Werder-Krise

Werder Bremen gegen Leipzig in Noten: Nur Vogt kämpft richtig gegen den Abstieg

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Kevin Vogt war der einzige Spieler bei Werder Bremen, bei dem das Bemühen, sich gegen den Abstieg zu wehren, erkennbar war.

Leipzig - Werder Bremen präsentiert sich auch gegen Titelanwärter RB Leipzig wie ein Absteiger und verliert deutlich mit 0:3 (0:2). Die Spieler in der Einzelkritik - mit Noten.

Jiri Pavlenka: Konnte einem mal wieder leid tun, weil ihn die Kollegen nicht nur bei den Gegentoren im Stich ließen. Hatte keine Gelegenheit, sich wirklich auszuzeichnen. Note 3,5

Theodor Gebre Selassie: Stand erstmals in diesem Jahr nach seiner schweren Oberschenkelverletzung auf dem Platz und war längst noch nicht der Alte. Beschränkte sich fast nur auf die Defensive, agierte dabei immerhin solide. Note 4

Milos Veljkovic: Bekam den Vorzug vor Toprak – und rechtfertigte das Vertrauen nicht. Wirkte nervös und fahrig im Spielaufbau und einmal mehr unkonzentriert bei gegnerischen Standards. Die ersten beiden Gegentore gehen auch auf seine Kappe. Note 5,5

Kevin Vogt (bis 61.): Der Chef der Fünferkette war der einzige Bremer, der den Leipzigern wirklich etwas entgegenzusetzen hatte – und ausgerechnet der musste wegen einer Knieverletzung vorzeitig runter. Fightete, wie es sich im Abstiegskampf gehört und rettete mehrfach in höchster Not. Stoppte dabei auch ganz clever den schnellen Werner. Note 2,5

Werder Bremen-Noten: Abwehr und Mittelfeld gegen RB Leipzig unterirdisch

Niklas Moisander: Für den 34-Jährigen ging es in Leipzig alles viel zu schnell. Das spürte der Kapitän offenbar selbst, er wirkte ziemlich verunsichert. Zu dem passte, dass er vor dem 0:3 zu langsam und hüftsteif reagierte, um den langen Ball zu entschärfen. Note 5,5

Marco Friedl: Seine Achterbahnfahrt im Profi-Fußball geht weiter, diesmal war er mal wieder ganz unten. Beim ersten Gegentor blieb er einfach stehen, dann hätte ein schlimmer Rückpass fast den nächsten Leipziger Treffer gebracht. Auf der linken Abwehrseite gegen Mukiele überfordert – wie auch beim 0:3. Note 5,5

Maximilian Eggestein: Konnte keine Akzente im Mittelfeld setzen, schien dann von seinem üblen Foul an Mukiele selbst etwas geschockt (16.) zu sein. Sah dafür seine fünfte Gelbe Karte und ist gegen Dortmund gesperrt. Note 5,5

Davy Klaassen: Begann noch ganz vielversprechend mit viel Aggressivität, doch Fehlpässe nahmen ihm den Mut – und dann lief der Niederländer eigentlich nur noch hinterher. Note 5,5

Werder Bremen-Offensive um Yuya Osako gegen RB Leipzig nicht existent

Leonardo Bittencourt (bis 81.): Durfte nach der Rückkehr von Gebre Selassie endlich wieder offensiver agieren, doch dort war von ihm so gut wie nichts zu sehen. Note 5

Yuya Osako (bis 65.): Überraschend in der Startelf, wenig überraschend ohne jegliche Wirkung. Bezeichnend, dass sein völlig hilfloser Torschussversuch Anfang der zweiten Hälfte nahe der Eckfahne landete. Note 6

Milot Rashica: Der Stürmer wollte es erzwingen, ging ins Eins-gegen-Eins, aber auch er konnte sich nicht durchsetzen. Bezeichnend, dass er bei seiner einzigen Chance, den Ball in den Himmel jagte (35.). Allerdings bekam er auch kaum ein vernünftiges Zuspiel von seinen Kollegen. Note 5

Ömer Toprak (ab 61.): Hatte seinen Stammplatz an Veljkovic verloren, kam dann aber beim Stand von 0:3 für den verletzten Vogt. Note -

Josh Sargent (ab 65.): Ersetzte Osako, konnte sich und seine Kollegen aber auch nicht in Szene setzen. Note -

Johannes Eggestein (ab 81.): Ihn gibt es ja auch noch, durfte zum ersten Mal in diesem Jahr spielen. Note -

Zur letzten Meldung von 14.35 Uhr:

Werder-Aufstellung in Leipzig mit einer kleinen Überraschung!

Leipzig - Der SV Werder Bremen macht hinten dicht und rührt dafür Beton an! Beim Gastspiel beim Tabellenzweiten RB Leipzig dürfte Trainer Florian Kohfeldt auf sehr viel Defensive setzen, um im Abstiegskampf wenigstens einen Zähler gegen den haushohen Favoriten zu entführen. 

Update (15. Februar 2020, 14.30 Uhr): Die Startelf ist da! Mit dieser Aufstellung tritt Werder Bremen bei RB Leipzig an - alles dazu im Live-Ticker!

Weiter zur bisherigen Meldung: Dabei kommt Kohfeldt die Rückkehr von Theodor Gebre Selassie sehr gelegen. Der Rechtsverteidiger war bei Werder Bremen nach seiner schweren Verletzung Mitte Dezember in München schmerzlich vermisst worden. Gemeinsam mit den drei Innenverteidigern Ömer Toprak, Kevin Vogt und Niklas Moisander sowie Marco Friedl auf der linken Seite wird Gebre Selassie wohl eine Fünferkette bilden, um den gefürchteten Angriff von RB Leipzig zu stoppen. 

Davor könnte Nuri Sahin als Sechser noch einmal eine Chance bekommen. Der Ex-Dortmunder ist vielleicht nicht so zweikampfstark, aber sehr erfahren auf seiner Position – und er könnte mit seinen präzisen langen Bällen den beiden Stürmer Milot Rashica und Leonardo Bittencourt gut in Szene setzen. Dafür müsste Sahin aber endlich wieder zu der Form finden, die ihn zu Saisonbeginn so stark gemacht hat. Das Mittelfeld dürften bei Werder Bremen wie gehabt Maximilian Eggestein und Davy Klaassen bilden, die allerdings auch ganz weit von ihrer Topform entfernt sind.

Aufstellung in Leipzig: Werder Bremen mit nur zwei Veränderungen im Vergleich zum Union-Spiel?

Der eine oder andere Fan wird sich nun fragen: Wo sind denn in dieser Aufstellung die so groß von Trainer Florian Kohfeldt und Sportchef Frank Baumann angekündigten Veränderungen? Im Vergleich zur peinlichen 0:2-Pleite gegen Union Berlin würde es – unsere mögliche Aufstellung vorausgesetzt – tatsächlich nur zwei Neuerungen für Werder Bremen gegen RB Leipzig geben: Gebre Selassie für Yuya Osako und Nuri Sahin für den gesperrten Davie Selke. 

So könnte Werder Bremen gegen RB Leipzig spielen.

Viel mehr Möglichkeiten hat Kohfeldt allerdings kaum. Gut, er könnte in der Abwehr Milos Veljkovic für Ömer Toprak bringen und sich gegen Sahin entscheiden. Dann dürften Christian Groß, Johannes Eggestein, Josh Sargent oder vielleicht auch der junge Nick Woltemade auf eine Chance in der Startelf hoffen. Doch darauf deutet im Kurz-Trainingslager in Leipzig nichts hin. Kohfeldt wollte die Zeit nutzen, um die Sinne aller Beteiligten zu schärfen. Da ist es gut möglich, dass er danach ein letztes Mal auf sein Stammpersonal setzt. (kni)

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