Morddrohung gegen Ulrich Mäurer

Werder Bremens Polizeikosten-Streit: Staatsschutz ermittelt wegen geschmacklosem Kommentar unter Baumann-Video

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Werder Bremens Sportchef Frank Baumann hat die Haltung der Bremer Politik im Polizeikostenstreit kritisiert. Ein Internet-User hat daraufhin eine indirekte  Morddrohung gegen den Bremer Innensenator Ulrich Mäurer formuliert. 

Bremen – Frank Baumann hatte seinem Ärger einmal Luft gemacht. Was auf seine Kritik an der Bremer Politik im Umgang mit dem SV Werder Bremen folgte, ist nun allerdings ein Fall für den Staatsschutz. In den Kommentaren unter einem auf YouTube veröffentlichten Video von Baumanns Rundumschlag hat ein User eine indirekte Morddrohung an Innensenator Ulrich Mäurer formuliert.

Dem Verfasser der geschmacklosen Zeilen drohen nun rechtliche Konsequenzen. „Wir prüfen die Ernsthaftigkeit des Beitrags und haben die Ermittlungen aufgenommen“, erklärt eine Sprecherin der Bremer Polizei gegenüber der DeichStube. Weil sich die Drohung gegen einen Politiker richtet, hat sich auch der Staatsschutz eingeschaltet.

SV Werder Bremen: Sportchef Frank Baumann übt harsche Kritik an der Bremer Politik und Innensenator Ulrich Mäurer

Werder-Sportchef Frank Baumann hatte am Donnerstag im Rahmen der Pressekonferenz vor dem Bundesliga-Spiel der Bremer bei Union Berlin harsche Kritik an Innensenator Mäurer und der Bremer Politik insgesamt geübt. Anlass war die anhaltende Diskussion um die Polizeikosten bei Heimspielen des SV Werder Bremen. Innensenator Mäurer hat erwirkt, dass die Deutsche Fußball-Liga und damit der SV Werder als Co-Veranstalter für entstehende Zusatzkosten bei Hochrisikospielen zur Kasse gebeten werden dürfen. 

Werder Bremen muss nun im Zuge einer ersten Rechnungsstellung mindestens 584.000 Euro für vier zurückliegende Hochrisikospiele zahlen. Baumann sieht darin im Liga-Vergleich einen Wettbewerbsnachteil für den SV Werder und beklagte, von der Bremer Politik – Mäurer eingeschlossen – „Knüppel zwischen die Beine geworfen“ zu bekommen.

SV Werder Bremen: Innensenator Ulrich Mäurer reagiert nicht auf die indirekte Morddrohung

Auf ein von der DeichStube auf YouTube veröffentlichtes Video reagiert ein User zunächst mit Sympathie für Baumanns Aussagen, verfasst dann aber Richtung Mäurer einen Satz, der als Morddrohung gewertet werden kann. „Wir überprüfen nun, wer und was dahinter steckt“, erklärt die Bremer Polizeisprecherin. Der Kommentar unter dem YouTube-Video wurde noch am Donnerstagabend gelöscht.

Innensenator Ulrich Mäurer reagiert als Betroffener nicht auf die Drohung gegen ihn. Baumanns Aussagen nennt er dagegen laut Mitteilung einer Sprecherin „eine Fülle von verzerrten Darstellungen, die ich nicht kommentieren werde“. (csa)

Zur letzten Meldung vom 12. September 2019:

Baumanns Abrechnung nach der Rechnung: Werder-Sportchef schimpft auf Bremer Politik

Zuerst die Rechnung an Werder Bremen, jetzt die Abrechnung von Werder Bremen! Sportchef Frank Baumann hat am Donnerstag mit klaren und kritischen Worten das Land Bremen für dessen Haltung im Polizeikostenstreit attackiert. „Wir bekommen nicht nur keine Unterstützung, sondern uns werden auch noch Knüppel zwischen die Beine geworfen“, schimpfte der Geschäftsführer auf Innensenator Ulrich Mäurer (SPD).

Auf Mäurers Vorstoß geht es zurück, dass die Deutsche Fußball-Liga (DFL) für Polizeieinsätze bei vier zurückliegenden Hochrisikospielen in Bremen 1,17 Millionen Euro an das Land Bremen zahlen muss. Mindestens die Hälfte dieser Summe fordert die DFL von Werder Bremen zurück. Schönen Dank auch, sagt da Frank Baumann und nennt das Bremer Gebührengesetz zynisch das „Werder-Gesetz“: „Allen Beteuerungen von Herrn Mäurer zum Trotz haben wir jetzt den Wettbewerbsnachteil. Herr Mäurer widerspricht dem zwar, aber es ist so.“ Schließlich ist kein anderer Bundesliga-Club durch solche Zusatzkosten belastet.

Mehr noch: Baumann nennt die Kostenerstattung an das Land Bremen einen „Pyrrhussieg: Langfristig bedeutet es einen Schaden für den SV Werder und damit auch für Bremen, wenn wir diesen Wettbewerbsnachteil haben.“ Denn: Werder zahlt Steuern, Werder lockt Menschen in die Stadt, Werder sei „der größte Imageträger Bremens“, so Baumann. Sein Argument: Wird dem Imageträger geschadet, schadet das irgendwann allen. Deshalb sei Mäurers Vorgehen, mit den zurückgezahlten Polizeikosten den Bremer Haushalt zu entlasten, „sehr, sehr kurzfristig gedacht“.

Frank Baumann von Werder Bremen sauer auf Politik: „Keinen Cent Unterstützung“

Einmal in Fahrt blickte Frank Baumann im Zorn auch auf den letzten, 76 Millionen Euro teuren Stadionausbau und andere infrastrukturelle Maßnahmen zurück. Werder Bremen habe alles selbst finanzieren müssen, größere Pläne ließen sich nicht realisieren, weil die Hilfe der Stadt, des Landes Bremen fehlte. „Dadurch gehen uns auch Einnahmemöglichkeiten verloren. Wir sind der einzige Bundesliga-Club, der seit 15 Jahren keinen Euro, keinen Cent Unterstützung bei infrastrukturellen Maßnahmen von der Stadt bekommen hat.“

Auch die vom Club initiierten und finanzierten sozialen Projekte würden von der Bremer Politik im Polizeikostenstreit „in keiner Weise berücksichtigt“, schimpft Baumann, der längst ein Muster im Umgang mit der Bremer Politik erkannt hat. Sein Hieb in Richtung der Verantwortungsträger: „Wir sind in Gesprächen mit Politikern, die auch zum Großteil Werder-Fans sind. Aber außer netten Worten haben wir in den letzten Jahren nichts bekommen.“ Doch: Jedoch über den Umweg DFL nur die höchst unwillkommene Rechnung.

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