Nienburger Tim Holtz blickt auf erfolgreiche Motorsportsaison zurück

Riesentalent auf der Rennstrecke

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Tim Holtz beherrscht sein Renngerät perfekt.

NIENBURG - von Leif Rullhusen. Nur ganz knapp – mit sieben Punkten Rückstand – schrammte Tim Holtz aus Nienburg gleich in seiner ersten Motorsportsaison am Titel vorbei.

 Der erst 15-Jährige fuhr den „Alten Hasen“ im „Street Triple Cup“ gehörig um die Ohren. Der jüngste Teilnehmer der Motorrad-Rennserie gewann bis auf eine Ausnahme jeden Lauf, den er beendete.

Der junge Nienburger sammelte bereits so einige Pokale. Es werden gewiss nicht die letzten sein.

Sein Sportgerät: Eine Drei-Zylinder Triumph mit 675 Kubikzentimetern Hubraum und 106 PS Leistung. Die beherrscht der Nachwuchsfahrer, als hätte er in seinem Leben nie etwas anderes gemacht. Dabei entdeckte Tim Holtz seine Leidenschaft für den Rennsport relativ spät, spielte vorher lieber bei der HSG Nienburg Handball. „Als ich sieben Jahre alt war, wollte mein Vater mich schon dafür begeistern. Damals fehlte mir aber einfach noch die Lust“, berichtet der junge Nienburger, der seinen Vater Thomas Holtz schon als kleiner Junge zu Motorrad-Rennveranstaltungen begleitete. Irgendwann kam die Lust aber doch – Stück für Stück. „Zuerst bin ich mit einer kleinen Sachs im Fahrerlager unterwegs gewesen und hab dann angefangen, auf der Kartbahn in Oschersleben damit die ersten Runden zu drehen.“

Es folgten die ersten Erfahrungen mit einer KTM Duke auf der richtigen Rennstrecke und im vergangenen Jahr die ersten Gaststarts bei Rennen. „Da hat es mich dann gepackt. Ich wollte nur noch fahren“, erzählt Tim Holtz. Das tat er, und zwar verdammt schnell. Sein Talent zeigte er gleich bei seiner Renn-Premiere in Oschersleben. Nach einem miserablen Start war der damals noch 13-jährige blonde Nienburger letzter, bremste sich aber gleich in der ersten Kurve um einige Plätze nach vorne und landete schließlich auf dem siebten Platz. „Ich mag den Nervenkitzel, auf der letzten Rille anzubremsen“, beschreibt der junge Pilot die Faszination seines Sports. „Diesen schmalen Grad im Grenzbereich zu finden und so viel wie möglich aus der Maschine herauszuholen, ist eine spannende Herausforderung.“

In der vergangenen Saison beherrschte Tim Holtz den Ritt auf diesem schmalen Grad nahezu perfekt. Acht der insgesamt zwölf Rennläufe im Street Triple Cup gewann er, einmal überquerte er als vierter die Ziellinie und in den anderen schied er nach technischem Defekt oder Sturz aus. Dabei ließ Tim Holtz die Punkte ausnahmslos am Saisonanfang liegen und startete dann eine wahnsinnige Aufholjagd mit acht Siegen in Folge, an deren Ende ganze sieben Punkte zur Meisterschaft fehlten.

Auf der „Daytona“ geht der junge Nienburger in der kommenden Saison auf Punktejagd.

Wo ihn sein Ehrgeiz und Talent langfristig hinführen werden, weiß der 15-Jährige noch nicht. Ziele hat er durchaus. „In der kommenden Saison möchte ich das Niveau erreichen, das in der Deutschen Meisterschaft gefahren wird“, hat sich Holtz vorgenommen. Dazu fehlen ihm aktuell rund zwei Sekunden bei den Rundenzeiten. Die will er mit seinem neuen Sportgerät, einer rund 140 PS starken Triumph Daytona finden. In welcher Rennserie steht noch nicht fest. „Vielleicht in der DRC. Die bietet ein hohes sportliches Niveau.“ Die DRC ist die nationale Meisterschaft Deutschlands. Als Unterbau der Internationale Deutschen Motorradmeisterschaft fungiert sie als Karrieresprungbrett und relativ kostengünstige Breitensport-Basis.

Trotz seiner Jugend und den beeindruckenden sportlichen Erfolgen der abgelaufenen Saison ist Tim Holtz Realist und mit beiden Beinen auf dem Boden geblieben. „Ich werde vom Rennsport nicht leben können“, weiß er. Deshalb steht der Schulabschluss für den Gymnasiasten am MDG auch an erster Stelle. Danach folgt vielleicht ein Studium. „Um in der Königsklasse, der Moto GP, erfolgreich starten zu können, bin ich einfach zu spät in den Motorradsport eingestiegen“, erklärt er. Ausprobieren würde Tim Holtz solch eine 265 PS starke Maschine allerdings schon gerne. Grundsätzlich würde den Nienburger die Klasse darunter – die Moto 2 – mehr reizen. „Dort wird mit weniger technischen Hilfsmitteln wie beispielsweise elektronischer Traktionskontrolle gefahren. Das ist mehr Rennsport.“

Angst vor Verletzungen, von denen er bislang verschont blieb, hat der 15-Jährige nicht. „Natürlich kann auch beim Motorsport was passieren, aber letztendlich birgt jeder Sport Verletzungsrisiken.“ Gegenwärtig muss sich Tim Holtz übrigens aufgrund einer Leistenverletzung behandeln lassen. Die zog er sich nicht bei einem Motorradsturz, sondern beim Handball zu.

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