Heimspiel gegen Förde-Fußballer

HSV: Thioune-Team vergibt zu viele Gelegenheiten – weiter sieglos

Der HSV bleibt weiter ohne drei Punkte und muss sich gegen Holstein Kiel über vergebene Torchancen ärgern. Da wäre mehr drin gewesen.

Update, 8. März, 22:15 Uhr: Die Chance auf den Sieg war definitiv da – doch der HSV muss sich mit einem 1:1 gegen Holstein Kiel zufrieden geben. Die Hamburger hocken also weiterhin auf Rang vier in der Tabelle der 2. Liga. Bitter!

HSV gegen Holstein Kiel: Sechs-Punkte-Spiel – alles oder nichts

Erstmeldung vom 7. März 2021, 16:57 Uhr:

Hamburg – Die Zahl steht. Quasi so wie in Stein gemeißelt. Seit vier Spielen wartet der Hamburger SV* in der Zweiten Bundesliga auf einen Sieg. Nur zwei Mal in den letzten vier Spielen durfte die Mannschaft von Trainer Daniel Thioune* in den letzten vier Begegnungen überhaupt mit dem Gefühl vom Feld gehen, überhaupt etwas geholt zu haben: bei den Remis gegen Aue* und Fürth. Danach? Leere Taschen, leere Blicke. Eine Katastrophe im Aufstiegskampf. Die große Angst geht um: Verzockt der HSV sich wieder? Bleiben die Rothosen ein weiteres Jahr Zweitligist?

Fußballverein:Hamburger SV
Gegründet:29. September 1887
Stadion:Volksparkstadion
Fassungsvermögen:57.000 Plätze
Ligazugehörigkeit:Zweite Bundesliga
Trainer:Daniel Thioune

HSV: Keinerlei scharfe Kritik aus den eigenen Reihen nach Stadtderby-Niederlage

Derzeit sieht alles danach aus. Wäre die Saison jetzt vorbei – der Club aus dem Volksparkstadion* hätte die Rückkehr ins Oberhaus des deutschen Profi-Fußballs wieder einmal nicht geschafft. Noch ist zwar nicht aller Tage Abend und die Hoffnung darauf, am Ende auf einem der ersten drei Plätze zu stehen und direkt hoch zu gehen oder die Relegation gegen den Bundesliga-Drittletzten zu spielen, ist weiter vorhanden, aber: Wer die Aussagen der HSV-Verantwortlichen hört, der wird das Gefühl nicht los, dass man bei den Rothosen den Ernst der Lage verkennt.

Geht die HSV-Krise weiter? Trainer Daniel Thioune (li.) und seine Spieler Bakery Jatta (re.) und Simon Terodde treffen auf Holstein Kiel. (24hamburg.de-Montage)

Schon nach der Niederlage im Stadtderby gegen den FC St. Pauli* wollte Michael Mutzel nicht mit einem Wort Kritik üben oder den Begriff Krise in den Mund nehmen. Sein Tenor: „Das Ergebnis tut uns natürlich unheimlich weh und leid – für alle HSV-Fans, die auf einen Sieg gewartet haben, für Leute, die viel arbeiten, und vor allem für die Mannschaft und für das Trainerteam, weil wir wirklich viel dafür getan haben.“ Aber: „Es ist nicht so, dass wir katastrophal spielen. Wir haben die Ergebnisse gerade nicht, aber wir arbeiten weiter. Ich bin mir sicher, wenn wir so weitermachen, kommen die Ergebnisse auch wieder.“

HSV: Trainer Daniel Thioune hält an Keeper Sven Ulreich fest – trotz diverser Patzer

So weit, so gut – oder eben nicht. Mehr als Floskeln oder die handelsüblichen Durchhalteparolen ist das, was Mutzel einfällt, nicht. Der HSV hat diverse Baustellen im Kader, wie die 24hamburg.de/hsv-Analyse zeigt. Die aber sieht oder will man rund um den Volkspark nicht sehen. So stärkt Trainer Daniel Thioune seinem Keeper Sven Ulreich* demonstrativ den Rücken. Obwohl dieser in dieser Saison nicht immer der Rückhalt ist, der er sein sollte – sondern eher ein Unruhe-Herd. Einiges, so Thioune, sehe er zwar kritisch, doch: „Gegen St. Pauli* habe ich eine richtig gute Partie von ihm gesehen. Wir finden, dass Ulreich zurecht im Tor steht. Ich stehe weiter zu Sven.“

Und auch die Gesamtsituation bewertet der 46-Jährige anders. „Ich denke nicht, dass wir grundsätzlich von einer Krise sprechen müssen. Wir haben eine gute Entwicklung genommen. Auch in den letzten Wochen. Was uns zuletzt gefehlt hat, sind Ergebnisse“, sagt Daniel Thioune auf der Pressekonferenz vor dem Kiel-Spiel. „Das ist mitentscheidend. Das ist uns bewusst, daran arbeiten wir in jedem Training.“

Das Wort Krise, konstatiert er deutlich, „empfinde ich deshalb als unpassend.“ Außer bei der Peinlich-Pleite in Würzburg* (Thioune: „Ein Ausreißer nach unten“) habe er „in jedem unserer jüngsten Spiele viel Gutes gesehen.“ Mag stimmen – doch 20 gute Minuten wie gegen St. Pauli reichen für den Top-Aufstiegskandidaten nicht.

HSV-Trainer Thioune wehrt sich deutlich gegen Begriff „Krise“

Er würde, so Thioune, „eher von einem kleinen Bruch statt von einer Krise sprechen.“ Die Begründung dafür liefert der 46-Jährige vorm Kiel-Spiel natürlich gleich mit – und verliert sich dabei in den gleichen Floskeln und Durchhalteparolen wie sein Sportdirektor. „Ich sehe meine Jungs jeden Tag im Training arbeiten und sehe, dass sie überzeugt sind von unserem Weg. Und auf diesem Weg bleiben wir. Die Mannschaft ist von sich überzeugt und überzeugt von dem, was wir tun.“

„Ich würde eher von einem kleinen Bruch statt von einer Krise sprechen“

HSV-Trainer Daniel Thioune

Überdies habe der HSV „richtig gute Jungs im Kader. Die sind beharrlich. Entscheidend ist für mich deshalb, dass wir bei uns bleiben, dass wir als Kollektiv, als Mannschaft geschlossen auftreten und Verantwortung übernehmen“, sagt Thioune und ist sich sicher: „Dann werden wir auch wieder die Ergebnisse erzielen.“

Ein Umstand, der dringend nötig ist. Die Partien gegen Kiel und Bochum sind „Aufstiegs-Endspiele“, zumindest aber sogenannte „Sechs-Punkte-Spiele“, in denen es nur eine Richtung geben kann: Den Gegner schlagen. Alles andere läuft auf ein weiteres Versagen im Aufstiegsrennen hinaus. * 24hamburg.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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