Mitte März 2020 schier unmöglich, dass Spiele der verschiedensten Sportarten vor Live-Publikum veranstaltet werden dürfen. Dies betrifft natürlich auch den Hamburger SV, in dessen Volksparkstadion dementsprechend seit geraumer Zeit Totengräber-Stimmung herrscht. Neben den fehlenden Emotionen entgehen dem HSV in der aktuellen Situation Einnahmen in Millionenhöhe.

HSV-Realität: Zuschauer sind im Volksparkstadion wegen Coronavirus-Sars-CoV-2 nicht erlaubt. Lediglich Spieler und Betreuer vom Hamburger SV dürfen auf den Rängen Platz nehmen.

Wie von 24hamburg.de-HSV berichtet, verweist Frank Wettstein, Finanzvorstand der Rothosen, auf die Liquidität des Hamburger SVs*. Und zwar auch für den Fall, dass die Rothosen ein längeres Dasein in der Zweitklassigkeit fristen müssen. Jedoch hat der 46-Jährige seine Aussagen vor dem Ausbruch der Pandemie getroffen. Das Coronavirus-Sars-CoV-2 erschwert die Planungen auf allen Ebenen. Doch soll diesem ein Stück weit entgegengewirkt werden durch ein Hygiene-Konzept, das den HSV-Fans Hoffnung auf baldige Stadionbesuche machen könnte. Doch ist diese auch berechtigt?

Hamburger SV: 25.000 Zuschauer im Volksparkstadion? HSV will Coronavirus-konformes Konzept anbieten

Zunächst einmal gilt es zu klären, wie dieses ominöse Hygiene-Konzept konkret aussehen soll. Laut Berichten der „Bild“ handelt es sich hierbei um einen mehrstufigen Plan, der im Grunde auf Erfahrungswerten der vorherigen Stufe aufbaut. Im ersten Schritt würde der HSV 5.000 Fans den Zugang ins Volksparkstadion gewähren. Die relativ kleine Anzahl an Menschen diene dem Zweck, die grundlegenden Abläufe eines Stadionbesuchs zu testen, das Strömungsverhalten der Zuschauer zu beobachten und letztendlich auch auszuwerten.

Je nach Ergebnissen soll es perspektivisch möglich sein, dass der Hamburger SV die Stadion-Kapazität schrittweise auf bis zu 25.000 Zuschauer erhöht. Zur Einordnung: damit wäre das Volksparkstadion ungefähr zur Hälfte ausgelastet. Denn die traditionsreiche Spielstätte der Rothosen bietet Platz für insgesamt 51.500 Menschen, die seit Monaten der Rückkehr in ihr zweites Wohnzimmer entgegenfiebern.

Bereits Ende August 2020 hatten sich Verantwortliche vom HSV, aber auch vom FC Sankt Pauli* mit den Staatsräten Christoph Holstein (Sport) und Melanie Schlotzhauer (Gesundheit) getroffen, um entsprechende Hygiene-Konzepte vorzulegen und zu diskutieren. Ein elementarer Bestandteil des Konzepts vom Hamburger SV: Der Zugang zum Inneren des Volksparkstadions soll über zehn getrennte Eingänge gewährleistet werden. Diese zehn Bereiche sind komplett autark, also unabhängig voneinander.

Konkret soll jeder Sektor über eigene Sanitäranlagen sowie eigene Verkaufsstellen verfügen, Berührungspunkte zwischen den unterschiedlichen Sektoren lägen nicht vor. Wann genau dieses Konzept in Kraft treten soll, ist noch unklar. Denn letztendlich bedarf es der Zustimmung der Stadt Hamburg und der zuständigen Behörden. Pikant: RB Leipzig darf sich schon wieder über Zuschauer freuen*.

Zum Saisonauftakt der Sachsen im Fußball-Oberhaus gegen den FSV Mainz 05 dürfen am Sonntag, 20. September 2020 zumindest 8.500 Fans der Partie im Stadion beiwohnen. Dies stößt bei HSV-Finanzvorstand Frank Wettstein auf positive Resonanz. „Es ist ein erster, kleiner Schritt zurück zur Normalität. Diesen begrüßen wir ausdrücklich, weil wir alle aus den gewonnenen Erkenntnissen nur profitieren und lernen können. Es geht letztlich nur miteinander“, sagt der 46-Jährige.

Hamburger SV: Markus Söder (CSU) und Andy Grote (SPD) halten nichts von Zuschauern im Stadion

Eine zeitnahe Fan-Rückkehr in deutsche Fußball-Stadien löst aber nicht überall euphorische Zustimmung aus. Bestes und aktuellstes Beispiel hierfür ist Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU)*, der die Zulassung von größeren Zuschauermengen in Fußball-Stadien kritisiert. „Jetzt wieder Fußballspiele mit Fans zu erlauben, während gleichzeitig die Infektionszahlen steigen, wäre ein schlechtes Signal“, heißt es von Söder gegenüber der „Passauer Neuen Presse“.

Während RB Leipzig bereits den Zuschlag für eine zeitnahe Zuschauer-Rückkehr erhalten hat, erwägen auch andere Vereinen, sowohl im DFB-Pokal als auch in der Liga zumindest vor einigen hundert Fans zu spielen. Für Markus Söder birgt dies jedoch das Risiko von Wettbewerbsverzerrungen. „Ein Verein mit Fans, die anderen ohne – das kann weder im Sinn der Liga noch des Sports sein“. Deswegen fordert der CSU-Vorsitzende „für die Bundesliga einheitliche Regeln“ hinsichtlich der Rückkehr von Fans in die Arenen.

Doch könnte letztendlich lamentiert werden, dass in dieser Beziehung mit zweierlei Maß gemessen wird. Vorausgesetzt, die Hamburger Politik stellt sich quer und unterbindet das Vorhaben vom HSV. Der Innen- und Sportsenator Hamburgs, Andy Grote, gibt Folgendes zum Besten: „Wir sind schon lange in Gesprächen. Die Vereine geben sich große Mühe und arbeiten sehr seriös und intensiv an Konzepten“. Gemeint sind hiermit die Pläne vom Hamburger SV sowie des FC Sankt Pauli.

SPD-Politiker Andy Grote, Innensenator Hamburgs, sträubt sich gegen eine zeitnahe Rückkehr der HSV-Fans ins Volksparkstadion.

Der Präsident des Klubs von der Reeperbahn*, Oke Göttlich, betont die enorme Relevanz von Zuschauern im Stadion: „Jede vorsichtige Teilöffnung von kulturellen und sportlichen Veranstaltungen ist ein Schritt in eine neue Normalität, in der wir noch lange mit dem Faktor Corona werden leben müssen. Auch beim FC St. Pauli arbeiten wir an einem Weg, Spiele vor Fans möglich zu machen“. Demgegenüber steht aber der sich eher passiv verhaltende SPD-Politiker Andy Grote. Dies könnte mit einer möglichen Befangenheit des 52-Jährigen zusammenhängen – er ist nämlich Fan vom Kiezverein.

Der Hamburger Innensenator lässt sich lediglich zu der nebulös formulierten Aussage hinreißen, dass der Glaube bestehe, „dass wir etwas hinkriegen“. Was auch immer dies im Detail bedeuten soll. Gleichzeitig übt er eine Art Generalkritik an den Bundesländern, die „ihren“ Klubs die Fan-Rückkehr bereits genehmigt haben. „Es gibt wenig Verständnis und Akzeptanz dafür, dass man für etwas, das gleichzeitig in allen Bundesländern stattfindet, am Ende völlig unterschiedliche Regeln hat“.

Hamburger SV: Coronavirus-Testläufe mit Tim Bendzko-Konzerten machen HSV-Fans Hoffnung

Interessanterweise kam aber auch Kritik an Andy Grote selbst auf, der zusammen mit SPD-Politiker Peter Tschentscher gegen Coronavirus-Regeln verstoßen haben soll*. Wie dem auch sei: Grote will zunächst einmal abwarten, welche Lösungen die Staatskanzleien der Bundesländer möglicherweise ausarbeiten. „Wir versuchen da, eine gemeinsame Linie hinzubekommen. Die Gespräche starten jetzt. Hamburg wird sich intensiv beteiligen“, sagt der Hamburger Innensenator.

Bis Ende Oktober 2020 soll laut offiziellen Erklärungen eine Entscheidung vorliegen, wie weiter mit der prekären Situation umgegangen wird. Ein Schwenk in die Spielklassen anderer Länder zeigt aber auch, dass zielgerichtete Maßnahmen hinsichtlich einer Zuschauer-Rückkehr auch deutlich schneller in die Wege geleitet werden können. Wie „Spox“ berichtet, dürfen Pokalspiele in Österreich wieder mit Fans im Stadion ausgetragen werden. Vorausgesetzt, „eine Corona-konforme Durchführung“ ist gewährleistet.

In Dänemark wiederum finden Spiele in der „Superliga“ seit Juni 2020 mit maximal 500 Zuschauern pro Teilabschnitt im Stadion statt. Laut einem Bericht der „Sportschau“ gäbe es noch keine Erkenntnisse, „dass sich bei den Spielen diverse Zuschauer infiziert und womöglich auch andere Zuschauer angesteckt hätten“. Übrigens: einen Testlauf auf musikalischer Ebene haben Forscher und Kulturschaffende mit drei Konzerten von Pop-Sänger Tim Bendzko durchgeführt*.

Im Rahmen der Live-Events in Leipzig wurden mehrere Coronavirus-Sars-CoV-2-Szenarien durchgespielt, um zu testen, unter welchen Gegebenheiten ein Infektionsrisiko möglichst gering gehalten werden kann. Die grundsätzliche Bedingung: In jedem Szenario mussten die Besucher einen FFP2-Mund-Nasen-Schutz tragen. Dank strengem Hygienekonzept wird auch der Hamburger Winterdom 2020 stattfinden können*.

Dies könnte auch eine Option für baldige Heimspiele vom Hamburger SV sein, die mit Zuschauern stattfinden sollen. Um es in abgewandelter Form mit einem Song von Tim Bendzko zu sagen: Der HSV muss nur noch kurz die Fan-Welt retten – und damit auch sich selbst. Vor dem letzten Testspiel gegen Hertha BSC Berlin gab es ein Torhüter-Beben beim Hamburger SV. Julian Pollersbeck wurde zur Nummer drei degradiert*. Gute Nachrichten gibt es immerhin im Fall Bakery Jatta. Eine Textnachricht aus Bremen könnte die Unschuld des HSV-Profi beweisen*. * 24hamburg.de, fr.de und merkur.de sind Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.

Rubriklistenbild: © Georg Wendt/dpa & Daniel Bockwoldt/dpa

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