Löw wird ganz genau hinsehen

Test gegen Österreich: Heute geht es um Neuers WM-Teilnahme

Feiert sein Comeback im DFB-Tor: Bayern-Keeper Manuel Neuer.
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Feiert sein Comeback im DFB-Tor: Bayern-Keeper Manuel Neuer.

Seit 32 Jahren hat Deutschland gegen Österreich nicht mehr verloren. Im 40. Duell aber ist für Bundestrainer Löw das Resultat zweitrangig. Es geht um wichtige Erkenntnisse auf dem Weg zur Fußball-WM.

Klagenfurt - Das 75. Länderspiel wird für Manuel Neuer ein ganz spezielles. Erstmals seit 599 Tagen soll der Kapitän am Abend (18 Uhr bei uns im Live-Ticker) wieder im Tor der deutschen Fußball-Nationalmannschaft stehen. Läuft alles rund, kann der 32-Jährige das persönliche Ticket für die WM in Russland perfekt machen. „Wir müssen danach abschätzen, ob er das Topniveau erreichen kann“, sagte Joachim Löw.

Für einige WM-Kandidaten ist die Partie in Klagenfurt die letzte Gelegenheit, beim Bundestrainer für sich persönlich zu werben. Wichtiger für Löw aber ist, das Team auf dem Weg zum am 14. Juni beginnenden Turnier in Russland voranzubringen. Die erstarkten Österreicher, die bei der WM fehlen, dienen als Testbarometer.

WM-Form

Noch fehlen einige Prozent, räumte Löw ein. „An einigen Dingen müssen wir noch intensiv und hart arbeiten, auch an den Abläufen. Da ist einiges noch nicht so rund.“ Allerdings sei das in der gegenwärtigen Phase der Vorbereitung normal. „Es gibt eine gewisse Müdigkeit nach vielen intensiven Trainingseinheiten“, sagte der Bundestrainer. Für Klagenfurt gilt: „Es ist wichtig, Erkenntnisse zu ziehen und trainierte Abläufe zu sehen.“

Neuer-Comeback

Erstmals seit dem 11. Oktober 2016 soll der Kapitän wieder bei einem Länderspiel im Tor stehen. Alles deutet darauf hin, dass der Bayern-Torwart als Nummer 1 mit nach Russland reist. Die Eindrücke im Trainingslager in Südtirol sind hervorragend. Die Sportliche Leitung verteilte praktisch jeden Tag Komplimente an Neuer. Löw sagte aber auch: „Spiele sind etwas anderes als Training. Die finale Entscheidung fällt am Sonntagabend.“

Auslese-Verfahren

Die Formel „4 aus 27“ wird am Montag aufgelöst, wenn Löw ein Spieler-Quartett aussortieren muss. „Von einem Spiel kann nicht alles abhängen. Aber es kann natürlich mit reinspielen“, sagte der Bundestrainer zur Bedeutung des Österreich-Tests für die endgültige Entscheidung, welche 20 Feldspieler und drei Torhüter er zur WM mitnimmt. Jonathan Tah, Nils Petersen, Sebastian Rudy werden als erste Streichkandidaten angesehen. Bei den Keepern wird Löw entweder Kevin Trapp oder Bernd Leno nach Hause schicken, falls Neuer hundertprozentig fit ist.

Test-Gegner

Die Österreicher haben sich nach verpasster WM-Qualifikation unter dem neuen Trainer Franco Foda stabilisiert. Alle bisherigen vier Spiele mit dem gebürtigen Mainzer wurden gewonnen. „Darunter gegen Uruguay“, hob Löw hervor. Zuletzt besiegte der Nachbar WM-Gastgeber Russland mit 1:0. „Die Österreicher haben eine gute Mannschaft. Sie spielen sehr variabel. Es ist ein sehr guter Gegner für uns, der uns viel abverlangen wird“, sagte Löw.

Kurztrip

Um 10 Uhr morgens bricht der DFB-Tross in Eppan auf. Um 11 Uhr soll der Charterflieger von Bozen nach Klagenfurt abheben. Gleich nach dem Spiel im Wörthersee Stadion steht die Rückreise nach Südtirol an. Dort bereitet sich das Löw-Team noch weitere fünf Tage auf die WM vor, bevor am Freitag in Leverkusen die WM-Generalprobe gegen Saudi-Arabien ansteht.

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Personal

„Wir haben im Vergleich zu anderen Turnieren Gott sei Dank keine verletzten Spieler“, sagte Löw. Jérôme Boateng, der nach seiner Muskelverletzung noch im Aufbautraining steht, und Toni Kroos fehlen in Klagenfurt. Der Champions-League-Sieger kommt am Samstag direkt nach Eppan. Auf die in der abgelaufenen Saison stark beanspruchten Bayern-Profis Mats Hummels und Thomas Müller verzichtet der Bundestrainer in Kärnten. Für das erste WM-Gruppenspiel am 17. Juni in Moskau gegen Mexiko gilt das Münchner Duo als gesetzt.

Österreich-Bilanz

25 Siege für Deutschland, acht für den Nachbarn gab es in den bisherigen 39 Aufeinandertreffen. Die letzte Niederlage des DFB-Teams liegt 32 Jahre zurück: Am 29. Oktober 1986 hieß es in Wien 1:4.

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dpa

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