Damen des VC Nienburg kassieren Heimpleite gegen Langenhagen

„Das war eine Backpfeife“

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Das Bild des ersten Satzes: Nienburgs Annahme (hier Julia Schell & Libera Julie Mota) agiert jenseits von Gut und Böse.

Nienburg - von Lutz Ritter. Das hatten sich Nienburgs Drittliga-Volleyballerinnen anders vorgestellt. „Ohne Annahme“ und dementsprechend ohne Satzgewinn unterlagen die Nordertörschen zu Rückrundenauftakt Liganeuling SC Langenhagen (12:25, 18:26, 26:28).

Damit kassierten sie jahresübergreifend bereits die dritte Heimschlappe in Folge. „Das war heute wirklich eine Backpfeife.“ Nicht zum ersten Mal in dieser Spielzeit mit teilweise unerklärlichen VC-Auszeiten konfrontiert, arbeitete Co-Trainer Torben Keßler die enttäuschende 80 Minuten-Vorstellung seiner Damen ebenso schonungs- wie schnörkellos auf: „Da ist nichts schön zu reden. Unsere Trainingsleistung wird momentan nicht auf die Platte gebracht. Bei 17 Annahmefehlern in drei Durchgängen ist auf diesem Niveau kein Blumentopf zu gewinnen.“

Zwar hatte sich das heimische Sextett vorgenommen, gegen im Hinspiel noch unterlegene Flughafenstädterinnen eine erfolgreiche zweite Saisonhälfte zu starten, allerdings waren ohne Libera Nicole Dierks (Erkältung) – sowie einer auf dieser Position überforderten Julie Mota – die meisten der guten Vorsätze nach einer Viertelstunde bereits zur frommen Wunschvorstellung mutiert. Mit neun Zählern Differenz (5:14) lagen die Kreisstädterinnen zu diesem Zeitpunkt schon im Hintertreffen und standen somit gehörig unter Zugzwang. Eine durchweg hohe Eigenfehlerquote in sämtlichen Spielelementen samt fehlender Aggressivität im Angriff sorgten für gleichermaßen kurze wie einseitige Ballwechsel. Speziell im ersten Abschnitt spielte nur der Gast aus Langenhagen. Dank einer stark auftrumpfenden Sabrina Smeikal nutzte der Aufsteiger die Schwächen des Gegners und überzeugte seinerseits durch gute Zuspiele und ein variables zweites Tempo.

Erst nach Satzrückstand verstanden es Julia Schell & Co. besser, das Spiel anzunehmen und stark aufschlagenden Gästen Paroli zu bieten. Zwar egalisierte Nienburgs Riege abermals einen sechs Punkte Rückstand (3:9, 15:15), doch waren es im weiteren Matchverlauf erneut überhastete Aktionen, mit denen sich die Gastgeberinnen selbst in Bedrängnis brachten. „Wir haben uns in dieser Phase zurückgekämpft. Aber irgendwann glaubt man nicht mehr daran, alle Fehler ständig aufholen zu können“, kommentierte Headcoach Thomas Plathner den Verlust des zweiten Abschnitts.

Lediglich gegen Ende der Partie entwickelte sich ein offener Schlagabtausch. Anja Wiegrebe stabilisierte Nienburgs Feldabwehr, Antonia Namneck belebte die Position des Außenangriffs und Zuspielerin Irina Gerlinger „stellte, was eben noch irgendwie zu stellen war.“ Das sollte sie dann aber auch gewesen sein, die Herrlichkeit des Tabellenachten. Spieldominierende Akzente setzen andere. Zum Beispiel Langenhagens Mannschaftsführerin Sabrina Smeikal. Sie allein entschied die Verlängerung des dritten Satzes und war in den engen Phasen oftmals der feine Unterschied. „Der Wille, den Spielverlauf positiv zu gestalten, lag bei uns“, resümierte Langenhagens beste Akteurin – kurz und treffend zugleich.

Nicht weniger aussagekräftig die Einschätzung Keßlers: „Es sind zu einfache, zu schnelle Fehler, die uns zurückwerfen. Früh kommt dann der Kopf ins Spiel und mit unserer Lockerheit, unserer Unbekümmertheit ist es aus und vorbei“, erklärte der 36-jährige. „Wir müssen jetzt wirklich aufpassen, dass aus diesem Szenario kein Teufelskreis entsteht. Das wird aber nur klappen, wenn es uns in Zukunft gelingt, die gute Trainingsarbeit auch auf die Platte zu bringen“, warnte Plathner und beendete zugleich den Gedankengang seines Co-Trainers.

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