Kabinen-Zoff nach dem Pokal-Derby in Barcelona

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Luis Suárez soll eine Rangelei zwischen Spielern beider Teams provoziert haben. Foto: Alejandro Garcia

Schon wieder WM-Beißer Luis Suárez. Der Fußball-Rüpel aus Uruquay hat nach dem Stadt-Duell im Pokal zwischen dem FC Barcelona und Espanyol die Gäste schwer beleidigt und eine Rangelei provoziert.

Barcelona (dpa) - Stürmer-Star Luis Suárez hat wieder einmal sein Image als Fußball-Rüpel gepflegt. Der Angreifer in Diensten des FC Barcelona soll am Mittwochabend nach dem Pokalhinspiel gegen Stadtrivale Espanyol (4:1) eine Rangelei zwischen Spielern beider Teams provoziert haben.

Wie Schiedsrichter Juan Martínez Manuera in seinem Bericht festhielt, rief der WM-"Beißer" aus Uruguay den Profis des Gegners auf dem Weg in die Kabine zu: "Kommt her, ich warte hier auf euch. Ihr seid Müll!"

Daraufhin sei es zu der Rangelei gekommen. Das Sicherheitspersonal und die Trainerstäbe hätten eingreifen müssen, hieß es im von Medien zitierten Schiedsrichter-Bericht. Für seine Beleidigung könnte der 28-Jährige gesperrt werden, denn ein unbeschriebenes Blatt ist er nicht. Nach seiner Beißattacke im WM-Achtelfinale gegen den Italiener Giorgio Chiellini war Suárez vom Weltverband FIFA mit einer Rekordstrafe von neun Spielen und vier Monaten belegt worden. Wegen der Sperre hatte er nach seinem Wechsel vom FC Liverpool nach Barcelona zunächst nicht spielen können.

Schon zuvor war der Mann, der diese Saison die Torschützenliste der Primera División mit 15 Treffern anführt, mit Beiß- und weiteren Attacken aufgefallen. 2003 ein Kopfstoß auf einen Schiedsrichter, vier Jahre später im Trikot von Ajax Amsterdam eine Schlägerei mit einem Mitspieler. 2010 und 2013 zwei weitere Beißattacken als Ajax- und Liverpool-Profi in der holländischen Eredivisie und der englischen Premier League.

"Noch mehr Radau", titelte am Donnerstag die Zeitung "Mundo Deportivo". Die Gemüter waren nämlich beim Pokalspiel am Mittwoch schon vor dem Anpfiff erhitzt. Am Samstag hatte Espanyol in der Liga Barca daheim ein 0:0 abgetrotzt. Spieler des Pokal-Titelverteidigers und Champions-League-Siegers um Superstar Lionel Messi hatten danach den harten Einsatz der Rivalen scharf kritisiert. Auch in der "Copa del Rey" ging es nicht zimperlich zu: Wegen einer Gelb-Roten-Karte gegen Hernán Pérez (72.) wegen Foulspiels und des Platzverweises von Papakouli Diop (75.) mussten die Gäste im Camp Nou das Spiel mit nur neun Akteuren beenden.

Der Schiedsrichter sah zudem einen Tritt von Espanyol-Keeper Pau López gegen den am Boden liegenden Messi nicht. Die Sportzeitung "AS" sah einen "Kantersieg mit Krawall", "La Vanguardia" eine "heiße Revanche".

Barcelona-Coach Luis Enrique forderte nach dem Abpfiff: "Die Schiris müssen verhindern, dass das zum American Football wird." Die von weitem vernehmbaren Schreie im Kabinengang kommentierte der Trainer ironisch - und ohne die Rangelei zu dementieren: "Die Spieler haben Volkslieder gesungen."

Vor knapp 77 000 Zuschauer hatte Felipe Caicedo in der 9. Minute Marc-André ter Stegen bezwungen und die Gäste in Führung gebracht. Dank zwei Messi-Treffer sowie Toren von Gerard Piqué (49.) und Neymar (88.) steht Barça aber vor dem Rückspiel am nächsten Mittwoch mit einem Beim im Viertelfinale. Das Team, das im Champions-League-Achtelfinale auf den Londoner Club Arsenal mit Mesut Özil und Per Mertesacker trifft, ist bereits seit 19 Spielen ungeschlagen.

Schiedsrichterbericht, Spanisch

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