30 Jugendliche beteiligt - Polizeieinsatz

Brutale Attacke bei Nachwuchs-Fußballspiel - Trainer mit bestimmter Ansage: „Ich bin da rigoros“

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Zwei rote Karten gab es während der Fußballpartie zwischen den B-Junioren des TuS Geretsried und dem FC Garmisch-Partenkirchen. Nach dem Schlusspfiff eskalierte die Situation. (Symbolbild)

Bei einem Nachwuchs-Fußballspiel in Bayern ist ein Streit zwischen Jugendlichen eskaliert. Ein Spieler musste in eine Klinik gebracht werden. Jetzt drohen harte Konsequenzen.

  • Die Nachwuchs-Fußballpartie zwischen Geretsried und Garmisch-Partenkirchen endete vergangenen Sonntag für einen Jugendlichen im Krankenhaus.
  • Nach Abpfiff des Spiels mit zwei roten Karten hatte es einen Streit gegeben.
  • Dem Angreifer drohen nun enorme Konsequenzen.

Geretsried – Gerade einmal eine Woche ist es her, dass ein Höhenrainer Fußballer niedergeschlagen wurde. Noch mehr zur Sache ging es am Sonntagnachmittag in Geretsried. Laut Polizeibericht wurde ein Nachwuchsspieler des 1. FC Garmisch-Partenkirchen von einem Spieler der B 2-Junioren des TuS Geretsried so heftig mit der Faust geschlagen, dass er ins Wolfratshauser Krankenhaus gebracht werden musste. Die Polizei spricht von 25 bis 30 Beteiligten. Alle waren zwischen 15 und 16 Jahre alt.

Eklat bei Nachwuchs-Fußballspiel: Jugendlicher bekommt Faustschlag ab

Aus Sicht des FC Garmisch-Partenkirchen stellt sich die Situation vom Sonntagmittag so dar: Nach dem aufregenden B-Junioren-Spiel mit zwei Roten Karten am Ende sei ein Spieler der Gäste von einem Akteur des TuS Geretsried beleidigt worden, berichtet Philipp Lorenz. Der Co-Trainer der B-Jugend räumt ein, dass sein Spieler „sensibel reagiert“ und eine Tätlichkeit begangen habe. Dabei sei jedoch nichts Schlimmeres passiert, der malträtierte TuS-Spieler sei nicht verletzt worden.

Ein anderer Spieler des FC Garmisch-Partenkirchen ging zu den Streithähnen und wollte schlichten. Dabei wurde er unvermittelt von einem weiteren Geretsrieder Spieler geschlagen. Der Gästespieler lag etwa 30 Minuten verletzt auf dem Platz. Der Sanka brachte ihn in die Wolfratshauser Kreisklinik, wo er behandelt wurde. Später holten ihn seine Eltern ab.

Nach Faustschlag bei B-Junioren-Spiel: Trainer verständnislos

Der Geretsrieder Trainer Ivan Lipovcan wurde von den Vorkommnissen komplett überrumpelt: „Ich bin 50 Meter entfernt gestanden und habe kaum was gesehen.“ Es habe eine Rangelei gegeben. Plötzlich sei ein Garmischer Spieler auf dem Boden gelegen und habe aus dem Mund geblutet – der junge Mann hatte eine Platzwunde an der Lippe erlitten.

Dass das Spiel mit dem Schlusspfiff so eskaliert, hat sich laut Lipovcan nicht angedeutet: „Es war spannend und überhaupt nicht unfair.“ Der Trainer sprintete nach dem Zwischenfall über den Platz. „Als ich gekommen bin, war im Grunde schon alles vorbei.“ Er habe sich bemüht, die Gemüter zu beruhigen, „das ist ja auch mein Job als Trainer“.

Es sei eine Situation rein unter den Spielern gewesen, bestätigt Philipp Lorenz. Die Betreuer des TuS Geretsried hätten beruhigend auf ihre Spieler eingewirkt: „Die haben das sehr gut gehändelt. Sie haben die Spieler nicht aufgehetzt.“ Fassungslos reagierte TuS-Abteilungsleiter Ibro Filan auf den Vorfall: „Dass jemand seinen Gegenspieler mit einem Faustschlag niederstreckt, ist ja unglaublich. Solche Vorkommnisse haben auf einem Sportplatz nichts verloren. Ich habe da überhaupt kein Verständnis.“

Fußball-Trainer nach Faustschlag mit klarer Ansage: „Ich bin da rigoros“

Die Szene sei für niemanden schön, „nicht für den Verein, nicht für den Täter und erst recht nicht für den Geschädigten.“ Er selbst habe das Spiel nicht gesehen. Daher wolle er den Fall erst einmal mit dem Trainer und der Mannschaft sauber aufarbeiten. „Ich muss den Kindern die Tragweite einer solchen Aktion klar machen.“

Wenn der Sachverhalt feststeht, will Filan die Konsequenzen ziehen. „Ich bin da rigoros. So was geht gar nicht.“ Schiedsrichter Martin Bernöcker will sich zu dem Fall nicht äußern, da es sich um ein schwebendes Verfahren handelt. Auch Schiedsrichter-Obmann Thomas Sonnleitner will nichts sagen, stellt aber allgemein fest: „Körperliche Gewalt ist eher die Ausnahme.“ 

Verrohung beim Fußball-Nachwuchs: „Teilweise schon erschreckend wie...“

In der Schiedsrichtergruppe Bad Tölz habe es in diesem Jahr 3408 Spiele gegeben. Die Partie in Geretsried war seines Wissens erst die zweite, in der die Polizei herbeigerufen werden musste. Mehr zu kämpfen hätten die Schiedsrichter mit verbalen Entgleisungen: „Es ist teilweise schon erschreckend, wie Nachwuchsspieler miteinander reden.“

Die Sache wird jedenfalls ein Nachspiel haben. Der Fall wird beim Jugend-Sportgericht landen. Zudem ermittelt diePolizei wegen Körperverletzung. Der verletzte Spieler des FC Garmisch-Partenkirchen werde wohl Anzeige erstatten, sagt Trainer Lorenz.

Auch in der bayerischen Landeshauptstadt hatte es vor Kurzem einen Gewaltvorfall bei einem Amateur-Spiel gegeben. Nach der brutalen Attacke mit einem Faustschlag und Fußtritt in München stehen die Trainer beider Teams unter Schock. Der SV Akgüney Spor München hat bereits reagiert: Der mutmaßliche Täter darf nie mehr für den Verein auflaufen. Schlimmer verlief es bei einem Spiel des TSV 1860 München. Eine Massenschlägerei von Fußballfans sorgte für einen Großeinsatz der Polizei. Der TSV 1860 distanziert sich nun von den Vorfällen. Ähnliche Vorfälle ereignen sich immer wieder - so auch aktuelle in Offenbach. Nach dem Angriff auf einen Schiedsrichter in Offenbach sitzt der Schock tief, berichtet op-online.de*.

Patrick Staar/Alexander Kraus

*op-online.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

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