Bundesliga-Stars gegen Rassismus

Werder-Sportchef Baumann über George Floyd-Proteste in der Bundesliga: „Eine Strafe wäre unpassend“

Frank Baumann, Sportchef des SV Werder Bremen, begrüßt, „dass Zeichen gegen Rassismus“ gesetzt werden und hofft, dass die Bundesliga-Spieler für ihre Aktionen nicht bestraft werden.
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Frank Baumann, Sportchef des SV Werder Bremen, begrüßt, „dass Zeichen gegen Rassismus“ gesetzt werden und hofft, dass die Bundesliga-Spieler für ihre Aktionen nicht bestraft werden.

Bremen - Es waren die aufsehenerregendsten Szenen des vergangenen Spieltags, doch mit Fußball hatten sie höchstens am Rande zu tun. Gleich mehrere Profis nutzten die Bühne Bundesliga, um sich mit dem im US-Amerikanischen Minneapolis getöteten George Floyd zu solidarisieren und somit ein klares Zeichen gegen Polizeigewalt und Rassismus zu setzen.

Jadon Sancho von Borussia Dortmund etwa zeigte beim Torjubel ein T-Shirt mit der Aufschrift „Justice for George Floyd“, und Schalkes Weston McKennie trug während des Spiels gegen Werder Bremen eine Armbinde mit den Worten: „Justice for George“. Da der Deutsche Fußball Bund den Profis politische Botschaften während der Spiele untersagt, hat sein Kontrollausschuss nun Ermittlungen gegen die Spieler aufgenommen. 

Bei Werder Bremen hoffen sie darauf, dass Sancho, McKennie und Co. für ihre Aktionen nicht bestraft werden. „Der DFB ist zwar verpflichtet, die Fälle zu prüfen, weil es so in den Statuten festgehalten ist", sagte Sportchef Frank Baumann, „aber ich hoffe, dass den Spielern keine Strafen drohen, denn das wäre unpassend.“

Werder Bremen: Frank Baumann hält Strafen für George Floyd-Proteste für unpassend

Vielmehr hält es Frank Baumann für wichtig und richtig, „dass solche Zeichen gesetzt werden“. Die Profis hätten schließlich eine gesellschaftliche Verantwortung, der sie nachkommen müssten. Diskutieren ließe sich höchstens, ob solche Botschaften während der Spiele sein müssten. Dort versprechen sie aber nunmal die größte Aufmerksamkeit. Auch international haben die Szenen aus der Bundesliga viel Beachtung erfahren.

Da der Weltverband FIFA bereits den Wunsch geäußert hat, dass die Proteste der Bundesliga-Profis ungestraft bleiben, müssen die Spieler wohl nicht mit Sanktionen seitens des DFB rechnen. Am Mittwochabend (20.30 Uhr, DeichStube-Live-Ticker) empfängt der SV Werder Bremen Eintracht Frankfurt zum Bundesliga-Nachholspiel - gut möglich, dass es dann erneut zu Protestaktionen kommt. (dco)

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